Fritz Mechlenburg
Fritz Mechlenburg (* 24. August 1890 in Rendsburg; † 17. Juni 1968 in Kiel) war ein deutscher Dirigent und Generalmusikdirektor.
Leben
Fritz (Friedrich) (Marstrand) Mechlenburg wurde 1890 als Sohn des Apothekers Christian Emil Marstrand Mechlenburg (1844–1918) und seiner zweiten Frau Sophie Amalie Mechlenburg geb. Petersen (1856–1927) in Rendsburg geboren. Karl Marstrand Mechlenburg war einer seiner Stiefbrüder.
Von 1906 bis 1912 studierte er am Königlichen Konservatorium der Musik zu Leipzig u. a. bei Max Reger, Arthur Nikisch und Otto Lohse. Bereits im Studium dirigierte er zeitweise das Gewandhausorchester. Nach Stationen in Leipzig, Kiel und Rostock wurde er 1925 leitender Kapellmeister des Theaters in Wuppertal. Diese Position hatte er fünf Jahre inne. Von 1933 bis 1938 war er Chefdirigent der Staatskapelle Schwerin. Von 1937 bis 1938 war er zudem Dirigent des Collegium musicum Schwerin. 1938 wechselte er an das Landestheater Darmstadt, wo er Generalmusikdirektor war. Zudem übernahm er die Chorleitung des Musikvereins Darmstadt. Zudem war er Mitglied der Prüfungskommission der hessischen Landesmusikschule für die Privatmusiklehrerprüfung. In seiner Darmstädter Zeit feierte er einige Erfolge u. a. mit der Uraufführung von Der goldene Topf von Wilhelm Petersen und der szenischen Uraufführung von Carmina Burana von Carl Orff.
Im Mai 1942 leitete er das erste zweitägige Graupner-Musikfest, an dem zahlreiche Werke von Christoph Graupner aufgeführt wurden. Das Fest war gleichzeitig der Versuch der lokalen NS-Machthaber, Graupner für sich zu vereinnahmen. Im Jahr darauf erstreckte sich das Graupner-Musikfest sogar auf eine ganze Woche. Bei der Eröffnung sprach OB Otto Wamboldt vom „Bekenntnis zum deutschen Kunstschaffen, das selbst im totalen Krieg nach Möglichkeiten gefördert wird.“ (Frankfurter Anzeiger Nr. 43 vom 24. Mai 1943, S. 3).
Bei dem Luftangriff auf Darmstadt am 11. September 1944 wurden sowohl die Darmstädter Theatergebäude als auch das Gebäude des Musikvereins vollkommen zerstört, so dass das Musikleben vollständig zum Erliegen kam.
Nach dem Zweiten Weltkrieg gab Mechlenburg zunächst Hauskonzerte in Darmstadt-Eberstadt. Prof. Friedrich Noack berief ihn 1946 als Leiter der Opernschule der Landesmusikschule Darmstadt, heute Akademie für Tonkunst, und baute diese zusammen mit Erika Köth wieder auf.[1] Diese Tätigkeit gab er 1953 aus gesundheitlichen Gründen auf. Anfang der 1950er Jahre war er bei der Wiedergründung des Darmstädter Instrumentalvereins e.V. 1883 maßgeblich beteiligt. Hier war er von 1952 bis 1956 Dirigent.
Fritz Mechlenburg verstarb im Juni 1968 in Kiel. Er wurde im Familiengrab in Leck (Nordfriesland) beigesetzt. Fritz Mechlenburg war seit Mai 1926 mit Clara Leonore Mechlenburg (geb. Scheel, 1904–1995) verheiratet. Aus der Ehe sind drei Kinder hervorgegangen: Georg Christian (1927–2021), 1931 Irmgard Clara Amelie und Peter (1934–1968).
Ehrungen
• 1955: Bronzene Verdienstmedaille der Stadt Darmstadt
Literatur
- Georg Mechlenburg: Fritz Mechlenburg in: Stadtlexikon Darmstadt
- Elli Büttner: Darmstädter Theaterjahre, Darmstadt 1970
- Mechlenburg, Fritz in: Hessische Biografie LAGIS (aufgerufen am 3. Januar 2026)
- Hermann Kaiser (Theaterkritiker): Vom Zeittheater zur Sellner-Bühne, Darmstadt 1961.
Einzelnachweise
- ↑ Peter Engels: Von der Schule für Klavierspiel zur Akademie für Tonkunst – ein Beitrag zur Musik und des Musikunterrichts in Darmstadt, in: 150 Jahre Akademie für Tonkunst, hrsg. vom Eigenbetrieb der Kulturinstitute der Stadt Darmstadt, Akademie für Tonkunst, 2001, S. 33