José Cirilo Nunes

José Cirilo Correia da Silva Nunes[1] (* 28. Januar 1950 in Tata Bere-Tata Mali, Aldeia Pametapu, Liquiçá, Portugiesisch-Timor; † 14. März 1979 in Alas, Manufahi, Osttimor), Kampfname Maubrani (tokodede, deutsch mutiger Mann), war ein osttimoresischer Freiheitskämpfer.[2]

Werdegang

Nunes war das zweitälteste Kind von Gaspar Correia da Silva Nunes, dem Liurai von Maubara und dessen Frau Judite de Carvalho Nunes. Von 1962 bis 1965 besuchte José die Grundschule in Dili und absolvierte von 1965 bis 1971 die Sekundarstufe am Liceu Dr. Francisco Machado. Von 1971 bis 1974 absolvierte Nunes seinen Wehrdienst bei der portugiesischen Kolonialarmee in der 10. Jägerkompanie in Ermera und der 12. Jägerkompanie in Baucau.[2]

Während der Nelkenrevolution in Portugal 1974 war José Cirilo Nunes Angehöriger der portugiesischen Kolonialarmee. Obwohl sein Vater führendes Mitglied der UDT war,[3.1] gehörte José Cirilo Nunes bereits ab 1974 zur ASDT, die später zur FRETILIN umbenannt wurde.[4]

Im Bürgerkrieg 1975 standen Vater und Sohn auf verschiedenen Seiten. José Cirilo Nunes wurde am 11. August zunächst von der UDT gefangen genommen und in Baucau inhaftiert. Am 20. August 1975 wurde José Kommandant der Kompanie Baucau der FALINTIL.[2] Die UDT verlor den Krieg und Gaspar Nunes musste nach Indonesien fliehen. Kurz darauf griff Indonesien Osttimor an. José Cirilo Nunes war zunächst für die Verteidigung von Batugade verantwortlich. Der Ort wurde aber bereits am 8. Oktober 1975 von den Indonesiern besetzt.[2][5] Von 1976 bis 1978 war Nunes Kommandeur des Widerstandssektors Centro Leste, nachdem er zuvor das Kommando über die Brigada de Choque im Centro Leste sowie über das 1. Infanteriebataillon innegehabt hatte. Von 1978 bis 1979 war er stellvertretender Kommandeur der nationalen Brigada de Choque.[2][6] Er fiel 1978 im Kampf gegen die Indonesier am Matebian.[3.2] Seine letzten Worte sollen gewesen sein: „Render Não, A Última Bala Será Para Mim!“ (deutsch Ich gebe nicht auf, die letzte Kugel ist für mich.).[2]

2006 wurde Nunes posthum mit dem Ordem de Dom Boaventura ausgezeichnet.[2] Seine sterblichen Überreste wurden erst 2012, zusammen mit denen von Afonso Redentor Araújo und Hamis Bassarewan aufgefunden und am 9. August 2019 in Beisein von Staatspräsident Francisco Guterres in Maubara im Jardim dos Heróis in Liquiçá beerdigt.[4][5] Für den Zeitraum vom 7. bis 10. August wurde für die Gemeinde Liquiçá Trauerbeflaggung auf Halbmast angeordnet.[1]

Sonstiges

Nunes war mit Joana do Rosário de Fátima verheiratet.[2]

Einzelnachweise

  1. a b Xisto Freitas: Administrasaun Liquiçá Hasai Sirkulár Hasa'e Bandeira Meia Haste Ba Saudozu Maubrani. In: TATOLI Agência Noticiosa de Timor-Leste. 9. August 2019, abgerufen am 29. Oktober 2025 (Tetum).
  2. a b c d e f g h Xisto Freitas: Liafuan Ikus Saudozu Maubrani: “Render Não, A Última Bala Será Para Mim” In: Tatoli, 9. August 2019.
  3. Douglas Kammen: Three Centuries of Conflict in East Timor. Rutgers University Press, 2019, ISBN 978-0-8135-7412-7 (degruyter.com [abgerufen am 8. November 2025]).
    1. S. 122.
    2. S. 139.
  4. a b Präsident Osttimors: MENSÁJEN PREZIDENTE RDTL FRANCISCO GUTERRES LÚ OLO IHA LORON HAKSOLOK MEMÓRIA SAUDOZU JOSÉ CIRILIO NUNES “MAUBRANI”, 9. August 2019, abgerufen am 9. August 2019.
  5. a b Präsident Osttimors: FAMÍLIA DO SAUDOSO MAUBRANI INFORMA O PR DA INTENÇÃO INFORMA PLANU HALOT RESTUS MORTAIS , 19. Juli 2019, abgerufen am 9. August 2019.
  6. Jornal da República: Ausgabe vom 20. Dezember 2006, abgerufen am 22. März 2018.