Forstamt Elmstein-Süd
| Forstamt Elmstein-Süd | ||
|---|---|---|
Forstamt Elmstein-Süd aus südwestlicher Richtung | ||
| Daten | ||
| Ort | Elmstein | |
| Bauherr | Königreich Bayern | |
| Baustil | später Historismus | |
| Baujahr | 1898–1899 | |
| Koordinaten | 49° 21′ 1,2″ N, 7° 56′ 15,3″ O | |
Das Forstamt Elmstein-Süd war eine 1885 gegründete forstwirtschaftliche Behörde in Elmstein, die nachträglich in ein Ende des 19. Jahrhunderts errichtetes Bauwerk zog. Sie bildete seinerzeit eines von zwei ortsansässigen Forstämtern, ehe sie 1996 aufgelöst wurde. Das entsprechende Gebäude steht mittlerweile unter Denkmalschutz.
Lage
Das Gebäude steht mit der Hausnummer 18 auf der nördlichen Seite der örtlichen Bahnhofstraße, die in diesem Bereich mit der Kreisstraße 19 identisch ist. Zusammen mit dem gegenüberliegenden früheren Forstamt Elmstein-Nord in der Schankstraße 2 gilt es als „straßenbildprägend“.[1] Unmittelbar östlich des Bauwerks verläuft die Neue Forststraße.
Unmittelbar südlich des Gebäudes verlaufen mehrere Wanderwege, darunter der Fernwanderweg Saar-Rhein-Main und die Nordroute der Pfälzer Jakobswege.[2] Zudem führt – ebenfalls südlich – die Tour 5 des Mountainbikeparks Pfälzerwald am einstigen Forstamt vorbei.[3]
Beschreibung
Es ist ein späthistoristischer ländlicher Putzbau mit einem Mittelrisalit, einem Krüppelwalmdach und einem Giebel mit Freigespärre, der sich mit seinen symmetrischen Formen an den Klassizismus anlehnt. Gebaut wurde er in den Jahren 1898 und 1899 und war in architektonischer Hinsicht typisch für die während dieser Zeit errichteten Forstgebäude.[1] Er bezog seine Wasserversorgung durch eine Leitung aus dem weiter südwestlich liegenden Schanktal.[4]
Geschichte
Infolge einer Reorganisation der bayerischen Forstverwaltung wurden 1885 innerhalb der Pfalz 61 neue Forstämter eingerichtet; darunter befand sich das neue Forstamt Elmstein-Süd, das zunächst im kurfürstlichen Jagdhaus ansässig und für die Waldgebiete südlich des Speyerbachs zuständig war. Das bestehende Forstamt wurde entsprechend in Elmstein-Nord umbenannt und war ausschließlich für den Bereich nördlich des Flusses verantwortlich. 1898 errichtete der bayerische Staat in der Bahnhofstraße ein neues Gebäude, das als neuer Sitz für das Forstamt Elmstein-Süd diente und zu dem an der Fassade der Hirschkopf vom bisherigen Sitz transferiert wurde. Ein Jahr später war es fertiggestellt.[5]
In seinem Keller wurden Baumsamen gelagert, die seinerzeit von der ortsansässigen 1913 gegründeten auf Initiative des damaligen Leiters der Behörde Johann Stamminger eingerichteten staatlichen Samenklenge aufbereitet wurden.[6] Letztere war organisatorisch dem Forstamt angegliedert.[4] Dem Leiter des Forstamtes Elmstein-Süd oblag somit zugleich die Leitung dieser Einrichtung.[7]
Unter der Regie des von 1962 bis 1980 amtierenden Leiters Günter Aull wurde 1975 zusammen mit der Pioniergarnison Speyer der Schindhübelturm errichtet.[8] Durch die Umgemeindung der bislang zu Wilgartswiesen gehörenden Orte Erlenbach, Schwarzbach und Speyerbrunn nach Elmstein zum 1. Januar 1976 erweiterte sich das Einzugsgebiet des Forstamtes entsprechend.[9]
1996 wurde im Zuge einer Forstreform das Forstamt Elmstein-Süd aufgelöst und sein Zuständigkeitsbereich dem gegenüberliegenden Forstamt Elmstein-Nord zugeschlagen, dessen Zusatz „-Nord“ daraufhin entfiel. Da dieses zum Jahreswechsel 2003/2004 ebenfalls entfiel, gehört das Gebiet des früheren Forstamtes seither zum Staatsforst Johanniskreuz.[10] Seit 2004 befindet sich das Gebäude in Privatbesitz.[1] Mittlerweile ist es Sitz einer Designagentur.[11] Zudem ist das Gebäude die zweite Station der im März 2022 von der Verbandsgemeinde Lambrecht eingerichteten Audiotour „Felsenkönig“.[12][13][14]
Persönlichkeiten
- Theodor Künkele (1876–1970), Forstwissenschaftler, von 1916 bis 1919 Leiter des Forstamtes.[1]
Literatur
- Georg Peter Karn, Ulrike Weber (Bearb.): Kreis Bad Dürkheim. Stadt Grünstadt, Verbandsgemeinden Freinsheim, Grünstadt-Land und Hettenleidelheim (= Kulturdenkmäler in Rheinland-Pfalz. Denkmaltopographie Bundesrepublik Deutschland. Band 13.2). Wernersche Verlagsgesellschaft, Worms 2006, ISBN 3-88462-215-3.
