G. Schneider & Sohn

Schneider Weisse G. Schneider & Sohn GmbH

Rechtsform GmbH
Gründung 1872
Sitz München, Deutschland
Leitung Georg Schneider VII., Josef Lechner
Mitarbeiterzahl 100 (2020)[1]
Umsatz 27 Mio. Euro (2020)[1]
Branche Brauereiwesen
Website schneider-weisse.de

Die G. Schneider & Sohn GmbH ist ein bayerischer Bierbrauer und -vertreiber mit Sitz in München und Brauerei in Kelheim, der sich auf die Produktion von Weißbier, welches unter der Marke Schneider Weisse vertrieben wird, spezialisiert hat. Aus der Historie heraus ist das Unternehmen regional auch als Weisses Bräuhaus bekannt.

Sie ist Gründungsmitglied der Initiative Die Freien Brauer, eines Zusammenschlusses von mehr als 40 mittelständischen Privatbrauereien aus Deutschland und Österreich.

Geschichte

Der Gründer Georg Schneider I. war der erste Bürgerliche, der von König Ludwig II. von Bayern das Privileg erhielt, Weißbier brauen zu dürfen. Die ursprüngliche Brauerei befand sich in der Münchner Altstadt im Weissen Bräuhaus im Tal.[2]

1912 erwarb G. Schneider & Sohn in München ein Haus mit Gastwirtschaft in Berg am Laim und eröffnete dort das Weisse Bräuhaus Berg am Laim.

1928 erwarb das Unternehmen auch das Weisse Bräuhaus Kelheim. Es war 1607 von Herzog Maximilian I. als Kurfürstliches Weisses Hofbräuhaus gegründet worden und ist somit die älteste Weißbierbrauerei Bayerns. Nach der Zerstörung der Produktionsanlagen in München durch alliierte Bombenangriffe 1944 wurde die Produktion 1946 nach Kelheim verlagert.[3]

Der Firmensitz ist nach wie vor München. Das Service- und Logistikzentrum befindet sich in Saal an der Donau.

Das Unternehmen wird seit seiner Gründung im Jahr 1872 von einem männlichen Nachkommen der Familie Schneider mit dem Vornamen Georg geführt – mit Ausnahme der Jahre 1905 bis 1924, in der Mathilde Schneider den Betrieb zur führenden Weißbierbrauerei Süddeutschlands aufbaute. Seit dem Jahr 2025 – leitet Georg Schneider VII. die Brauerei.

Abfolge der Firmenleitung[4]
Zeitraum Person
1872 bis 1890 Georg I. Schneider (1817–1890)
Georg II. Schneider (1846–1890)
1890 bis 1905 Georg III. Schneider (1870–1905)
1905 bis 1924 Mathilde Schneider (1877–1972)
1924 bis 1958 Georg IV. Schneider (1900–1991)
1958 bis 2000 Georg V. Schneider (1928–2023)
2000 bis 2025 Georg VI. Schneider (* 1965)
2025 bis heute Georg VII. Schneider (* 1996)

Die Brauerei beschäftigt rund 100 Mitarbeiter und vertreibt ihre Produkte in Deutschland und 27 weiteren Ländern. Der Jahresausstoß beträgt etwa 250.000 Hektoliter (Stand 2006)[5] und geht zu rund 25 % ins Ausland.[3]

Anfang 2026 erwarb die Familienbrauerei Schneider Weisse, Kelheim, die Markenrechte an den Bieren „Bischofshof“ und „Weltenburger“. Die Produktion aller Marken soll mittelfristig komplett am Stammsitz von Schneider Weisse in Kelheim und in der Klosterbrauerei Weltenburg stattfinden. Der Regensburger Brauereistandort Bischofshof soll Ende 2026 geschlossen werden.[6]

Produkte

Das Kernprodukt ist das TAP 7 Mein Original, vormals Weisse Original, das nach dem Ursprungsrezept von 1872 gebraut wird. Mit der Umbenennung des Sortiments 2009 sollten andere Produkte mehr in den Vordergrund rücken, weswegen dem meistverkauften Produkt nun TAP 7 voransteht. Dies soll die Aufmerksamkeit darauf lenken, dass die Brauerei auch die Produkte TAP 1 bis TAP 6 herstellt.

