Heilig Geist (Röderhof)
Heilig Geist ist die römisch-katholische Kirche der Heimstatt Röderhof in der Gemeinde Diekholzen. Sie gehört heute zur Pfarrgemeinde Mariä Himmelfahrt mit Sitz in Söhre im Dekanat Alfeld-Detfurth des Bistums Hildesheim.
Geschichte
Auf Initiative des Hildesheimer Bischofs Heinrich Maria und der Kollektentätigkeit im Bistum Hildesheim konnte von 1969 bis 1971 auf dem Gelände des Gutes Röderhof für Behinderte die Heimstatt Röderhof errichtet werden. 1969 begann auch der Bau der Heilig-Geist-Kirche. Mit ihr erhielt die Einrichtung ein eigenes Gotteshaus, die Konsekration der nach dem Heiligen Geist benannten Kirche nahm Bischof Heinrich Maria Janssen am 30. Juni 1971 vor.[1]
An Sonn- und Feiertagen finden sich häufig Gäste aus der näheren Umgebung und aus dem weiten Gebiet des Bistums Hildesheim ein, um gemeinsam mit den Behinderten die Eucharistie feiern.
Am 1. November 2006 wurde die neue Pfarrgemeinde Mariä Himmelfahrt – Diekholzen, mit Sitz in Söhre, gegründet, zu der auch die Kirche Heilig Geist der Heimstatt Röderhof gehört.[2] Zuvor gehörte die Heilig-Geist-Kirche zur Pfarrgemeinde St. Nikolaus in Egenstedt.
Heimstatt Röderhof
Die Heimstatt Röderhof ist eine Einrichtung für Menschen mit geistiger Behinderung der Stiftung katholische Behindertenhilfe im Bistum Hildesheim. Sie entstand ab 1969 neben dem bischöflichen Gut Röderhof und wurde am 15. Januar 1971 als Heim für geistig behinderte Kinder eröffnet. Vor Ort umfasst die Einrichtung heute Wohnbereiche für 200 Behinderte, die St.-Franziskus-Schule (Förderschule mit dem Schwerpunkt „geistige Entwicklung“), eine Tagesförderstätte für Erwachsene und eine Reithalle für Reittherapien sowie die Kirche Heilig Geist.
Lage, Architektur und Ausstattung
Die Heilig-Geist-Kirche steht auf dem Grundstück Röderhof 17, an der Südwestecke der Heimstatt Röderhof.
Moderner Kirchenbau, mit gut gegliedertem Innenraum auf achteckiger Grundfläche. Vier Bankblöcke umfassen den Altar und regen zu einer intensiven Beteiligung am gottesdienstlichen Geschehen an. Der Tabernakel steht auf einer Stele aus Kalkstein vor der Rückwand des Altarraumes, die mit einem großflächigen Mosaik versehen ist. Das Wandmosaik stellt das Abendmahl Jesu dar, im Hintergrund ist ein rotes Kreuz erkennbar. Im Zentrum des Abendmahlstisches ist das Lamm Gottes dargestellt, von dem die Sieben Sakramente ausgehen. Neben dem Tabernakel als Symbol für die Eucharistie sind sechs weitere Symbole dargestellt. Die Darstellung oberhalb des Abendmahlgeschehens symbolisiert die Hand Gottes. Dieses Wandmosaik sowie die Buntglasfenster der Kirche sind Werke von Benediktinerinnen der Abtei Varensell bei Gütersloh. Die Fenster zeigen Hände, die Begegnung suchen, sowie ein Haus als Symbol der Geborgenheit. Die Muttergottes-Statue, eine spätromanische Arbeit aus Bayern, schenkte Bischof Heinrich Maria Janssen der Kirche anlässlich der Kirchweihe. Der Kirchenmusik dient eine Ahlborn-Orgel.
Im freistehenden Glockenstuhl, der vom Förderverein Röderhof finanziert wurde, hängen zwei Glocken. Sie tragen die Namen Max und Moritz, nach dem heiligen Maximilian Kolbe sowie einem Herrn Moritz, dem die Kirche diese Glocke verdankt. Herr Moritz war Heimatvertriebener und entdeckte diese Glocke, die aus Schlesien stammte und im Zweiten Weltkrieg eingeschmolzen werden sollte, in Hannover.
Literatur
- Die Heilig-Geist-Kirche der Heimstatt Röderhof. Undatiertes Faltblatt.
- Willi Stoffers: Bistum Hildesheim heute. Bonifatiuswerk, Hildesheim 1987, ISBN 3-87065-418-X, S. 22–23.
Weblinks
Einzelnachweise
- ↑ Bischöfliches Generalvikariat Hildesheim (Hrsg.): Handbuch des Bistums Hildesheim, Teil 1 – Region Hildesheim. Eigenverlag, Hildesheim 1992, S. 155.
- ↑ Bischöfliches Generalvikariat Hildesheim (Hrsg.): Kirchlicher Anzeiger. Nr. 10/2006, S. 15–17.
Koordinaten: 52° 5′ 25,9″ N, 9° 58′ 48,7″ O