Franz K. (Film)
| Film | |
| Titel | Franz K. |
|---|---|
| Originaltitel | Franz |
| Produktionsland | Tschechien |
| Originalsprache | Deutsch, Tschechisch |
| Erscheinungsjahr | 2025 |
| Länge | 127 Minuten |
| Altersfreigabe | |
| Stab | |
| Regie | Agnieszka Holland |
| Drehbuch | Marek Epstein |
| Produktion | Agnieszka Holland, Šárka Cimbalová, Uwe Schott, Jorgo Narjes, Marcin Wierzchoslawski, Alicja Jagodzinska |
| Musik | Antoni Komasa-Łazarkiewicz, Mary Komasa-Łazarkiewicz |
| Kamera | Tomasz Naumiuk |
| Schnitt | Pavel Hrdlička |
| Besetzung | |
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Franz K.[3] (Originaltitel Franz) ist ein biografisches Filmdrama von Agnieszka Holland. Die tschechisch-deutsch-polnische Koproduktion feierte Anfang September 2025 beim Toronto International Film Festival ihre Premiere. Ende September 2025 kam der Film in die tschechischen Kinos und Ende Oktober 2025 in die deutschen und polnischen. Franz K. wurde von Polen als Beitrag für die Oscarverleihung 2026 als bester Internationaler Film eingereicht.
Handlung
Der Film zeichnet das Leben des tschechischen Schriftstellers Franz Kafka nach: Er beginnt mit der Kindheit in Prag Ende des 19. Jahrhunderts, beleuchtet Lebensstationen wie erste literarische Erfolge, die Arbeit als Angestellter, das Verhältnis zur Familie sowie die Liebesbeziehungen und endet mit dem Tod des 40-Jährigen an Tuberkulose. Die klare chronologische Reihenfolge des Films wird dabei bald kaleidoskopartig durch Rück- und Vorblenden sowie durch szenische Einschübe durcheinandergebracht. Kafkas Lebenswelt wird mit seinem literarischen Schaffen und Orten der Gegenwart verknüpft. Mehrfach durchbrechen Kafkas Weggefährten die vierte Wand, blicken ins Publikum und erzählen von ihren Erlebnissen oder ihrer Sichtweise auf Kafka.
Produktion
Filmstab, Besetzung und Dreharbeiten
Regie führte Agnieszka Holland. Das Drehbuch schrieb Marek Epstein, mit dem Holland bereits für Charlatan zusammenarbeitete.
Der deutsche Schauspieler Idan Weiss spielt Franz Kafka. Die Schweizerin Carol Schuler spielt seine Verlobte Felice Bauer. Zu den weiteren Darstellern gehören unter anderem Jenovéfa Boková als Kafkas Freundin Milena Jesenská, Peter Kurth als der Vater des Autors und Sandra Korzeniak als dessen Mutter Julie, Ivan Trojan als sein Onkel Siegfried Loewi, Katharina Stark als seine Schwester Ottla sowie Josef Trojan, Jan Budař, Emma Smetana und Sebastian Schwarz.[4] Letzterer spielt Kafkas Herausgeber Max Brod. Ivan Trojan und sein Sohn Josef spielten beide bereits in Hollands Charlatan. Das Casting übernahmen Alexandra Montag und Anna-Lena Slater.
Die Dreharbeiten fanden zwischen April und Juni 2024 in Deutschland und Tschechien statt. Als Kameramann fungierte Tomasz Naumiuk.
Filmmusik, Marketing und Veröffentlichung
Die Filmmusik komponierten wie bei Hollands Film Charlatan Antoni und Mary Komasa-Łazarkiewicz.
Der erste Trailer wurde im Juli 2025 vorgestellt.[4] Die Premiere des Films war am 5. September 2025 beim Toronto International Film Festival.[5] Ebenfalls im September 2025 wurde der Film beim San Sebastian International Film Festival, bei der Filmkunstmesse Leipzig und beim Polnischen Filmfestival Gdynia gezeigt.[6][7][8][9] Am 25. September 2025 kam die tschechisch-deutsch-polnische Koproduktion in die tschechischen Kinos, am 23. Oktober 2025 in die deutschen und am darauffolgenden Tag in die polnischen.[10][4][9] Anfang Oktober 2025 wurde er beim Vancouver International Film Festival gezeigt.[11]
Rezeption
Kritiken
Von den bei Rotten Tomatoes aufgeführten Kritiken sind 78 Prozent positiv.[12]
Sam Bodrojan meint in seiner Kritik für IndieWire, der Film sei ein totaler Reinfall, und viele der fantastischen Elemente lenkten ab. In einem Großteil tue Franz K. nicht mehr, als Franz Kafkas Biografie sinnentleert zu dramatisieren. Agnieszka Hollands und Marek Epsteins Drehbuch rezitiere atemlos ein zusammenfassendes Faktenblatt aus Kafkas Leben. Der Film fühle sich an, als gäbe es kein einziges Ereignis, keinen einzigen Wunsch oder Charakterzug des Porträtierten, der nicht in Kafkas Wikipedia-Artikel erwähnt wird.[13]
In der taz kritisiert Arabella Wintermayr, dass Drehbuchautor Marek Epstein die Lebensstationen Kafkas so brav aneinander reihe, dass der Film „streckenweise kaum mehr Spannung entfaltet als ein Lehrfilm für den Schulunterricht“. Die beige-braune Kulisse lasse das Ganze zusätzlich wie ein verstaubtes Kostumstück erscheinen: „Wie konnte ein derart uninspirierter und ungelenker Film ausgerechnet unter der Regie von Agnieszka Holland entstehen?“[14]
