Jimoh Buraimoh
Jimoh Adetunji Buraimoh (* 1943 in Osogbo[1]) ist ein nigerianischer bildender Künstler der Osogbo-Schule und gilt als Vorreiter der Perlenmalerei in Nigeria und Afrika.[2] Seine Arbeiten verbinden westliche Bildmedien mit Formen und Motiven der Yoruba-Tradition.[1] Am 6. November 2024 erhielt er gemeinsam mit Nike Davies-Okundaye und Bruce Onobrakpeya den U.S. Exchange Alumni Lifetime Achievement Award der US-Mission in Nigeria.[3]
Leben
Buraimoh wurde 1943 in Osogbo in eine muslimische Familie geboren, wo er beim Färben der Raffiastreifen für die Matten seiner Mutter sein Gefühl für Farbe schulte.[1] Er wurde zunächst zum Elektriker ausgebildet und arbeitete ab 1964 als Lichttechniker am Duro-Ladipo-National Theatre.[4] Im selben Jahr nahm er an einem von Georgina Beier geleiteten Arbeitskreis in Osogbo teil, welcher die Ausbildung mehrerer Künstler der Osogbo-Schule prägte.[1] Mit Ladipos Ensemble tourte er 1965 durch das Vereinigte Königreich, Österreich, Belgien, die Niederlande und die Bundesrepublik Deutschland.[4] Im Jahr 1967 zeigte das Goethe-Institut in Lagos seine ersten Perlenbilder.[4] Von 1968 bis 1972 arbeitete er am Institute of African Studies der University of Ife (heute Obafemi Awolowo University).[4] 1972 wurde er Artist-in-Residence an der Ahmadu Bello University in Zaria.[4] 1974 lehrte er als Dozent an der Haystack Mountain School of Crafts in Maine.[5] Er lebt und arbeitet in Osogbo.[4]
Wirken
Buraimoh entwickelte eine eigenständige Technik der Perlenmalerei, bei der auf Fäden gereihte Glasperlen mit Klebstoff auf Holztafeln fixiert werden – motivisch oft angeregt von den mit Perlen versehenen Kronen der Yoruba.[1] Er gilt als Wegbereiter dieses Mediums in Nigeria und erweiterte sein Repertoire um Mosaiken und Wandarbeiten.[2] Im Jahr 1972 vertrat er Nigeria auf der First All African Trade Fair in Nairobi.[4] Seine Arbeiten wurden 1977 im Rahmen des Second World Black and African Festival of Arts and Culture (FESTAC ’77) in Lagos gezeigt. Zu seinen öffentlichen Arbeiten zählt das Mosaik Meeting of Elders im Howell Park in Atlanta, das 2024 vom Atlanta-Beltline-Programm als wichtiger Bezugspunkt nigerianischer Kunst im Stadtraum hervorgehoben wurde.[6] Das Werk gilt als zentrales Mosaik des Parks im West-End-Viertel.[7] Er selbst verweist darauf, dass ihn die königlichen Perlenkronen der Yoruba inspirierten und er in den späten 1960er-Jahren mit Epoxidklebstoffen experimentierte, um Perlenmalerei praktikabel zu machen.[8] Arbeiten Buraimohs befinden sich in Museumssammlungen, etwa in der Yale University Art Gallery.[9]
Einzelnachweise
- ↑ a b c d e JIMOH BURAIMOH. In: National Museum of African Art. Abgerufen am 8. Oktober 2025 (englisch).
- ↑ a b Buraimoh: Osogbo is the forerunner of Nigerian art. In: guardian.ng. 15. April 2018, abgerufen am 8. Oktober 2025 (englisch).
- ↑ Envoy highlights 50 years of collaboration between U.S., Nigeria. In: guardian.ng. 6. November 2024, abgerufen am 8. Oktober 2025 (englisch).
- ↑ a b c d e f g Buraimoh, Jimoh Adetunji, 1943-. In: Library of Congress. Abgerufen am 8. Oktober 2025 (englisch).
- ↑ Past Faculty — Haystack Mountain School of Crafts. In: haystack-mtn.org. Abgerufen am 8. Oktober 2025 (englisch).
- ↑ Art on the Atlanta Beltline Presents: “LagosAtlanta: Sister City Rising”. In: beltline.org. 22. Februar 2024, abgerufen am 8. Oktober 2025 (englisch).
- ↑ Neighborhoods – West End – 2014. In: Creative Loafing. 27. März 2014, abgerufen am 8. Oktober 2025 (englisch).
- ↑ Buraimoh: From making mats to becoming one of Nigeria’s foremost visual artists. In: Daily Trust. 25. Dezember 2016, abgerufen am 8. Oktober 2025 (englisch).
- ↑ Birds. In: Yale University Art Gallery. Abgerufen am 8. Oktober 2025 (englisch).