Historischer Dorfkern Kirchhuchting
Der Historische Dorfkern Kirchhuchting, Kirchhuchtinger Landstraße 26–30, in Bremen-Huchting, Ortsteil Kirchhuchting, entstand im Mittelalter und dann ab der Mitte des 19. Jahrhunderts. Er besteht u. a. aus der Kirche, dem Schulgebäude, dem ehemaligen Schulvorsteherhaus und dem ehemaligen Dorfkrug.
Die Gebäude stehen unter bremischem Denkmalschutz.[1] Dorfkrug Kirchhuchting
Geschichte
Huchting wurde 1063 erstmals erwähnt als Huchtinghebroch (Brokhuchting), 1171 als Huhtinge und 1288 als Kerchhoytiggen. Im Dorfkern an der Kirchhuchtinger Landstraße 26 stand im Mittelalter eine 1201 erwähnte Kirche, die 1877 abgerissen wurde. Das erste durch Bildquellen nachweisbare Schulhaus Kirchhuchtings entstand 1816; es brannte 1852 ab. 1885 hatte Huchting rund 1000 Einwohner und Kirchhuchting 548.[2] Neben Kirche, Schule und Dorfkrug gab es am Platz und drumherum weitere besondere Gebäude wie u. a.
- das Kaffee Osmers, später Café Osmers (früher Bauernhaus mit der Nr. 87) mit Saal in der früheren Tenne bzw. Diele, im Winter bis 1935 auch als Turnhalle genutzt und ab 1938 auch Kino (nach 1945 Victoria Lichtspiele), Vereinslokal des Turnvereins Huchting und der Freiwilligen Feuerwehr; späterer Anbau mit einer Poststelle,[3]
- das Dorf-Café als Gartenlokal am Alten Dorfweg,
- das Café Ulmer, später Café Edelweiß um die 1900er Jahre an der Kirchhuchtinger Landstraße.[4]
Die Kirchhuchtinger Landstraße wurde 1937 im Bereich des Café Osmers zu Lasten des Platzes begradigt.
Der seit 2024 denkmalgeschützte historische Dorfkern Kirchhuchting besteht heute u. a. aus
- Nr. 26, der ev.-luth. neogotischen Kirche St. Georg von 1877/79,
- dem neuen Gemeindezentrum der Kirche,
- dem kirchlichen Friedhof mit u. a. Grabstelle auch aus dem 17. Jahrhundert,
- Nr. 28, der historisierenden Kirchhuchtinger Schule von 1852, 1867 und 1907, seit 2023 durch einen Neubau in der Nähe ersetzt,
- dem ehemaligen Schulvorsteherhaus als Wohnhaus Alter Dorfweg 1 von 1907; heute gewerblich genutzt,
- Nr. 30 (früher 94), dem ehemaligen Dorfkrug von Familie Mahlstedt seit 1889, eingerichtet in einem Bauernhof von 1867 und danach öfters erweitert u. a. 1912 mit einer Kegelbahn und einem Laden,
- sowie dem Gemeindebüro von 1912 bis 1934 mit Standesamt
- und ab 1928 bis 1945 mit der gewerkschaftsnahen Konsum Genossenschaft Vorwärts ab 1934 Verbrauchergenossenschaft, 1941–45 Laden der NS-DAF,
- dem Alten Dorfplatz wo bis 1915 zweimal im Jahr ein Vieh-, Pferde- und Kramermarkt mit Verkaufsständen und Karussells stattfand.
Das Landesamt für Denkmalpflege Bremen befand: „… Dorfkern charakteristische Elemente sind für Kirchhuchting von heimatgeschichtlicher und städtebaulicher Bedeutung.“
Literatur
- Herbert Schwarzwälder: Das Große Bremen-Lexikon. Edition Temmen, Bremen 2003, ISBN 3-86108-693-X.
- Rolf Gramatzki: Bauen und Bildung, 2002
- Andreas Fetchenhauer: Huchting 1860–1945, Ein photographischer Streifzug. Edition Temmen, Bremen 2000, ISBN 3-86108-627-1.
- Hans-Jürgen Paskarbeit: Bremen-Huchting auf alten Postkarten und Photos. Huchting wie es früher war. Huchting-Archiv, Bd. 2.
Einzelnachweise
- ↑ Denkmaldatenbank des LfD
- ↑ Schwarzwälder: Das Große Bremen-Lexikon.
- ↑ Hans-Jürgen Paskarbeit: Bremen-Huchting auf alten Postkarten und Photos.
- ↑ Andreas Fetchenhauer: Huchting 1860–1945
Koordinaten: 53° 3′ 4,7″ N, 8° 44′ 29″ O