Giovanni Targioni-Tozzetti (Librettist)

Giovanni Targioni-Tozzetti (* 17. März 1863 in Livorno; † 30. Mai 1934 ebenda) war ein italienischer Librettist, Journalist und Schriftsteller. Internationale Bekanntheit erlangte er als alleiniger oder Mit-Verfasser mehrerer Librettos für Opern des italienischen Komponisten Pietro Mascagni.

Leben

Giovanni Targioni-Tozzetti wurde am 17. März 1863 in Livorno als Sohn des Dichters Ottaviano Targioni-Tozetti und dessen Ehefrau Annina Bresciani geboren. Er besuchte zunächst das Gymnasium Niccolini in Livorno, wo sein Vater Lehrer war. In Folge absolvierte Targioni-Tozetti erfolgreich ein Studium der Literatur in Pisa. 1887 wurde er zum Leiter des Lehrstuhls für Neuere Geschichte und Italienische Literatur an der Marineakademie von Livorno berufen. Bis zu seiner Pensionierung 1931 unterrichtete er außerdem italienische Literatur am Istituto tecnico industriale (Galileo Galilei) in Livorno. Am 14. September 1889 heiratete er Rosa Comparini-Rossi. Aus der Ehe gingen der Maler Ottaviano und Elena hervor. Von 1911 bis 1914 war er außerdem Bürgermeister von Livorno. Bekannt ist seine Verehrung für den Faschismus Italiens. Er starb am 30. Mai 1934 in Livorno.[1]

Tätigkeit als Dichter

Sein Debüt als Dichter gab er 1881 als Gymnasialschüler im Rahmen eines von ihm gewonnenen Wettbewerbs mit einer Übersetzung von Horaz’ Ode A Galatea. 1887 veröffentlichte er den Gedichtband Fantasie liriche („In inniger Zuneigung“). Es folgten mehrere Gedichte, die in Sammelbänden, Zeitschriften und Zeitungen veröffentlicht wurden. Die meisten wurden später in einem zweibändigen Werk namens Liriche zusammengefasst und veröffentlicht.[2] Targioni-Tozzetti war ein Liebhaber des Theaters mit besonderer Vorliebe für Prosa. Einige seiner Übersetzungen veröffentlichte er in „Scene in versi“ (Livorno 1913).[3]

Tätigkeit als Journalist und Herausgeber

Targioni-Tozzetti war auch als Journalist tätig. Er arbeitete für die römische Zeitung Fanfulla und die Turiner Gazzetta piemontese. Zudem war er Herausgeber der Zeitungen Gazzetta livornese, Telegrafo und Cronaca minima in Livorno.[3.1]

Tätigkeit als Librettist

Weltweite Bekanntheit erlangte Targioni-Tozzetti durch das von ihm und seinem Mit-Autor Guido Menasci verfasste Libretto der Oper Cavalleria rusticana von Pietro Mascagni. Targioni-Tozzetti hatte Giovanni Vergas Werk in einer Theateraufführung gesehen und Mascagni vorgeschlagen. Zuvor hatte Mascagni ihn gebeten, ein Libretto für die von ihm geplante Teilnahme am Opern-Wettbewerb des Musikverlages Sonzogno zu schreiben.

Da der Dichter Mühe hatte, den von Mascagni geforderten Zeitplan einzuhalten, bat Targioni-Tozzetti seinen Freund Guido Menasci um Hilfe. Die Oper gewann den Wettbewerb, wurde 1889 uraufgeführt und ein weltweiter Erfolg. Targioni-Tozetti und Menasci mussten sich das gesondert ausgelobte Preisgeld in Höhe von 1000 Lire für das beste Libretto allerdings mit Paolo d’Elsa, der ein Libretto namens Russalka eingereicht hatte, teilen.[4] Eine gerichtliche Auseinandersetzung zwischen Giovanni Verga, dem Urheber des Opernstoffes, und Mascagni sowie dem Verleger Sonzogno sprach in finaler Entscheidung allerdings Verga eine Quote von 25 % aller Verwertungs-Einnahmen zu.[5]

Es folgten für Pietro Mascagnis Opern I Rantzau,Silvano, Zanetto, der unveröffentlichten Oper Vistilia, sowie Pinotta weitere Librettos, die er entweder allein oder in Zusammenarbeit mit Menasci schrieb.

Weitere Librettos entstanden für die Oper „Regina Diaz“ von Umberto Giordano, die italienische Version der Oper „Werther“ von Jules Massenet, die Oper „La sposa di Nino“ von Adriano Biagi, sowie die Oper „Amor vero“ von Orlando Rossi.[3.2]

Einzelnachweise

  1. TARGIONI-TOZZETTI, Giovanni - Enciclopedia. Abgerufen am 2. Dezember 2025 (italienisch).
  2. 1931, Verlag San Casciano in Val di Pesa, anlässlich des 50-jährigen literarischen Jubiläums publiziert
  3. Emanuele d'Angelo: Dizionario Biografico Degli Italiani. Hrsg.: Istituto Della Enciclopedia Italiana Fondata da Giovanni Treccanni. 1. Auflage. Istituto Della Enciclopedia Italiana Fondata da Giovanni Treccanni, Rom 2019, ISBN 978-88-12-00032-6, S. 39–41.
    1. Seite 40
    2. Seite 41
  4. Gazzetta musicale di Milano. 1891 (google.de [abgerufen am 3. Dezember 2025]).
  5. Kostis Protopapas: Verga vs Mascagni. In: Opera Santa Barbara. 8. Oktober 2025, abgerufen am 2. Dezember 2025 (amerikanisches Englisch).