Götterswick

Götterswick, auch Götterswyk, ist der Name ein erloschenen niederrheinischen Adelsgeschlechts.

Geschichte

Die Edelherren von Götterswick, benannt nach dem Stammsitz Burg Götterswick in Götterswickerhamm bei Voerde am Niederrhein, wurden im Jahr 1192 mit Everwin I. von Götterswick (Everwinus de Götterswich; * um 1165; † nach 1202) erstmals urkundlich erwähnt. Den Ort Götterswick (Götterswickerhamm) nannte bereits am 19. Mai 1003 eine Urkunde des Kölner Erzbischofs Heribert. Everwin I., dessen Herrschaft Götterwick der Legende nach auf einen fränkischen Ritter „Godert“ zu „Goterswick“ zurückgeführt wird, wurde auch 1201 erwähnt, während des deutschen Thronstreits, als Gefolgsmann des römisch-deutschen Königs Otto IV.

Der Sohn Everwins I., Arnold I. von Götterswick († nach 1228), hatte drei Söhne, darunter Everwin II. von Götterswick (* um 1230; † nach 1280). Dieser hatte vier Kinder, darunter den Erben Arnold II. von Götterswick († vor dem 8. Juni 1287). Dessen Sohn Everwin III. von Götterswick († nach 1348) vermählte sich 1329 mit Rikarda von Limburg. Das Paar hatte drei Kinder, unter ihnen den Erben Everwin IV. von Götterswick († 1378). Vor dem 7. März 1347 nahm Everwin IV. Hedwig zur Frau, eine Schwester von Bernhard von Bentheim, des ab 1364 regierenden Grafen von Bentheim.[1] Aus dieser Ehe ging unter sechs Geschwistern Arnold III. von Götterswick (* vor 1369; † 9. Mai 1403) hervor. Um 1350, unter Everwin IV., fiel die Herrschaft Götterswick wie das gesamte Land um Dinslaken unter die Lehnshoheit Johanns, des Grafen von Kleve. Fortan zählten die Götterwicks zum Dienstadel Kleves; mehrmals hatte sie das Amt des Drosten von Dinslaken inne. Everwins Erbe Arnold III. heiratete vor dem 13. Juli 1389 Mathilde (Mechtild) von Reifferscheidt (* vor 1389; † 1426), eine Tochter Reinhard von Reifferscheidts (* vor 1361; † 22. März 1388) aus dessen Ehe mit Maria von Looz, Dame de Chateau-Thierry (* vor 1372; † nach 1398).

Deren Sohn war Everwin I. von Bentheim-Götterswick (* 1397; † 6. März 1454), ab 1421 der erste regierende Graf von Bentheim aus dem Haus Götterswick. Jener vermählte sich in erster Ehe am 28. Juni 1404 mit Mechtild von Steinfurt († 17. März 1420), der Erbtochter von Ludolf VIII. von Steinfurt († 1421), die die Herrschaft Steinfurt an das Haus Götterswick brachte und die Tochter Liutgard († 1445) gebar. Nach Mechtilds Tod heiratete Everwin I. von Bentheim-Götterswick 1435 Gisberta von Bronckhorst († nach 1489), Tochter von Otto von Bronckhorst († 23. Februar 1458). Mit Gisberta hatte Everwin zwei Söhne, Bernhard II. Graf von Bentheim († 1473), den Begründer der Linie Bentheim-Bentheim, und Arnold I. Graf von Bentheim-Steinfurt († 16. Februar 1466), den Begründer der Linie Bentheim-Steinfurt.

Literatur

  • Ingolf Isselhorst: Schwerter, Bräute und Mitgift. Die Edelherren von Götterswick, die späteren Fürsten von Bentheim und Steinfurt. Eigenverlag, Voerde 2007, ISBN 978-3-00-021312-0 (Zusammenfassung).

Einzelnachweise

  1. Anton Fahne: Geschichte der Kölnischen, Jülichschen und Bergischen Geschlechter. Band 2: Ergänzungen und Verbesserungen zum 1. Theil und Stammfolge und Wappenbuch der Clevischen, Geldrischen und Moersschen Geschlechter, soweit sie in dem Herzogthume Jülich Cleve Berg ansässig waren: A–Z. Verlag von J. M. Herberle (H. Lempertz), Köln und Bonn 1853, S. 156/157 (Digitalisat).