Fürstenbau (Murrhardt)

Der so genannte Fürstenbau ist ein denkmalgeschütztes, historisches Gebäude in Murrhardt, einer Kleinstadt im baden-württembergischen Rems-Murr-Kreis. Es gehörte einst zum Kloster Murrhardt und wurde nach der Reformation in ein Jagdschloss umgewandelt. Heute dient es zusammen mit dem ehemaligen Refektorium unter dem Namen „Alte Abtei“ als Gemeindehaus der Evangelischen Kirchengemeinde.

Geschichte

Das einst gotische und später barockisierte, zweigeschossige Steinhaus (Klosterhof 6) wurde im 12./13. Jahrhundert errichtet. Es diente einst als Verwaltungsgebäude des Benediktiner-Klosters St. Januarius. Mit der Einführung der Reformation unter Herzog Ulrich 1534 geriet das Konvent unter Druck des Herzogs, der danach trachtete, die geistlichen Territorien unter seine Kontrolle zu bringen. Als 1552 der erst 19-jährige Mönch Otto Leonhard Hofsess zum Abt gewählt wurde, obwohl er noch nicht die Priesterweihe empfangen hatte, sah Ulrichs Sohn Christoph eine günstige Gelegenheit, die Kirchengüter an sich zu bringen. Kurz nach seiner Wahl trat Hofsess zusammen mit einem Großteil der Mönche zum Protestantismus über; Damit hatte das Kloster de facto aufgehört zu bestehen. In dem Gebäude ließ der Herzog daraufhin eine herrschaftliche Wohnung einrichten und benutzte es als Jagdschloss für Ausflüge in den Murrhardter Wald. Seit dieser Zeit wird das Gebäude „Fürstenbau“ genannt.

Literatur

  • Wolfgang Willig: Landadel-Schlösser in Baden-Württemberg. Eine kulturhistorische Spurensuche. 1. Auflage, Selbstverlag Willig, 2010, ISBN 978-3-9813887-0-1, S. 509.

Koordinaten: 48° 58′ 45″ N, 9° 34′ 42,5″ O