Im Laufe der Zeit hat das Unternehmen das Sortiment erweitert und vertreibt nach der Neubenennung der Biere folgende Produkte:

  • TAP1 Helle Weisse, vormals Weisse Weizenhell; seit Mitte der 1990er Jahre
  • TAP2 Kristall, vormals Weisse Kristall
  • TAP3 Alkoholfrei, vormals Weisse Alkoholfrei
  • TAP4 Festweisse, vormals Georg Schneiders Wiesen Edel-Weisse, bis zur Umbenennung nur in den USA erhältlich
  • TAP5 Hopfenweisse, vormals Brooklyner Hopfen-Weisse
  • TAP6 Aventinus, vormals Aventinus Weizendoppelbock; 1907 von Mathilde Schneider als erster Weizendoppelbock Bayerns auf den Markt gebracht
  • TAP7 Mein Original, vormals Weisse Original; seit 1872
  • TAP9 Aventinus Eisbock, vormals Aventinus Weizen-Eisbock
  • TAP11 Leichte Weisse, vormals Weisse Leicht
  • TAPX – Braukreationen

TAP stellt hierbei im Sortiment eine kreative Nummerierung dar und ist angelehnt an das englisch tap ‚Zapfhahn, zapfen‘.[7]

Seit Ende 2020 braut und vertreibt die Brauerei außerdem das heutige Schneiders Helles, ein untergäriges Helles, was zunächst nur im Export erhältlich war. Seit Frühjahr 2021 ist es auch in Deutschland erhältlich und wird unter der abgesetzten Marke Landbrauerei Georg Schneider und Sohn vertrieben.[8][9]

2022 entstand durch eine Kooperation mit der bayerischen Band LaBrassBanda das LoveBeer, ein sommerliches Weißbier mit Geschmacksnoten von Passionsfrucht und Limette, das seitdem ebenfalls einen Platz im Sortiment der Brauerei eingenommen hat.

Daneben wird aus dem Aventinus Eisbock der Aventinus Edelbrand, ein Weizenbierbrand mit 42 % Alkohol, produziert.

Gasthäuser

Zum Unternehmen gehören drei Gasthäuser, die sogenannten Weissen Bräuhäuser. Sie befinden sich im ehemaligen Stammhaus in München (Tal), im Münchner Stadtteil Berg am Laim sowie auf dem Brauereigelände in Kelheim.[2]

Literatur

  • Georg Lechner: Lechner’s Liste. Traditionelle Brauereien in Deutschland. 1. Auflage. Oelde 2008, S. 129.
Commons: G. Schneider & Sohn – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. a b Die Familie ist ein Kraftfeld. Abgerufen am 1. November 2025.
  2. a b Unsere Gaststuben (Memento vom 12. Juni 2016 im Internet Archive) abgerufen am 19. März 2016
  3. a b Uwe Ebbinghaus: Wie einmal das Weizenbier gerettet wurde - Reinheitsgebot. In: blogs.faz.net. 17. Juni 2016, abgerufen am 24. August 2022.
  4. Unsere Geschichte – Schneider Weisse. In: schneider-weisse.de. Abgerufen am 24. August 2022.
  5. „Bierbrauen macht jeden Tag Spaß, Geld zählen nur einmal“ in: Getränkegroßfachhandel 8/2006, S. 27–31 (PDF; 3,67 MB) (Memento vom 15. Oktober 2007 im Internet Archive)
  6. Traditionsbrauerei expandiert: Paukenschlag: Schneider Weisse kauft Markenrechte an Bischofshof und Weltenburger, mittelbayerische.de vom 16. Januar 2026.
  7. FAQs. In: schneider-weisse.de. Abgerufen am 24. August 2022.
  8. Markenanmeldung am 23. Oktober 2020 Markenguard.de, abgerufen am 15. April 2021.
  9. Das neue Helle aus Niederbayern. In: schneiders-landbrauerei.de. Abgerufen am 24. August 2022.

Koordinaten: 48° 55′ 1,8″ N, 11° 52′ 28″ O