Johann Nepomuk Pitius
Johann Nepomuk Pitius OCist (* 2. Juni 1744 in Bamberg; † 5. Mai 1791) war von 1774 bis 1787 Abt von Kloster Langheim.
Leben
Nach dem Studium der Philosophie und Mathematik an der Academia Ottoniana in Bamberg trat Pitius 1761 als Novize in das Kloster Langheim ein, wo er 1770 zum Priester geweiht wurde, anschließend studierte er von 1771 bis 1773 zusammen mit seinem späteren Nachfolger Candidus Hemmerlein Rechtswissenschaften an der Karls-Universität in Prag, bevor er am 31. Januar 1774 zum Abt gewählt und am 16. März 1774 von Bischof Adam Friedrich von Seinsheim benediziert wurde.[1]
Unter Abt Pitius erhielt die mittelalterliche Klosterkirche von Langheim anstelle des ursprünglich geplanten Kirchenneubaus durch Balthasar Neumann eine schlichte dreiachsige Fassade nach Plänen des bambergischen Hofarchitekten Lorenz Fink. Desgleichen geht auf seine Amtszeit der Bau des vierseitig umschlossenen Ökonomiehofs zurück, dessen Giebel sein Wappen trägt. Durch denselben Architekten ließ Abt Pitius 1777 bis 1786 das als Sommerresidenz der Langheimer Äbte errichtete Schloss Tambach durch den Bau von Mitteltrakt und Westflügel vollenden. Aufgrund der durch seine Bauten verursachten Ausgaben wurde Pitius am 22. Juli 1787 durch Bischof Franz Ludwig von Erthal von seinem Amt suspendiert.[2] Bis zu seinem Tod 1791 lebte Pitius zurückgezogen, seine Grabrede hielt P. Ildephons Schwarz vom benachbarten Kloster Banz.[3]
Anlässlich seines Todes schrieb das Journal von und für Franken:
- „Seine Prachtliebe machte auch kostspielige Anmaßungen während seiner ganzen Amtsführung. Die herrlichen übertriebenen Auszierungen der Gotteshäuser, die Aufführung und Verschönerung vorzüglicher Gebäude, Gärten etc. so wohl in der Abtey, als in dem Amtshofe zu Tambach, der Aufwand für schöne Gemählde, Juwelen, Uhren etc. und die Anschaffung vorzüglicher Bücher (eine Bibliothek von 7000 Werken hinterließ er dem Kloster) kostbarer physikalischer Instrumente, vorzüglich der Branderischen, und andere treffliche und nützliche Anstalten etc. sind redende Beweise eines mehr fürs Große geschaffenen Mannes. […] Der unselige Einfall eines mit sehr hohen Kosten verknüpften Brunnenbaues, welcher im Klosterhofe, ganz gegen den Willen und die Vorstellungen des Conventes, sich prachtvoll seiner Vollendung näherte, gab endlich seinem Schicksal eine andere Wendung.“[4]
Wappen
Als persönliches Wappen wählte Abt Pitius im Geviert mit dem Zisterzienserbalken eine Allegorie der Victoria mit Lorbeerkranz und Palmzweig sowie zwei schräggekreuzte Anker, im Herzschild das Attribut seines Namenspatrons Johannes Nepomuk, der Kreis von fünf Sternen.[5]
Weblinks
Artikel Johann Nepomuk Pitius auf der Website Biographia Cisterciensis
Einzelnachweise
- ↑ Benediktionsurkunde in der Deutschen Digitalen Bibliothek
- ↑ Günter Dippold: Übersicht über die Ausgaben des Langheimer Abtes Johann Nepomuk Pitius. In: Renate Baumgärtel-Fleischmann (Hrsg.): Bamberg wird bayerisch: Die Säkularisation des Hochstifts Bamberg 1802/03. Bamberg, 2003, S. 132f.
- ↑ Ildephons Schwarz: Rede bei der Beerdigung des Hochwürdig-Hochwohlgebohrnen Herrn, Herrn Johann Nepomuk, des herzoglichen Klosterstiftes Langheim Cisterzer Ordens Abtes und Prälaten, dann Ihro Römisch. Kaiserl. Majestät geheimen Kaplans etc. am 11ten Maien 1791. Bamberg, 1791.
- ↑ Über das Leben und den Charakter Johann Nepomuks, des herzoglichen Klosterstiftes Langheim Cisterzienser-Ordens Abts und Prälatens, Ihro Röm. Kais. Majestät geheimen Caplans. In: Journal von und für Franken. Nürnberg, 3. Band, 1791, S. 204–215. digitalisat
- ↑ Darstellung der Wappen auf der Website Welt der Wappen
| Vorgänger | Amt | Nachfolger |
|---|---|---|
| Malachias Limmer | Abt von Kloster Langheim 1774–1787 | Candidus Hemmerlein |