Guido Menasci
Guido Menasci (* 24. März 1867 in Livorno; † 27. Dezember 1925 ebenda) war ein italienischer Opernlibrettist.
Zusammen mit dem Librettisten Giovanni Targioni-Tozzetti verfasste er mehrere Opernlibrettos. Internationale Bekanntheit erlangte er als Mit-Autor des Librettos für die Oper Cavalleria rusticana des Komponisten Pietro Mascagni.
Leben
Guido Menasci wurde am 24. März 1867 in Livorno als Sohn des jüdischen Kaufmanns Salomone Menasci, der auch Schulrat in Livorno war, geboren.[1] Sein Vater erlangte literarische Bekanntheit durch die Veröffentlichung von Gedichten und Literaturübersetzungen, so dass Guido Menasci schon früh mit literarischen Werken in Berührung kam. Menasci absolvierte sein Abitur 1884 am Gymnasium Niccolini in Livorno. Anschließend absolvierte Menasci ein Jura-Studium an der Universität Pisa, das er 1888 abschloss. 1890 wurde er zum Staatsanwalt am Berufungsgericht in Lucca ernannt. Seine literarischen Neigungen und Fähigkeiten brachte Menasci in dieser Zeit durch seine Mitarbeit an verschiedenen Literaturzeitschriften, darunter „Cronaca minimamdi Livorno“ und die Bologneser Zeitschrift Lettere e arti, zum Ausdruck. In der Folge veröffentlichte Menasci auch in der Zeitschrift Tribuna, der Illustrazione italiana sowie in mehreren ausländischen Zeitschriften wie Le Siècle, Neue Freie Presse, dem Neuen Wiener Tageblatt und dem English Illustrated Magazine.[2] 1889 wurde Menasci Sekretär des Circolo filologico (Philologischer Zirkel), einem Zentrum zur Förderung des kulturellen Lebens in Livorno.[3] Diese Position hatte er bis 1893 und anschließend von 1898 bis 1899 inne. In dieser Zeit lernten sich Menasci und Giovanni Targioni-Tozetti erstmals kennen und begründeten ihre langjährige Zusammenarbeit, die mit der Arbeit am Libretto zu Cavalleria Rusticana ihren Anfang nahm. In den folgenden Jahren schrieb Menasci allein oder in Koproduktion mit anderen Librettisten mehrere Librettos mit unterschiedlichem Erfolg. Menasci verbrachte einige Zeit in Deutschland, wo er eine Goethe-Biografie veröffentlichte. Weitere Veröffentlichungen sind unter anderem Werke zur französischen Literatur- und Kulturgeschichte, Gedicht- und Prosasammlungen und Kinderbücher.
Menasci starb am 27. Dezember 1925 in Livorno.
Menascis literarische Werke
(Quelle: [4])
Gedicht- und Prosasammlungen
- Note liriche (Mailand 1891)
- Les paroles amoureuses (Mailand 1891)
- Il libro dei ricordi (Livorno 1894)
- L’autunno (Livorno 1901)
- Au pays de jadis (Livorno 1907)
- Fantasia di Natale (Rom 1895)
- Mare nostrum (Livorno 1901)
- Poesia Marinaresca (Palermo 1910)
Kinderbücher
- Tra i pirati del Rif (Palermo 1902)
- Annata di gloria (Palermo 1902)
Biografien
- Goethe (Florenz 1899)[5]
Werke zur französischen Literatur- und Kulturgeschichte
- Manuale storico della letteratura francese (Livorno 1898)
- Nuovi saggi di letteratura francese (Livorno 1908).
Menascis Librettos
(Quelle: [4])
In Zusammenarbeit mit Giovanni Targioni-Tozetti
- I Rantzau (Pietro Mascagni)
- Zanetto (Pietro Mascagni)
- Vistilia (unveröffentlicht, Pietro Mascagni)
- Nerone (Pietro Mascagni)
- Italienische Fassung von Werther (Jules Massenet)
- Regina Diaz (Umberto Giordano)
Allein
- Rednezione (August Scharrer)
- Gloria (Ignaz Brüll)
Einzelnachweise
- ↑ MENASCI, Guido - Enciclopedia. Abgerufen am 3. Dezember 2025 (italienisch).
- ↑ Menasci, Guido - Salerno. Archiviert vom am 20. März 2025; abgerufen am 3. Dezember 2025.
- ↑ Rivista d’Italia. Società editrice dante alighieri, 1900 (google.de [abgerufen am 4. Dezember 2025]).
- ↑ a b Menasci, Guido | The Online Books Page. Abgerufen am 3. Dezember 2025.
- ↑ Verzeichniss der aus der neu erschienenen Litteratur von der Königlichen Bibliothek zu Berlin und den Preussischen Universitäts-Bibliotheken erworbenen Druckschriften. Behrend, 1899 (google.de [abgerufen am 3. Dezember 2025]).