- Werner Moser: Der Elmsteiner Wald und seine Verwaltung. In: Elmstein (Hrsg.): Die Gemeinde Elmstein in alten Bildern. Geiger-Verlag, Horb am Neckar 2006, ISBN 3-86595-096-5, S. 119–122.
- Generaldirektion Kulturelles Erbe Rheinland-Pfalz (Hrsg.): Nachrichtliches Verzeichnis der Kulturdenkmäler Kreis Bad Dürkheim (PDF; 5,1 MB). Mainz 2023.
Weblinks
Einzelnachweise
- ↑ a b c d Forstamt Elmstein Süd. Kulturdenkmal im Bereich des Pfälzerwald-Vereins Ortsgruppe Elmstein e.V. In: pwv-elmstein.de.tl. 22. September 2025, abgerufen am 22. September 2025.
- ↑ Waymarked Trails: Wanderwege. In: hiking.waymarkedtrails.org. 27. September 2025, abgerufen am 27. September 2025.
- ↑ Mountainbiketour 5 Lambrecht. In: mountainbikepark-pfaelzerwald.de. 27. September 2025, abgerufen am 27. September 2025.
- ↑ a b Infotafel am Gebäude
- ↑ Werner Moser: Der Elmsteiner Wald und seine Verwaltung. In: Elmstein (Hrsg.): Die Gemeinde Elmstein in alten Bildern. Geiger-Verlag, Horb am Neckar 2006, ISBN 3-86595-096-5, S. 120.
- ↑ Wolfgang Ross: Viel Steine gab's und wenig Brot. Anmerkungen zur Siedlungsgeschichte Elmsteins. In: Elmstein (Hrsg.): Die Gemeinde Elmstein in alten Bildern. Geiger-Verlag, Horb am Neckar 2006, ISBN 3-86595-096-5, S. 15.
- ↑ Wo ist unsere staatliche Klenge Elmstein hin? In: mittelpfalz.de. 22. Mai 2011, abgerufen am 22. September 2025.
- ↑ Feierstunde 40 Jahre Schindhübelturm. In: mittelpfalz.de. 4. Juli 2015, abgerufen am 27. September 2025.
- ↑ Werner Moser: Der Elmsteiner Wald und seine Verwaltung. In: Elmstein (Hrsg.): Die Gemeinde Elmstein in alten Bildern. Geiger-Verlag, Horb am Neckar 2006, ISBN 3-86595-096-5, S. 119.
- ↑ Willkommen auf der Internetseite des Forstamtes Johanniskreuz! In: wald.rlp.de. 21. September 2025, abgerufen am 22. September 2025.
- ↑ GreenwoodFinch. In: gfcc.de. 22. September 2025, abgerufen am 22. September 2025.
- ↑ Felsenkönig Audiotour Infotafel 2. In: pfalz.de. 25. September 2025, abgerufen am 25. September 2025.
- ↑ Wald, Holz, Stolz: mit dem Felsenkönig durch Elmsteiner Geschichte. In: elmstein.de. 20. März 2022, abgerufen am 25. September 2025.
- ↑ Audio «Felsenkönig». In: wald-holz-stolz.de. 25. September 2022, abgerufen am 25. September 2025.