Horst (Vorname)

Horst ist ein männlicher Vorname.

Herkunft

Der älteste Beleg für den Namen Horst stammt aus der niederdeutschen „Weltchronik“ des Dietrich Engelhus aus dem Jahr 1424;[1] dort wird der angelsächsische Heerführer Horsa so genannt. Ob es sich dabei um eine Angleichung an den Namen seines Bruders Hengist („Hengst“) handelt oder aber an das althochdeutsche hurst („Horst“ im Sinne von „Gebüsch, Gestrüpp, Hecke, Wald“), ist unklar. Der Name Horsa geht zurück auf altenglisch hors (englisch horse, das entspricht dem deutschen Ross).[2]

Namenstag

  • 12. Oktober

Namensträger

Vorname

A

B

C

  • Horst Chmela (1939–2021), österreichischer Liedermacher und Musiker
  • Horst Cotta (1928–2011), deutscher Mediziner

E

F

H

J

K

L

M

  • Horst Mahler (1936–2025), deutscher Rechtsanwalt, Terrorist und Neonazi
  • Horst Günter Marx (* 1955), deutscher Schauspieler
  • Horst Metz (1945–2022), deutscher Politiker, Sächsischer Staatsminister der Finanzen
  • Horst Michel (1904–1989), deutscher Hochschullehrer für Formgebung und Innengestaltung
  • Horst Milde (1933–2023), deutscher Politiker (SPD)
  • Horst Möller (* 1937), deutscher Spion

N

  • Horst Naumann (1925–2024), deutscher Schauspieler
  • Horst Nußbaum, bekannt als Jack White (1940–2025), deutscher Musikproduzent und Komponist

P

  • Horst Pillau (1932–2021), deutscher Schriftsteller und Dramatiker
  • Horst Pinnow (1936–2024), deutscher Schauspieler und Synchronsprecher
  • Horst Platen (1884–1964), deutscher Komponist, Dirigent und Theaterintendant

R

S

T

W

Z

  • Horst Zankl (1944–1987), österreichischer Theaterregisseur

Kunstfiguren

Häufigkeit und Verbreitung

Der Vorname Horst war 1934 in Deutschland der am häufigsten vergebene Jungenname.[3] Er belegte durchschnittlich Rang 9 in den 1920er[4], Rang 2 in den 1930er[5] und Rang 9 in den 1940er Jahren[6]. Als häufiges Namensvorbild gilt hier der von den Nationalsozialisten zum Märtyrer stilisierte Horst Wessel.[7] Dennoch nahm die Popularität des Namens nach dem Zweiten Weltkrieg nur allmählich ab; erst in den 1960er Jahren gab es einen deutlichen Einbruch.[3] Der Name gehörte in Österreich von 1984 bis 1995 zu den 200 beliebtesten Vornamen, danach sank seine Beliebtheit stetig.[8] Von 1984 bis 2023 wurde er etwa 360 Mal vergeben. In der Schweiz wurde der Name von 1930 bis Mitte der 1980er Jahre jährlich bei der Namenswahl berücksichtigt. Danach fand seine Vergabe nur noch sporadisch statt. Von 1930 bis 2023 wählte man ihn circa 880 Mal.[9]

In Tschechien lag der Name im Jahr 1939 auf Rang 50. Bis Kriegsende ging seine Beliebtheit stark zurück. Zwischen 1958 und 1972 befand er sich hin und wieder in den Top-200.[10] Der Name war in Frankreich in den 1910er und 1940er Jahren hin und wieder in den Hitlisten anzutreffen.[11] In den Niederlanden befindet sich der Name seit 1930 fast jedes Jahr in den Hitlisten. Er gilt als mäßig beliebt.[9] Der Name wurde in den nordischen Ländern Dänemark, Norwegen und Schweden vermehrt von 1930 bis 1949 vergeben.[12]

Verwendung als Schimpfwort

Regional wird Horst auch als Schimpfwort oder zumindest milde abschätzige Bezeichnung für einen dummen oder ungeschickten Menschen benutzt, teilweise auch in der Variante Vollhorst.[13][14] Der Comic Ein Vollhorst im Wandel der Jahreszeiten (2014) von Katz & Goldt handelt von der Verwendung als Schimpfwort.[15]

Einzelnachweise

  1. Wilfried Seibicke: Deutsches Historisches Vornamenbuch. Berlin 1996–2006.
  2. Rosa Kohlheim, Volker Kohlheim: Das große Vornamenlexikon. Duden-Verlag, Mannheim 2003.
  3. a b Horst. In: Beliebte-Vornamen. Knud Bielefeld, abgerufen am 3. Oktober 2025.
  4. Beliebteste Vornamen der 1920er Jahre. In: Baby-Vornamen. Baby Vornamen, abgerufen am 3. Oktober 2025.
  5. Beliebteste Vornamen der 1930er Jahre. In: Baby-Vornamen. Baby Vornamen, abgerufen am 3. Oktober 2025.
  6. Beliebteste Vornamen der 1940er Jahre. In: Baby-Vornamen. Baby Vornamen, abgerufen am 3. Oktober 2025.
  7. Michael Wolffsohn; Thomas Brechenmacher: Die Deutschen und ihre Vornamen. 200 Jahre Politik und öffentliche Meinung. Diana Verlag, München/Zürich 1999, ISBN 3-8284-5018-0
  8. Vornamen der Geborenen. In: STATISTIK AUSTRIA. Bundesanstalt Statistik Österreich, abgerufen am 3. Oktober 2025.
  9. a b Horst. In: Baby-Vornamen. Baby Vornamen, abgerufen am 3. Oktober 2025.
  10. Popularity in Czechia. In: Behind the Name. Mike Campbell, abgerufen am 3. Oktober 2025 (englisch).
  11. Popularity in France. In: Behind the Name. Mike Campbell, abgerufen am 3. Oktober 2025 (englisch).
  12. Horst. In: Nordicnames. Judith Ahrholdt, abgerufen am 3. Oktober 2025 (englisch).
  13. Mathias Hamann: Jugendsprache-Duell: Vollpfosten, Vollfrosch, Vollhorst. In: SchulSPIEGEL. Abgerufen am 2. Oktober 2014 (Auf einer Notenskala also eine fünf, vielleicht gerade noch eine vier. Julian fällt noch etwas ein: „Voll wird oft kombiniert: Vollpfosten, Vollhorst oder Vollfrosch.“ Herr Jerzewski lächelt: „Naja, zu meiner Zeit war so ein Dödel eine Pflaume.“).
  14. Hamann: Horst. In: LVR – Das Wörterbuch. LVR, archiviert vom Original (nicht mehr online verfügbar) am 6. Oktober 2014; abgerufen am 2. Oktober 2014 (unattraktiver, etwas prolliger Mann).  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.mitmachwoerterbuch.lvr.de
  15. Katz & Goldt | Ein Vollhorst im Wandel der Jahreszeiten. Abgerufen am 28. November 2022.