Forstamt Elmstein-Nord

Forstamt Elmstein-Nord

Forstamt Elmstein-Nord aus nordwestlicher Richtung

Daten
Ort Elmstein
Architektin Otto Baer (beim Umbau 1909)
Baujahr 1848
Koordinaten 49° 21′ 0,7″ N, 7° 56′ 13,5″ O
Besonderheiten
Bauwerk wurde 1909 umgebaut und vergrößert

Das Forstamt Elmstein-Nord – bis 1885 sowie erneut von 1996 bis 2003 Forstamt Elmstein – ist ein Bauwerk in Elmstein. Es steht unter Denkmalschutz.

Lage

Das frühere Forstamt steht mit der Hausnummer 2 in der örtlichen Schankstraße. Unmittelbar nördlich verläuft die Bahnhofstraße, die in diesem Bereich mit der Kreisstraße 19 identisch ist. Es gilt zusammen mit dem gegenüberliegenden Gebäude in der Bahnhofstraße 18, dem früheren Forstamt Elmstein-Süd, als „straßenbildprägend“. Es bezog sein Wasser durch eine Leitung aus dem weiter südwestlich liegenden Schanktal.[1] Unmittelbar westlich des Gebäudes verläuft der Prädikatswanderweg Pfälzer Hüttensteig und unmittelbar nördlich vorbei führen mehrere Wanderwege, darunter der Fernwanderweg Saar-Rhein-Main und die Nordroute der Pfälzer Jakobswege.[2] Zudem verläuft nördlich und südlich die Tour 5 des Mountainbikeparks Pfälzerwald am einstigen Forstamt vorbei.[3]

Beschreibung

Das Gebäude ist ein ländlicher, zweigeschossiger Krüppelwalmdachbau, der teilweise Zierfachwerk mit Mannfiguren enthält. Das Untergeschoss hat Fenster in Rechteck- und Stichbogenform. Über der Tür befindet sich ein Erker, der mit einer Haube abschließt.[4] Umgebaut und aufgestockt wurde das Haus 1909 unter der Regie des Architekten Otto Baer aus Speyer.

Geschichte

Das 1822 gegründete Forstamt war zunächst im einstigen Kurfürstlichen Jagdhaus untergebracht, ehe es 1848 in das neu errichtete Gebäude in der Schankstraße zog. Es unterteilte sich seinerzeit in die Reviere Johanniskreuz, Hofstätten, Bloskülb, Elmstein und Neidenfels. Infolge einer Reorganisation wurden innerhalb der Pfalz 61 neue Forstämter eingerichtet; darunter befand sich das neue Forstamt Elmstein-Süd, das in das einstige Jagdhaus zog und innerhalb der Gemeinde Elmstein für die Waldgebiete südlich des Speyerbachs zuständig war; das bestehende Forstamt wurde entsprechend in Elmstein-Nord umbenannt und war ausschließlich für den Bereich nördlich des Flusses verantwortlich.[5] Die Reviere Johanniskreuz und Hofstätten wurden an das neu gegründete Forstamt Johanniskreuz abgetreten.[6]

1909 folgte eine Aufstockung des bis dahin einstöckigen Gebäudes in Fachwerkbauweise.[4] Während der Umbauarbeiten wohnte der damalige Leiter Leo Rüger im einstigen „Churpfalz-Gasthof“ in der Hauptstraße. 1933 vergrößerte sich der Zuständigkeitsbereich des Forstamtes durch den Ankauf des Bürklinschen Waldes in Erfenstein.[5] Durch die Umgemeindung der bislang zu Wilgartswiesen gehörenden Orte Erlenbach, Schwarzbach und Speyerbrunn nach Elmstein zum 1. Januar 1976 erweiterte sich sein Einzugsgebiet erneut.[7]

Ab 1987 war Burkhard Steckel Leiter der Behörde.[8] 1996 wurde im Zuge einer Forstreform das Forstämter Elmstein-Süd und ein Jahr später das Forstamt Lambrecht aufgelöst. Die fortan wieder unter dem Namen Forstamt Elmstein firmierende Behörde war dadurch ab 1. Oktober 1997 für das gesamte Gebiet der Verbandsgemeinde Lambrecht verantwortlich. Bereits Ende 2003 wurde es ebenfalls aufgelöst. Letzte Leiter waren ab 1996 Uwe Tabel, der zuvor der Nachbarbehörde Elmstein-Süd vorgestanden hatte und ab 2003 bis zum Jahresende Bolko Haase.[9] Sein Zuständigkeitsbereich wurde dem Forstamt Johanniskreuz zugeschlagen; die entsprechenden Waldgebiete gehören mittlerweile zum Staatsforst Johanniskreuz.[10][11] Seit 2005 befindet sich das Gebäude in Privatbesitz.[4]

Persönlichkeiten

  • Lorenz Wappes (1860–1952), Forstwissenschaftler und bayerisch-pfälzischer Beamter, war bis 1889 Forstamtassistent am Forstamt

Literatur

Commons: Forstamt Elmstein-Nord – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Infotafel am Forsthaus Elmstein-Süd
  2. Waymarked Trails: Wanderwege. In: hiking.waymarkedtrails.org. 27. September 2025, abgerufen am 27. September 2025.
  3. Mountainbiketour 5 Lambrecht. In: mountainbikepark-pfaelzerwald.de. 27. September 2025, abgerufen am 27. September 2025.
  4. a b c Elmstein Forstamt Nord. Kulturdenkmal im Bereich des Pfälzerwald-Vereins Ortsgruppe Elmstein e.V. In: pwv-elmstein.de.tl. 21. September 2025, abgerufen am 21. September 2025.
  5. a b Werner Moser: Der Elmsteiner Wald und seine Verwaltung. In: Elmstein (Hrsg.): Die Gemeinde Elmstein in alten Bildern. Geiger-Verlag, Horb am Neckar 2006, ISBN 3-86595-096-5, S. 120.
  6. Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Ortschaften-Verzeichnis für den Freistaat Bayern nach der Volkszählung vom 16. Juni 1925 und dem Gebietsstand vom 1. Januar 1928. Heft 109 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1928, DNB 361988923, OCLC 215857246, Abschnitt II, Sp. 721 (Digitalisat).
  7. Werner Moser: Der Elmsteiner Wald und seine Verwaltung. In: Elmstein (Hrsg.): Die Gemeinde Elmstein in alten Bildern. Geiger-Verlag, Horb am Neckar 2006, ISBN 3-86595-096-5, S. 119.
  8. Burkhard Steckel: Der Wald lässt ihn auch im Ruhestand nicht los. In: rheinpfalz.de/. 27. September 2025, abgerufen am 27. September 2025.
  9. Forstamt Elmstein Süd. Kulturdenkmal im Bereich des Pfälzerwald-Vereins Ortsgruppe Elmstein e.V. In: pwv-elmstein.de.tl. 27. September 2025, abgerufen am 27. September 2025.
  10. Willkommen auf der Internetseite des Forstamtes Johanniskreuz! In: wald.rlp.de. 16. Januar 2024, abgerufen am 21. September 2025.
  11. Werner Moser: Der Elmsteiner Wald und seine Verwaltung. In: Elmstein (Hrsg.): Die Gemeinde Elmstein in alten Bildern. Geiger-Verlag, Horb am Neckar 2006, ISBN 3-86595-096-5, S. 121.