Giovanni Battista Busca

Giovanni Battista Busca (auch Buschi, † nach 28. September 1600, wahrscheinlich in Mailand) war ein nachweislich seit 1578 für die Ausstattung des Doms zu Mailand tätiger Metallarbeiter. Er goss Glocken sowie Bronzen nach Modellen von Francesco Brambilla und Gian Andrea Biffi.

Leben und Werk

Busca gehörte einer Mailänder Metallarbeiterfamilie an, deren Mitglieder von Ende des 14. bis zum 17. Jahrhundert als Glocken- und Bronzegießer nachgewiesen sind. Der Sohn von Giovanni Antonio († nach 1562) und Enkel von Gerolamo († 1546) trat in die Fußstapfen seiner Vorfahren. Zahlungseinträge in den Annalen der Fabbrica belegen seine Tätigkeit für die Mailänder Dombauhütte in den Jahren 1578–1600. Dabei arbeitete er mit Architekten und Bildhauern wie Pellegrino Tibaldi, Gian Andrea Biffi und Francesco Brambilla zusammen.[1][2]

Im August 1578 erhielt er den Auftrag, für einen Altar im Dom mehrere Kapitelle und Basen in Bronzeguss anzufertigen. Im Dezember 1580 wurde ihm der Guss der Metallrahmen des Tempiettos für den Hauptaltar anvertraut. Seine anspruchsvollste Arbeit war jedoch ab 1590 der Guss einiger von Brambilla modellierten Stützen der beiden Kanzeln des Doms, ein Auftrag von Kardinal Federico Borromeo. Die halbfigurigen Kirchenlehrer unter der südlichen Kanzel sind mit „Franciscus Brambilla Formavit – Io. Baptista Busca Fudit – MDIC“ signiert; die nördliche Kanzel mit den Evangelistensymbolen trägt die Signatur „Io. Baptista Busca F.“[3][2][4]

Nach dem Tod Brambillas 1599 goss Busca nach Formen von Biffi, der die Nachfolge als Modellbildner und Bildhauer der Kathedrale angetreten hatte. 1600 erhielt er Zahlungen für die Bronzegüsse von vier Girlanden für die Altäre des Heiligen Josef und des Heiligen Johannes, einer Christusfigur und zweier Engel für das Ziborium des Hochaltars.[2][5]

Für die Kirche Santa Maria presso San Celso entstand ein im Sockel der Himmelfahrtsmadonna von Annibale Fontana angebrachtes goldenes Flachrelief mit einer Darstellung der Pietà. 1591–1592 führte er den Auftrag aus, alle Glocken der Certosa di Pavia neu zu gießen. Busca ist wahrscheinlich identisch mit dem gleichnamigen Geschützgießer (armaiolo).[3][2][1]

Literatur

Einzelnachweise

  1. a b Susanna Partsch: Busca, Giovanni Battista. In: Allgemeines Künstlerlexikon. Die Bildenden Künstler aller Zeiten und Völker (AKL). Band 15, Saur, München u. a. 1996, ISBN 3-598-22755-8, S. 301.
  2. a b c d Orietta Casaroli: Busca (Buschi). In: Alberto M. Ghisalberti (Hrsg.): Dizionario Biografico degli Italiani (DBI). Band 15: Buffoli–Caccianemici. Istituto della Enciclopedia Italiana, Rom 1972, kurz=ja.
  3. a b R. C.: Busca. In: Ulrich Thieme (Hrsg.): Allgemeines Lexikon der Bildenden Künstler von der Antike bis zur Gegenwart. Begründet von Ulrich Thieme und Felix Becker. Band 5: Brewer–Carlingen. E. A. Seemann, Leipzig 1911, S. 278–279 (Textarchiv – Internet Archive).
  4. Annali della Fabbrica del Duomo di Milano. Band 4, 1881, S. 164, 177, 191, 316, 327.
  5. Annali della Fabbrica del Duomo di Milano. Band 4, 1881, S. 333, 335, 339 f.