Heinrich von Kauffmann
Heinrich August Theodor Kauffmann, ab 1903 von Kauffmann, (* 13. April 1819 in Rendsburg; † 17. Juni 1905 in Grimmerhus bei Middelfart, Dänemark) war ein dänischer Offizier.
Biographie
Familie
Kauffmann war der Sohn des Oberleutnants und späteren Oberstleutnants Nicolaus Gustav Hermann von Kauffmann (1792–1850) und Marie Sophie Frederikke Falkenberg (1797–1877). Der spätere dänische Kriegsminister Wilhelm von Kauffmann (1821–1892) war sein Bruder. Sein Zuhause war deutschsprachig, aber Kauffmann lernte von Kindheit an auch Dänisch.
In der Schleswig Holsteinischen Erhebung
Kauffmann folgte seinem Vater in die Militärlaufbahn, wurde 1840 zum Leutnant der Artillerie befördert und 1842 zum Oberleutnant. Er durchlief von 1842 bis 1844 die Generalstabsausbildung und wurde 1848 in diesem als Hauptmann eingesetzt. Nach Ausbruch der Schleswig-Holsteinischen Erhebung im selben Jahr wurde er Stabschef des Kommandos auf Alsen und nahm an den Schlachten bei Nübel und Düppel teil. 1849 war er stellvertretender Chef des Flankenkorps und kämpfte in den Schlachten bei Adsbøl, Ullerup und erneut bei Düppel; in letzterer eroberte er zusammen mit Leutnant Sigismund von Rosen zwei Kanonen von den Sachsen. Dies war der Beginn einer Freundschaft, die bis zu Rosens frühem Tod andauerte. Anschließend wurde er Sous-Chef des Oberkommandos der Armee und nahm an den Schlachten bei Kolding, Gudsø und Fredericia teil, woraufhin er zum Major befördert wurde. 1850 war er weiterhin als Sous-Chef in Idsted und Friedrichstadt im Einsatz.
Im Deutsch-Dänischen Krieg
Nach dem Krieg wurde Kaufmann Stabschef im Oberkommando, der nunmehr weiterhin dänischen Herzogtümer Schleswig und Holstein. 1854 wurde er zum Oberstleutnant befördert und Leiter der taktischen Abteilung des Generalstabs. Im folgenden Jahr wurde er zum Landrat der Kreise Kiel, Bordesholm und Cronshagen, Kurator der Universität und Kämmerer ernannt. 1857 wurde er in den Reichsrat gewählt. 1860 gab er diese Ämter auf und wurde Militärbevollmächtigter in Frankfurt am Main sowie Oberst im Generalstab. Als sich die politische Situation um Schleswig-Holstein erneut verschärfte, kehrte er in den aktiven Militärdienst zurück und übernahm im Dezember 1863 die Position des Stabschefs von General de Meza. Nach dem Rückzug vom Danewerk war er Kommandeur der 2. Infanteriebrigade, mit der er an der Verteidigung von Düppel und der Schlacht von Alsen teilnahm.
Spätere Tätigkeiten
Anschließend übernahm er das Kommando über die 1. Division und wurde als Unterhändler mit dem feindlichen Hauptquartier sowie später als Bevollmächtigter bei den Friedensverhandlungen in Wien eingesetzt. Danach wurde er kommissarischer Chef des Generalstabs und 1865 Generalmajor und Generaladjutant der Nationalregierung sowie Chef des königlichen Adjutantenstabs. Als Gegner des Heeresgesetzes von 1867 wurde Kauffmann im selben Jahr entlassen, erhielt jedoch noch das Großkreuz des Dannebrog-Ordens und wurde in den Rang eines Generalmajors à la suite versetzt. 1886 erhielt er noch die Beförderung zum Generalleutnant.
Kauffmann verfasste sehr detaillierte Memoiren, die teilweise von Daniel Bruun in seinem Werk „Halvthundredaars Mindeblade“ verwendet wurden. Ausführliche Auszüge befinden sich heute in der 3. Abteilung des Dänischen Nationalarchivs, dem sog. Verteidigungsarchiv, dänisch: Forsvarets arkiv.
Er ist in Middelfart begraben.
Auszeichnungen und Ehrentitel
Kauffmann wurde 1848 zum Ritter des Dannebrogordens geschlagen, 1850 zum Dannebrogmann ernannt, 1860 zum Kommandeur und am 7. September 1867 zum Großkreuzträger. 1855 wurde er Kammerherr.
Am 26. Mai 1903 wurden er und seine Nachkommen in den dänischen Adelsstand erhoben.
Am 8. April 1888 wurde er zum Zeremonienmeister des sog. Ordenskapitels, einer Ende des 17. Jahrhunderts gegründeten königlichen Institution, die die dänischen Orden verwaltete, ernannt. Später übernahm er den Vorsitz des Aufsichtsrats der Lebensversicherung Hafnia und den Vorsitz des Kontrollausschusses der Versicherungsgesellschaft Skjold. Von 1886 bis zu seinem Ausscheiden aus dem öffentlichen Dienst im Jahr 1896 war er Vorsitzender des Verteidigungsvereins der Diözese Seeland mit Sitz in Roskilde.
Familie
Kauffmann war verheiratet mit Jensine Louise Mathilde Fønss (1829–1904), das Paar hatte zwei Söhne:
- Aage Basse Gustav von Kauffmann (1852–1922), Architekt
- Axel Otto Tage Niels Basse (von) Kauffmann (1858–1937), Offizier und Kammerherr
Literatur
- P. N. Nieuwenhuis: Kauffmann, Heinrich August Theodor. In: Carl Frederik Bricka (Hrsg.): Dansk biografisk Lexikon. Tillige omfattende Norge for Tidsrummet 1537–1814. 1. Auflage. Band 9: Jyde–Køtschau. Gyldendalske Boghandels Forlag, Kopenhagen 1895, S. 105–107 (dänisch, runeberg.org).
- Danmarks Adels Aarbog. 1947.
Weblinks
- Heinrich August Theodor Kauffmann. In: gravsted.dk. Abgerufen am 1. November 2025 (dänisch).