Hiromu Kira

Hiromu Kira (* 5. April 1898 in Waipahu, Oʻahu, Hawaii; † 19. Juli 1991 in Los Angeles, Kalifornien) war ein japanisch-amerikanischer Fotograf. In den 1920er- und 1930er-Jahren zählte er zu den bekanntesten Vertretern des Piktorialismus in Los Angeles.[1]

Leben

Hiromu Kira verbrachte seine Kindheit zunächst auf Hawaii und erhielt seine erste Ausbildung in Kumamoto, Japan. Mit 18 Jahren kehrte er in die Vereinigten Staaten zurück und ließ sich in Seattle, Washington, nieder, wo er seine Leidenschaft für die Fotografie entdeckte. 1923 nahm er erstmals am Seattle Photography Salon teil, bei dem zwei seiner Arbeiten angenommen wurden. Im selben Jahr wurden seine Fotografien auch im Pittsburgh Salon und im Annual Competition of American Photography ausgestellt. Er arbeitete in der Fotoabteilung einer Apotheke in Seattle, wo er mit anderen Fotografen der japanisch-amerikanischen Gemeinschaft in Kontakt kam, darunter Kyo Koike. Er schloss sich dem Seattle Camera Club an. 1926 zog Hiromu Kira mit seiner Frau und zwei Kindern nach Los Angeles. Obwohl er kein Mitglied der Japanese Camera Pictorialists of California war, pflegte er enge Freundschaften mit dort aktiven Piktorialisten wie K. Asaishi und T. K. Shindo. 1928 wurde er Associate und 1929 schließlich Fellow der Royal Photographic Society (RPS). Im Jahr 1929 stellte er insgesamt 96 Werke in 25 verschiedenen Ausstellungen im In- und Ausland aus. Seine bekannteste Aufnahme, The Thinker (1931), entstand zufällig, als er jemandem die Handhabung einer neuen Kamera erklärte.[2] Das Bild wurde im März 1931 auf dem Titelblatt der Zeitschrift Vanity Fair veröffentlicht.[1]

Kurz vor dem Angriff auf Pearl Harbor, am 5. Dezember 1941, wurde Kira in den 25th Annual International Salon of the Camera Pictorialists of Los Angeles aufgenommen. Nach dem Kriegseintritt der USA musste er seine Kameraausrüstung, Bücher und Abzüge im Keller des Nishi Hongwanji Buddhist Temple in Little Tokyo (Los Angeles) einlagern. Während des Zweiten Weltkriegs wurde er mit seiner Familie zunächst im Santa Anita Assembly Center und anschließend im Gila River War Relocation Center in Arizona interniert. Dort blieb er bis April 1944. Nach seiner Entlassung lebte Kira vorübergehend in Chicago, kehrte aber 1946 dauerhaft nach Los Angeles zurück. Dort arbeitete er als Fotoretuscheur und Drucker für die Filmstudios Disney, RKO und Columbia Pictures. Nach dem Krieg stellte er jedoch nicht mehr aus. Hiromu Kira starb am 19. Juli 1991 im Alter von 93 Jahren in Los Angeles.[1]

Im Jahr 1985 wurden seine Werke in der Ausstellung Japanese Photography in America: 1920–1940 des Japanese American Cultural and Community Centers in Los Angeles gezeigt. Die Ausstellung tourte unter anderem durch das Oakland Museum of California, das Whitney Museum of American Art in New York und die Corcoran Gallery of Art in Washington, D.C. Später waren Kiras Werke auch in den Ausstellungen Made in California: Art, Image and Identity, 1900–2000 (Los Angeles County Museum of Art, 2000) und California Dreaming: Camera Clubs and the Pictorial Photography Tradition (Boston University Art Gallery, 2004) zu sehen. Heute befinden sich Werke von Hiromu Kira in den Sammlungen des Cleveland Museum of Art, des Japanese American National Museums in Los Angeles, des Los Angeles County Museum of Art (LACMA) sowie des Ashley Gibson Barnett Museum of Art (früher Polk Museum of Art) in Lakeland, Florida.[1]

Literatur

  • Gordon H. Chang, Mark Dean Johnson und Paul J. Karlstrom (Hrsg.): Asian American Art: A History, 1850–1970. Stanford University Press, Stanford (Kalifornien) 2008.
  • Robert Monroe: Light and Shade: Pictorial Photography in Seattle, 1920–1940, and the Seattle Camera Club, in: Mayumi Tsutakawa und Alan C. Lau (Hrsg.): Turning Shadows into Light, Young Pine Press, 1982.
  • Dennis Reed: Japanese Photography in America: 1920–1940, in: Japanese American Cultural and Community Center, Los Angeles 1985.

Einzelnachweise

  1. a b c d Patricia Wakida: Hiromu Kira. Abgerufen am 13. November 2025 (englisch).
  2. The Thinker (The J. Paul Getty Museum Collection). Abgerufen am 12. November 2025 (englisch).