Gyula Halasy

Kurt Schöbel

Gyula von Halasy als k.u.k. Oberleutnant, 1916

Nation Ungarn 1918 Ungarn
Geburtstag 19. Juli 1891
Geburtsort KisvárdaÖsterreich-Ungarn
Beruf Bankjurist
Sterbedatum 20. Dezember 1970
Sterbeort BudapestUngarn
Karriere
Disziplin Sportschießen
Klassen Trap
Verein MGOE
Medaillenspiegel
Olympische Spiele 1 × 0 × 0 ×
Weltmeisterschaften 1 × 1 × 0 ×
Europameisterschaften 2 × 0 × 0 ×
Medaillen
 Olympische Spiele
Gold 1924 Paris Trap
 Weltmeisterschaften
Silber 1936 Berlin Trap
Gold 1936 Berlin Trap Mannschaft
 Europameisterschaften
Gold 1936 Berlin Trap
Gold 1936 Berlin Trap Mannschaft

Gyula Halasy (bis 1918: Gyula von Halasy; * 19. Juli 1891 in Kisvárda; † 20. Dezember 1970 in Budapest) war ein ungarischer Bankjurist und Sportschütze.

Leben

Gyula Halasy studierte Rechtswissenschaft und Wirtschaftswissenschaft an den Universitäten Budapest und Wien sowie kurzzeitig Landwirtschaft an der Landwirtschaftlichen Hochschule Berlin, wo er im Wintersemester 1911/12 Mitglied des RSC-Corps Saxonia wurde.[1] Das Studium schloss er in Klausenburg mit der Promotion zum Dr. iur. ab. Anschließend diente er als Einjährig-Freiwilliger bei den k.u.k. Husaren und wurde Leutnant der Reserve. Im Ersten Weltkrieg wurde er durch die Explosion einer Mine schwer verletzt und verlor für 8 Monate seine Stimme. 1916 zum Oberleutnant der Reserve befördert, erhielt er sechs hohe militärische Auszeichnungen. Nach dem Ersten Weltkrieg wurde er stellvertretender Direktor der Sparkasse in Kleinwardein.

Sportschütze

Gyula Halasy war ein vielseitiger Sportler. Er betätigte sich im Boxen, Fechten, Reiten und Schlittschuhlaufen sowie der Leichtathletik. Zu höchstem sportlichen Ruhm kam er jedoch im Tontaubenschießen. Bereits als Fünfjähriger erhielt er seine erste Ausbildung an Schusswaffen und entwickelte sich in der Folge zu einem der besten Sportschützen Ungarns. Da Ungarn 1920 noch von der Teilnahme ausgeschlossen war, konnte Halasy erstmals 1924 an den Olympischen Spielen in Paris teilnehmen. Während er im Mannschaftswettbewerb des Tontaubenschießens mit der ungarischen Mannschaft lediglich den 10. Platz erreichte, gewann er im Einzelwettbewerb die Goldmedaille. Nach insgesamt 100 Schüssen lag er mit 98 Treffern, die olympischen Rekord bedeuteten, gleichauf mit dem finnischen Schützen Konrad Huber. Im notwendig gewordenen Stechen setzte er sich ohne Fehlschuss mit 10:9 durch.

Bei den Weltmeisterschaften im Taubenschießen 1932 gewann er Gold im Mannschaftswettbewerb und Bronze im Einzel. Bei den Weltmeisterschaften im Tontaubenschießen 1936 in Berlin gewann er Gold im Mannschaftswettbewerb und Silber im Einzel. 1937 belegte er bei den Weltmeisterschaften in Tontaubenschießen den 4. Platz.

Bei den Europameisterschaften im Tontaubenschießen 1936 in Berlin gewann er den Titel sowohl im Mannschafts- als auch im Einzelwettbewerb. Bei den Europameisterschaften im Tontaubenschießen 1937 in Helsinki belegte er mit der Mannschaft den vierten Platz.

Bis ins Alter von 70 Jahren betätigte er sich als aktiver Sportschütze. In den 1950er Jahren betreute er die ungarische Sportschützen-Nationalmannschaft als Trainer.

Auszeichnungen

Commons: Gyula Halasy – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
  • Gyula Halasy auf www.mob.hu (Website des Ungarischen Olympischen Komitees)
  • Gyula Halasy in der Datenbank von Olympedia.org (englisch)
  • Gyula Halasy im ungarischen biographischen Lexikon

Einzelnachweise

  1. Carl Weigandt: Geschichte des Corps Saxonia-Berlin zu Aachen 1867–1967. Aachen 1968, S. 196