Gaspar Correia da Silva Nunes
Gaspar Correia da Silva Nunes ist ein ehemaliger Liurai von Maubara und Politiker im damals von Indonesien besetzten Osttimor.
Werdegang
Gaspar Nunes folgte seinem verstorbenen Vater José Nunes 1952 als Herrscher von Maubara (Kreis Liquiçá), einem Herrschaftsgebiet im Nordwesten der damaligen Kolonie Portugiesisch-Timor.[1][2]
Nach der Nelkenrevolution in Portugal 1974 wurde die Kolonie auf die Unabhängigkeit vorbereitet, doch unter indonesischem Einfluss kam es im August 1975 zum Bürgerkrieg zwischen der konservativen, portugal-nahen UDT und der linksgerichteten FRETILIN. Nunes gehörte zu den führenden UDT-Mitgliedern in Maubara. Im Fort Maubara und der Grundschule des Ortes wurden hunderte vermeintliche FRETILIN-Anhänger von der UDT interniert.[3.1] Die FRETILIN setzte sich Ende August in der kolonialen Hauptstadt Dili militärisch durch und UDT-Führer flohen zunächst in die westlich gelegene Kreishauptstadt Vila de Liquiçá. Am 7. September zogen sie sich mit Gefangenen und mehreren tausend zivilen Anhängern weiter nach Maubara zurück. Am 15. September nahm die FRETILIN ein. Nunes und andere UDT-Führer flohen mit einem Boot von Morae aus in das indonesische Westtimor.[3.2]
Am 28. November 1975 rief die FRETILIN die Unabhängigkeit Osttimors aus. Neun Tage später griff die indonesische Armee in der Operation Seroja Osttimor offen an, nachdem es schon zuvor die Grenzgebiete getarnt als osttimoresische Milizionäre besetzt hatte. Maubara wurde im Juni 1976 eingenommen. Nunes wurde 1976 zum Sprecher des von den Besatzern im August installierten Rat der Volksrepräsentanten der Provinz ernannt.[3.3] Später erhielt er die Ernennung zu einem der Repräsentanten Timor Timurs im Volksvertretungsrat der Republik Indonesien (DPR).[3.4]
Familie
José Cirilo Nunes (Kampfname: Maubrani), das zweitälteste Kind von Gaspar Nunes und dessen Frau Judite de Carvalho Nunes, war zur Zeit der Nelkenrevolution Angehöriger der portugiesischen Koloniarmee. Er schloss sich 1974 der FRETILIN an und fiel 1979 im Kampf gegen die Indonesier.[4]
Einzelnachweise
- ↑ Belo, Dom Carlos Filipe Ximenes (2011) Os antigos reinos de Timor-Leste (Reys de Lorosay e Reys de Lorotoba, Coronéis e Datos), S. 167–170. Baucau: Tipografia Diocesana Baucau.
- ↑ Hägerdal, Hans (2012) Lords von the land, lords von the sea: Conflict and adaptation in early colonial Timor, 1600-1800, S. 422. Leiden: KITLV Press.
- ↑ Douglas Kammen: Three Centuries of Conflict in East Timor. Rutgers University Press, 2019, ISBN 978-0-8135-7412-7 (degruyter.com [abgerufen am 8. November 2025]).
- ↑ Xisto Freitas: Liafuan Ikus Saudozu Maubrani: “Render Não, A Última Bala Será Para Mim” In: Tatoli, 9. August 2019.
| Vorgänger | Amt | Nachfolger |
|---|---|---|
| José Nunes | Liurai von Maubara 1952–1975 | — |