Kirchhuchtinger Schule
Die Kirchhuchtinger Schule, Kirchhuchtinger Landstraße 28, in Bremen-Huchting, Ortsteil Kirchhuchting, wurde in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts gebaut und als Volksschule, dann als Grundschule genutzt.
Das Gebäude steht seit 2021 unter bremischem Denkmalschutz.[1]
Geschichte
Huchting wurde als Dorf 1063 erstmals erwähnt als Huchtinghebroch (Brokhuchting), 1171 als Huhtinge und 1288 als Kerchhoytiggen. Die ev. Kirche St. Georg wurde 1877–1879 anstelle einer mittelalterlichen Kirche von 1201, zentral im historischen Dorfkern von Kirchhuchting, errichtet. Das erste durch Bildquellen nachweisbare Schulhaus Kirchhuchtings entstand 1816 neben der Kirche und diente mehreren Funktionen gleichzeitig in separaten Räumen. Dieses 1830 renovierte und erweiterte Gebäude brannte 1852 ab.
Das historisierende, verklinkerte Gebäude mit pfannengedeckten Satteldächern mit zwei Klassenräumen wurde dann 1852 durch Zimmermeister Thölke Borchers gebaut.
Kirchhuchting erfuhr eine ständige Zunahme der Bevölkerungszahl. Zu einer ersten Erweiterung auf drei Klassen kam es 1867. Der daraus hervorgegangene kleine Nebenbau ist der heute noch erhaltene, eingeschossige Baukörper an der Südseite des zweigeschossigen Hauptgebäudes. Damit ist er der älteste überlieferte Teil der Kirchhuchtinger Schule. Da die Zahl der Schulkinder weiter anstieg, wurde 1883 ein größerer Neubau mit vier Klassen nach Plänen von Bauinspektor Heinrich Flügel errichtet; der Vorgängerbau von 1853 wurde dafür abgetragen. Die Bauausführung übernahm Zimmermeister Albert Borchers aus Mittelshuchting. In den Grundmauern dieses Gebäudes integrierte Borchers die Reste des abgetragenen Vorgängerbaus.
1907 wurde die Schule erneut um einen Anbau in Nord-Süd-Ausrichtung mit vier Klassenräumen und einem großen Zeichen- und Werksaal nach Plänen von Baurat Köppe erweitert. Die bisherige Lehrerwohnung musste weichen und ein neues freistehendes Haus für den Schulvorsteher entstand 1907 am Alten Dorfweg 1. Nach 1945 wurde aus der Volksschule eine Grundschule für aktuell (2026) rund 300 Kinder.
1999/2000 wurde die Aula, eine Pausenhalle und ein zweigeschossiger Fachraumbereich hinzugefügt und das bestehende Toilettenhaus in die neue Pausenhalle integriert. 2010 entstand ein Lagerraum als Anbau an die Südseite der Pausenhalle.
Der historische Teil der Schule ist ein überwiegend zweigeschossiger, backsteinsichtiger Bau auf Z-förmigem Grundriss mit Satteldach (1867 und 1883) und Krüppelwalmdach (1907). Der Zweckbau hat eine zurückhaltende Fassadengliederung mit Sockel- und Sohlbankgesimsen mit Zahnfriesen sowie neugotischen Details (spitzbogige Blendnischen, schmale Wandvorlagen) am Nord- und Westgiebel sowie Zinnenfriese im Traufbereich.
Das Landesamt für Denkmalpflege Bremen befand: „Es befindet sich in einem guten Erhaltungszustand und ist als Teil des historisch gewachsenen Zentrums von Kirchhuchting Bestandteil des Ensembles bestehend aus dem Schulvorsteherhaus, der Kirche und der ehemaligen Gaststätte Dorfkrug.“
2023 wurde in der Nähe ein zweigeschossiger Neubau für die Grundschule Kirchhuchting an der Kirchhuchtinger Landstraße 42 für bis zu rund 300 Kinder eingeweiht.[2]
Literatur
- Andreas Fechtenhauer: Huchting 1860–1945, Bremen 2000
- Rainer Heuer: 950 Jahre Huchting. 1063–2013
Weblinks
Einzelnachweise
- ↑ Denkmaldatenbank des LfD
- ↑ Mattias Holthaus: „Ein Zuhause für Kinder“. In: Weser-Kurier vom 10. Juli 2023.
Koordinaten: 53° 3′ 3,5″ N, 8° 44′ 27,3″ O