Jüdischer Friedhof (Wittstock/Dosse)

Der Jüdische Friedhof Wittstock/Dosse befindet sich in Wittstock/Dosse, einer Kleinstadt im Landkreis Ostprignitz-Ruppin im Nordwesten von Brandenburg. Auf dem etwa 200 m² großen jüdischen Friedhof Am Rosenplan 10 ist nur ein alter Grabstein erhalten.

Ein im Jahr 1952 aufgestellter Gedenkstein trägt die Inschrift: Edel sei der Mensch hilfreich und gut. / Faschistischer Rassenhaß schändete im Jahr 1933 diesen Friedhof der Jüdischen Gemeinde. / Im Geiste wahrer Menschlichkeit und Rassenachtung wird der Rat der Stadt Wittstock diese Stätte pflegen. / Wittstock, Dosse, den 9. November 1952[1]

Geschichte

Von 1806 bis 1862 wurden auf dem „alten Gottesacker“ insgesamt 36 Grabstellen errichtet. Von 1867 bis 1907 wurden auf dem „neuen Gottesacker“ – einem 1859 angekauften Erweiterungsgebiet – ebenfalls Gräber errichtet. Durch eine kürzlich entdeckte Gräberliste wurde festgestellt, dass in diesem hinteren Areal insgesamt 47 Erwachsene und 12 Kinder begraben wurden. Im Jahr 1911 wurde das gesamte Areal durch eine rote Backsteinmauer eingegrenzt. Bei einer Restaurierung im Jahr 2000 gingen Relikte wie die Davidsterne verloren.

Während der NS-Zeit – 1938 oder 1941 – wurde der Friedhof geschändet und geplündert, die kleine Leichenhalle mit dem Ziegeldach blieb erhalten. Im Rahmen von Aufräumarbeiten auf dem Friedhof seit 1952 gingen viele Grabsteine verloren, manche wurden in die Leichenhalle gestellt und manche wiederum an der Mauer angelehnt. Die beiden „Gottesäcker“ wurden komplett planiert und es wurde ein Gedenkstein eingeweiht. Die Friedhofsfläche ging in Volkseigentum über und wurde zu einer „Freifläche und Wohnen“ umgewidmet. Reserveland, das nicht für Begräbniszwecke genutzt worden war, wurde der jüdischen Gemeinde rückübertragen.[2]

Siehe auch

Einzelnachweise

  1. Wittstock/Dosse (Brandenburg) auf jüdische-gemeinden.de
  2. Jüdischer Friedhof Wittstock auf jewish-places.de

Koordinaten: 53° 9′ 33,3″ N, 12° 28′ 38,4″ O