Japanese American National Museum
Das Japanese American National Museum (japanisch 全米日系人博物館 Zenbei Nikkeijin Hakubutsukan) ist ein Museum in Los Angeles, Kalifornien (USA), das sich der Bewahrung und Vermittlung der Geschichte und Kultur japanischstämmiger Amerikaner widmet. Es wurde 1985 gegründet und ist seit 1992 für die Öffentlichkeit zugänglich. Das Museum ist offizieller Partner der Smithsonian Institution und wurde im Jahr 2010 mit der National Medal for Museum and Library Services ausgezeichnet – der höchsten Auszeichnung für Museen in den Vereinigten Staaten. Es ist heute das bedeutendste Museum zur Geschichte der japanischstämmigen Bevölkerung in den Vereinigten Staaten. Es ist ein Forschungszentrum, ein kulturelles Forum und ein Erinnerungsort, der an die Erfahrungen und Beiträge japanischer Immigranten seit dem 19. Jahrhundert erinnert.[1]
Geschichte
Die Initiative zur Gründung des Museums ging von japanisch-amerikanischen Veteranen des Zweiten Weltkriegs sowie von Geschäftsleuten aus dem Stadtteil Little Tokyo in Los Angeles aus. Die Veteranen Young Oak Kim und Buddy Mamiya organisierten 1982 die Ausstellung Japanese American Soldier im Natural History Museum of Los Angeles County. Gemeinsam mit einer Gruppe um den Geschäftsmann Bruce Kaji entwickelten sie 1985 das Konzept eines permanenten Museums. Das Museum wurde im Mai 1992 eröffnet. Die Eröffnungsausstellung Issei Pioneers: Hawai‘i and the Mainland, 1885–1924 dokumentierte die Einwanderungsgeschichte japanischer Pioniere. Im Jahr 1992 folgte die Kunstausstellung The View from Within: Japanese American Art from the Internment Camps, 1942–1945, die auch in andere Städte reiste. 1994 besuchten der japanische Kaiser Akihito und Kaiserin Michiko das Museum. Im selben Jahr wurde die Ausstellung America’s Concentration Camps: Remembering the Japanese American Experience eröffnet. Sie befasste sich mit der Internierung japanischstämmiger Amerikaner im Zweiten Weltkrieg.[1]
Im Januar 1999 eröffnete das Museum den Pavillon, ein Gebäude mit einer Fläche von 7900 m², das von Gyo Obata (HOK) entworfen wurde. Neben Ausstellungsräumen beherbergt es das Manabi and Sumi Hirasaki National Resource Center sowie das Frank H. Watase Media Arts Center. In der Hauptausstellung Common Ground: The Heart of Community werden Artefakte, Fotografien und Medien zur Geschichte japanischer Amerikaner präsentiert. Nach einem erfolgreichen öffentlichem Protest gegen eine geplante Auktion der Allen Hendershott Eaton Collection mit Gegenständen und Dokumenten aus amerikanischen Internierungslagern übernahm das Japanese American National Museum die Hendershott Eaton Sammlung 2015.[2] Diese wurden 2018 in der Ausstellung Contested Histories gezeigt.[3] Im selben Jahr erhielt das Museum den künstlerischen Nachlass von Henry Sugimoto mit 240 Ölgemälden, 200 Aquarellen, Holzschnitten und Tagebüchern. 2016 spendete George Takei dem Museum persönliche Dokumente und Erinnerungsstücke.[1]
Sammlung
Das Japanese American National Museum verfügt über einen Bestand von mehr als 150.000 Objekten, die die gesamte Geschichte der japanisch-amerikanischen Beziehungen dokumentieren – von der frühen Einwanderung bis zur Gegenwart. Der Sammlungsschwerpunkt liegt auf Artefakten, die mit der Einwanderung japanischer Migranten in die Vereinigten Staaten um die Wende zum 20. Jahrhundert, dem frühen Gemeinschaftsleben sowie der Internierung und dem Militärdienst während des Zweiten Weltkriegs in Verbindung stehen. Zu den bedeutendsten Beständen zählen Kleidungsstücke, die japanische Einwander aus in Japan mitgebrachten Stoffen oder aus Denim-Material von den Plantagen auf Hawaii fertigten, sowie Tagebücher, Briefe und weitere persönliche Dokumente aus den amerikanischen Internierungslagern. Hinzu kommen umfangreiche Materialien zu den Militäreinheiten des 442nd Regimental Combat Teams und des 522nd Field Artillery Battalions, die überwiegend aus japanischstämmigen Soldaten bestanden.[5]
Neben diesen historischen Relikten sammelt das Museum auch historische Objekte aus allen anderen Bereichen des japanisch-amerikanischen Zusammenlebens. Die Sammlung umfasst materielle Kulturgüter, Alltags- und Kulturgegenstände, Fotografien, Dokumente und Ephemera. Insgesamt bietet sie eine in Umfang und Themenvielfalt einzigartige Dokumentation der japanisch-amerikanischen Geschichte.[5]
Literatur
- Jeffrey Wechsler: Asian traditions, modern expressions : Asian American artists and abstraction, 1945–1970. Jane Voorhees Zimmerli Art Museum, Rutgers, Staatliche Universität von New Jersey, New Brunswick, 23. März bis 31. Juli 1997; Chicago Cultural Center, Chicago, 6. September bis 2. November 1997; Fisher Gallery, University of Southern California und Japanese American National Museum, Los Angeles, 10. Dezember 1997 bis 14. Februar 1998. Ausstellungskatalog, Harry N. Abrams, New York, 1997.
- Making waves – Japanese American photography, 1920–1940. 28. Februar 2016 bis 26. Juni 2016. Japanese American National Museum, Los Angeles, California, 2016.
- Shirley Ann Higuchi: Setsuko's secret – Heart Mountain and the legacy of the Japanese American incarceration. The University of Wisconsin Press, Madison, Wisconsin, 2020.
- Duncan Ryūken Williams, Emily Anderson: Sutra and Bible faith and the Japanese American World War II incarceration. Ito Center Editions, an imprint of Kaya Press, Los Angeles, California, 2022.
Weblinks
Einzelnachweise
- ↑ a b c JANM History | Japanese American National Museum. Abgerufen am 5. November 2025.
- ↑ Laura C. Mallonee: Japanese Americans Protest Sale of Art from World War II Internment Camps [UPDATED]. In: Hyperallergic. 15. April 2015, abgerufen am 6. November 2025 (amerikanisches Englisch).
- ↑ The Barbed Wire Muse of Allen Hendershott Eaton. In: The Barbed Wire Muse of Allen Hendershott Eaton. Abgerufen am 6. November 2025.
- ↑ Ireichō | Japanese American National Museum. Abgerufen am 5. November 2025.
- ↑ a b Featured Collections | Japanese American National Museum. Abgerufen am 5. November 2025.
Koordinaten: 34° 2′ 58,6″ N, 118° 14′ 20,4″ W