Nairon Santos de Morais schreibt in Loud And Clear Reviews, mit Franz K. habe Holland eines der unkonventionellsten Biopics der letzten Jahre geschaffen. Franz K. sei voller kühner kreativer Wendungen, so wie die Person, der der Film gewidmet ist.[15]
Ähnlich urteilt Kathleen Hildebrand in der Süddeutschen Zeitung: „Agnieszka Holland zeigt in ihrem Film ‚Franz K.‘, dass sie Kafka wirklich verstanden hat.“[16] Ihrer Ansicht nach werde Kafka als moderner Mensch greifbar, auch in seinen wunderlichen Eigenschaften: „Bei Holland darf Kafka ein vollständiger Mensch sein.“[16] Sein Werk werde – anders als bei vorherigen Kafka-Filmen – ebenfalls gekonnt einbezogen. Dass es Bezüge zur Gegenwart und zur Vermarktung Kafkas in Prag gibt, wertet Hildebrand als einen „Clou dieses hochoriginellen Films“.[16]
Patrick Heidmann meint in der Jüdischen Allgemeinen, dass Idan Weiss in der Hauptrolle dazu beiträgt, Kafka nicht nur als gequältes Genie-Klischee, sondern als dreidimensionalen Menschen mit der ganzen Bandbreite zwischen Komplexen und Humor zum Leben zu erwecken.[17]
Einsatz im Unterricht
Das Onlineportal kinofenster.de empfiehlt den Film ab der 9. Klasse für die Unterrichtsfächer Deutsch, Kunst und Geschichte. Dort schreibt Vincent Rabas-Kolominsky, in einem Filmgespräch könnten die Fragen diskutiert werden, was für ein Bild von Kafkas Persönlichkeit der Film vermittelt und warum sich die Filmemacher gegen eine lineare Erzählung entschieden haben.[18]
Auszeichnungen
Franz K. wurde von Polen als Beitrag für die Oscarverleihung 2026 als bester Internationaler Film eingereicht.[19]
Camerimage 2025
- Nominierung für den Goldenen Frosch im Hauptwettbewerb[20]
- Nominierung für den Besten Darsteller (Idan Weiss)
- Nominierung für das Beste Kostümbild (Michaela Horáčková Hořejší)
- Nominierung für das Beste Maskenbild (Gabriela Poláková)[21]
Polnisches Filmfestival Gdynia 2025
- Nominierung für den Goldenen Löwe im Hauptwettbewerb
San Sebastian International Film Festival 2025
- Nominierung im Wettbewerb für die Goldene Muschel
Weblinks
- Franz K. bei IMDb
- Franz K. bei crew united
- Franz K. im Lexikon des internationalen Films
- Franz K. beim Toronto International Film Festival (englisch)
Einzelnachweise
- ↑ Freigabebescheinigung für Franz K.. Freiwillige Selbstkontrolle der Filmwirtschaft (PDF; Prüfnummer: 272444).
- ↑ Alterskennzeichnung für Franz K.. Jugendmedienkommission.
- ↑ Franz K. In: Lexikon des internationalen Films. Filmdienst, abgerufen am 18. Juli 2025.
- ↑ a b c Davide Abbatescianni: The first trailer for Agnieszka Holland’s 'Franz' debuts at Karlovy Vary. In: cineuropa.org, 11. Juli 2025.
- ↑ https://www.tiff.net/films/franz
- ↑ Lily Ford: Angelina Jolie-Starring 'Couture' and Franz Kafka Biopic Join San Sebastian Film Festival Lineup. In: The Hollywood Reporter, 29. Juli 2025.
- ↑ TIFF 2025 Lineup: 'Wake Up Dead Man: A Knives Out Mystery', 'Hamnet' Set Premieres. In: thewrap.com, 16. Juli 2025.
- ↑ 25. Filmkunstmesse Leipzig 2025 – Die Filme. In: mcusercontent.com. Abgerufen am 11. August 2025. (PDF; 59,7 KB)
- ↑ a b Światowa premiera filmu „Franz Kafka” Agnieszki Holland na TIFF 2025. In: tvp.pl, 18. Juli 2025. (Polnisch)
- ↑ https://www.insidekino.com/DStarts/DStartplan.htm
- ↑ Franz. In: viff.org. Abgerufen am 28. August 2025.
- ↑ Franz. In: Rotten Tomatoes. Abgerufen am 26. Dezember 2025.
- ↑ Sam Bodrojan: 'Franz' Review: Agnieszka Holland’s Kafka Biopic Is a Rare Misfire from One of Poland’s Great Filmmakers. In: indiewire.com, 5. September 2025.
- ↑ Arabella Wintermayr: Kafka unterm Brennglas. In: Die Tageszeitung, 23. Oktober 2025, S. 17.
- ↑ Nairon Santos de Morais: Franz (2025) Film Review: A Daring Biopic. In: loudandclearreviews.com, 11. September 2025.
- ↑ a b c Kathleen Hildebrand: Er schreibt und lacht. In: Süddeutsche Zeitung. München 22. Oktober 2025, S. 11.
- ↑ Patrick Heidmann: Kafkaeskes Kino: »Franz K.« In: juedische-allgemeine.de. 24. Oktober 2025, abgerufen am 2. November 2025.
- ↑ Vincent Rabas-Kolominsky: Franz K. In: kinofenster.de, 22. Oktober 2025.
- ↑ https://www.blickpunktfilm.de/kino/von-agnieszka-holland-franz-k-von-x-filme-geht-ins-oscarrennen-2905d38bfaf4b5de47c8c9d1371bb3d6
- ↑ EnergaCAMERIMAGE Film Festival reveals first 3 films in Main Competition. In: britishcinematographer.co, 20. Oktober 2025.
- ↑ https://www.hollywoodreporter.com/movies/movie-news/2026-european-film-awards-craft-nominations-list-1236435237/