Gefecht von Lottorf

Gefecht von Lottorf
Teil von: Schleswig-Holsteinische Erhebung
Datum 24. November 1850
Ort Lottorf, Herzogtum Schleswig
Ausgang Sieg Dänemarks
Konfliktparteien

Schleswig-Holstein

Danemark Dänemark

Befehlshaber

Karl Wilhelm von Willisen

Christian Bauditz

Truppenstärke

2 Kompanien

>52 Mann

Verluste

1 Gefallener, 1 Verwundeter

keine

Das Gefecht bei Lottorf wurde am 24. November 1850 in Lottorf im Herzogtum Schleswig zwischen Truppen Dänemarks und der schleswig-holsteinischen Armee ausgetragen. Die dänischen Truppen unter Christian Bauditz siegten.

Das Gefecht fand in der Spätphase der Schleswig-Holsteinischen Erhebung statt, der politischen und militärischen Auseinandersetzung der deutschen Nationalbewegung in den Herzogtümern Schleswig und Holstein mit dem Königreich Dänemark.[1][2]

Hintergrund

Nach der Schlacht bei Idstedt hatten sich die schleswig-holsteinischen Rebellen nach Rendsburg im Herzogtum Holstein, das Teil des Deutschen Bundes war, zurückgezogen. Der Befehlshaber der schleswig-holsteinischen Armee, General Karl Wilhelm von Willisen, versuchte, Dänemark zur Entsendung seiner Truppen nach Holstein zu bewegen. Er hoffte, dass diese Invasion in deutsches Bundesgebiet zu einem erneuten Kriegseintritt der deutschen Staaten gegen Dänemark führen und ihm Gelegenheit geben würde, die dänische Armee zu schlagen. Auch die Statthalter-Regierung drängte Willisen zu diesem Vorgehen. Nach den schweren Niederlagen von Missunde und Friedrichstadt wurde Willisen allerdings klar, dass Angriffen auf die dänische Armee in ihren Verschanzungen am Danewerk kein Erfolg beschieden war. Er verlegte sich daher auf kleinere Aktionen im Vorfeld des Danewerks, um die Dänen doch noch zu einem Angriff auf Holstein zu provozieren. Der Angriff auf den dänischen Außenposten in Lottorf, der im November 1850 geplant wurde, war eine dieser Aktionen.

Vorbereitung

Der Angriff sollte von zwei Kompanien des schleswig-holsteinischen 11. Infanteriebataillons durchgeführt werden. Eine sollte südlich des Dorfes in Reserve bleiben, die andere in zwei Teile aufgeteilt werden. Ein Teil sollte das Dorf frontal angreifen, der andere den Angriff von Westen her führen. Am Abend des 23. November hatten die beiden Kompanien ihre Stellungen bezogen. Die dänische Garnison stammte aus dem 3. Reserve-Jägerkorps und war weniger stark besetzt als die Schleswig-Holsteiner.

Das Gefecht

Die Schleswig-Holsteiner begannen ihren Vormarsch um 15:30 Uhr. Die einsetzende Dämmerung hinderte die dänischen Wachen nicht daran, die feindliche Bewegung schnell zu erkennen, was die Organisation einer Verteidigung ermöglichte. Da die dänischen Truppen nicht über genügend Mannstärke verfügten, um das gesamte Dorf zu verteidigen, zogen sie sich zurück, um einen Bauernhof am nördlichen Rand zu verteidigen. Das Bauernhaus wurde daraufhin von dänischen Truppen besetzt, bevor es von den Schleswig-Holsteinern angegriffen und mit Schüssen in Brand gesetzt wurde. Die Dänen kämpften daraufhin hinter Zäunen und anderen Deckungen im Norden und wurden durch zwei weitere Soldaten verstärkt. Ein weiteres dänisch besetztes Dorf, Over Selk, wurde über den Angriff informiert und entsandte 50 Soldaten zur Unterstützung der Garnison. Als sie eintrafen, starteten sie einen Gegenangriff, und die Dänen konnten sich in das nun brennende Dorf vorkämpfen. Die Schleswig-Holsteiner zogen sich um 16:30 Uhr aus Lottorf zurück.

Nachwirkungen

Aufgrund der kurzen Dauer der Schlacht, der einsetzenden Dunkelheit und der Rauchentwicklung durch den brennenden Bauernhof war die Sicht eingeschränkt und hätte zu einer unübersichtlichen Situation führen können. Die Dänen versuchten daher nicht, die Schleswig-Holsteiner zu verfolgen. Die Verluste auf beiden Seiten waren sehr gering. Es wurden keine dänischen Todesopfer gemeldet, und die Truppen Schleswig-Holsteins verzeichneten lediglich einen Toten und einen Verwundeten.

Willisen legte am 7. Dezember den Oberbefehl über die schleswig-holsteinischen Truppen nieder – auch, weil die Gegensätze zur regierenden Statthalterschaft unüberbrückbar geworden waren. Die Armee wurden in der Folge durch Willisens Nachfolger Ulrich von der Horst im Folgejahr aufgelöst.

Im Berliner Frieden hatte Preußen bereits am 2. Juli 1850 die Statthalterregierung vollends aufgegeben.[3] Der Deutsche Bund schloss sich dem Vertrag am 26. Oktober ebenfalls an und forderte die Statthalterschaft seinerseits ebenso zur Einstellung der Kämpfe auf.[4] In der Olmützer Punktation vom 29. November 1850 verzichtete Preußen auf seine gesamtdeutschen Pläne und einigte sich mit Österreich auf eine gemeinsame Haltung auch gegenüber Schleswig-Holstein, was deren Hoffnungen auf gesamtdeutsche Unterstützung nunmehr endgültig zunichtemachte.

Commons: Gefecht bei Lottorf – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
  • Stuart Penhall: The fight at Lottorf 24th November 1850. Auf der Webpage: Dansk Militaerhistorie. Archivierter Link. Abgerufen am 21. September 2025.

Einzelnachweise

  1. Manfred Jessen-Klingenberg: Erhebung. In: Schleswig-Holstein von A bis Z. Gesellschaft für Schleswig-Holsteinische Geschichte, abgerufen am 17. November 2018.
  2. Treårskrigen. Grænseforeningen, abgerufen am 28. Februar 2015 (dänisch).
  3. Ernst Rudolf Huber: Deutsche Verfassungsgeschichte seit 1789. Band II: Der Kampf um Einheit und Freiheit 1830 bis 1850. 3. Auflage, W. Kohlhammer, Stuttgart [u. a.] 1988, S. 904 f.
  4. Gerd Stolz: Die Schleswig-Holsteinische Erhebung. Husum Druck- und Verlagsgesellschaft. 1996, ISBN 3-88042-769-0. S. 170.