Ernst von Düring (General, 1778)

Ernst Johann Christian von Düring (* 6. Juli 1778 in Horneburg; † 7. April 1851 in Nottensdorf) war ein hannoverscher Generalmajor und Kommandeur der 3. Infanterie-Brigade.

Leben

Herkunft

Seine Eltern waren der Landrat Johann Dietrich von Düring (1753–1818), Herr auf Nottensdorf und Burgmann auf Horneburg, und dessen Ehefrau Anna Wilhelmine Philippine, geborene von Beaulieu-Marconnay (1750–1839). Sein Bruder Georg (1780–1872) war hannoverscher Generalleutnant, sein Bruder Christian Heinrich (1791–1875) hannoverscher Oberst.

Werdegang

Düring ging 1793 in hannoversche Dienste und kam Infanterie-Regiment No. 10. Dort wurde er am 20. März 1794 Fähnrich in der Fußgarde und am 19. April 1801 Leutnant. Mit der Besetzung des Kurfürstentums Hannover durch Frankreich 1803 und der Konvention von Artlenburg kam es zur Auflösung der hannoverschen Armee. Düring wechselte wie viele seiner Kameraden als Hauptmann in britische Dienste.[1] In der neuerrichteten King’s German Legion (KGL) wurde er am 14. November 1803 Kapitän im 1st Light Battalion unter Carl von Alten und stieg am 5. Oktober 1813 zum Major auf.

Mit der Legion kämpfte er 1805 in Hannover, 1806 im Baltikum und wurde 1807 bei Kopenhagen verwundet. Anschließend stand er 1808/09 im Rahmen der Napoleonischen Kriege auf der Iberischen Halbinsel in Spanien und kam 1809 nach Sizilien. Zu Beginn der Befreiungskriege nahm Düring 1813 an den Kämpfen in Norddeutschland teil und wurde als Adjutant von Charles Steward am 28./29. September 1813 mit dem Orden Pour le Merite ausgezeichnet.[2] Zuletzt war er nach dem Frieden von Paris; die Infanterie der KGL war nach England gebracht worden; in den Niederlanden stationiert.

Nach dem Krieg wechselte Düring mit Auflösung der Legion am 1. März 1816 mit einem Patent vom 18. Juni 1815 in das 4. Infanterie-Regiment (ab 1820 (5.) Infanterie-Regiment Lüneburg) der Hannoverschen Armee. Anfang März 1821 übernahm er von Oberstleutnant August von Klencke das Kommando über das (5.) Infanterie-Regiment Lüneburg.[3] Dort wurde er am 18. Januar 1831 Oberst und am 1. Juli 1833 Kommandeur des neu eingerichteten 5. Linien-Bataillons (Lüneburg), welches mit dem 12. Linien-Bataillon (Harburg) aus dem (5.) Infanterie-Regiment Lüneburg gebildet worden war.[4] Am 20. April 1836 wurde er zum Generalmajor befördert und als Nachfolger von Generalmajor Christian Wilhelm von Linsingen Kommandeur der 2. Infanterie-Brigade in Hildesheim. Am 12. Mai 1838 wurde er in gleicher Position und als Nachfolger von Generalmajor Alexander von Bothmer in die 3. Infanterie-Brigade nach Lüneburg versetzt. Am 1. Juni 1845 wurde er pensioniert und Oberst Christian Wyneken übernahm das Kommando.

1851 starb er in Nottensdorf bei Stade.

1821 wurde er Ritter des Guelphen-Ordens, war seit 1837 Kommandeur und erhielt 1844 das Großkreuz des Ordens.

Familie

Düring heiratete am 26. Dezember 1819 im Nottensdorf Karoline von Oeynhausen (1797–1870). Das Paar hatte mehrere Kinder:

  • Georg (1821–1874), Erbherr auf Nottensdorf, hannoverscher Regierungsrat ⚭ 1851 Sophie von Scheither (1831–1925)
  • Ernst (1823–1896), hannoverscher Rittmeister a. D.
⚭ 1853 Bertha von der Decken-Offen (1822–1889)
⚭ 1891 Charlotte von Düring aus dem Hause Francop (* 1854)
  • Charlotte (1826–1904), Priorin des ritterschaftlichen Klosters Neunwalde
  • Julie (1827–1863) ⚭ 1855 Adolf von Düring (1816–1882), hannoverscher Oberstleutnant a. D.[5]
  • Karoline (* 1831), Kanonissin zu Kloster Lüne
  • Karl (1832–1921), erblicher Burgmann zu Horneburg, Besitzer des Gutes Horneburg[6] ⚭ 1886 Karoline von Düring aus dem Hause Horneburg (1854–1942) (Cousine, Tochter von Georg Arp)
  • Wilhelm (1836–1907), preußischer Regierungs- und Landrat ⚭ 1871 Klara von Gruner (1848–1924)[7]
  • Hermine Auguste (* 1840), Kanonissin des Klosters Ebstorf

Literatur

Einzelnachweise

  1. Militär-Wochenblatt. 1898, S. 31. (Digitalisat)
  2. Gustaf Lehmann: Die Ritter des Ordens pour le mérite. Zweiter Band: 1812–1913. Mittler & Sohn, Berlin 1913, S. 133.
  3. Bernhard Hülsemann: Geschichte des Königlich-Hannoverschen vierten Infanterie-Regiments. 1863, S. 118.
  4. Felix Schütz von Brandis: Einige Nachrichten über Alt- und Neu-Hannoversche Truppen. Weichelt, 1878, S. 31 (S.31).
  5. Genealogisches Taschenbuch des Uradels. 1. Band, Verlag Irrgang, Brünn 1891, S. 177. (Digitalisat)
  6. Erich von Stocken: Offizier-Stammliste des Königlich Preußischen Königin Elizabeth Garde-Grenadier-Regiments Nr. 3. Mittler & Sohn, Berlin 1892, S. 87. (Digitalisat)
  7. Bernhard Koerner (Hrsg.): Genealogisches Handbuch Bürgerlicher Familien. Band 14, Verlag Starke, Görlitz 1908, S. 143 (Digitalisat)