Christian Wilhelm von Linsingen
Christian Wilhelm von Linsingen (* 17. Januar 1756 in Northeim; † 14. August 1839 in Göttingen) war ein königlich hannoverscher Generalleutnant.
Herkunft
Seine Eltern waren der Hauptmann Hans Heimart Christian von Linsingen (1700–1757) und dessen Ehefrau Johanna Dorothee von Linsingen (* 1724). Sein Bruder Friedrich Karl (1750–1832) wurde preußischer Major.
Leben
Er kam 1774 als Kadett in das Infanterie-Regiment (Goldacker). Mit diesem Regiment (ab 1783 Infanterie-Regiment No. 11) wurde er (Unter Heinrich Bernhard von Sydow) nach Menorca versetzt. Dort wurde er am 4. Dezember 1777 zum Fähnrich ernannt.
Nach seiner Rückkehr wurde er am 26. Juni 1789 als Leutnant zur Fußgarde versetzt. Am 2. November 1794 kam er dann als Kapitän in das 10. Infanterie-Regiment. Nach der Besetzung von Hannover durch die Franzosen 1803 und der Auflösung der Armee nach der Konvention von Artlenburg, wechselte er am 6. Oktober 1803 in britische Dienste, wurde aber erst am 5. Mai 1805 in das 5. Linien Bataillon der neuerrichteten King’s German Legion übernommen. Aber schon am 20. Juni 1806 wurde er dann Major im 6. Linien Bataillon und am 4. Juni 1813 Oberstleutnant im 5. Linien Bataillon. Mit der Legion machte er 1805 den Vorstoß nach Hannover und den Feldzug im Baltikum (Rügen und Seeland) mit. Von 1808 bis 1814 war sein Regiment hauptsächlich im Mittelmeer (Sizilien) stationiert mit einem kurzen Stand in Spanien. 1814 kam er in die Niederlande und nahm an der Schlacht von Waterloo teil.
Nach dem Krieg und seiner Rückkehr in hannoverische Dienste wurde er am 1. März 1816 als Oberst und Kommandeur in das 3. Garde-Bataillon des 4. Infanterie-Regiments übernommen. Am 1. April 1820 wurde er Chef des 1. Infanterie-Regiments und am 25. Februar 1821 zum Generalmajor befördert. Anschließend wurde er am 1. April 1831 zum Kommandeur der 2. Infanterie-Brigade und 1834 zum Kommandeur der 2. Infanterie-Division ernannt. Er wurde am 24. März 1836 mit dem Charakter als Generalleutnant pensioniert.
Er starb am 14. August 1839 in Göttingen.
Linsingen erhielt den britischen Bath-Orden 3. Klasse, den Guelphen-Orden 2. Klasse sowie die britische Waterloo-Medaille.
Familie
Linsingen heiratete Frederike Luise Dorothea Maneke. Nach ihrem Tod heiratete er 1786 Kornelie von Arentsschildt (1773–1835), eine Tochter des Generalmajors Karl Christian Friedrich von Arentsschildt. Das Paar hatte den Sohn Karl (1792–1870), hannoverischer Generalleutnant ⚭ 1816 Sophie Volger (1799–1848).
Literatur
- Bernhard von Poten: Die Generale der Königlich Hannoverschen Armee und ihrer Stammtruppen. In: Militär-Wochenblatt. Beihefte, Berlin 1902, S. 298 f, Nr. 320. (Digitalisat)
- Gothaisches Genealogisches Taschenbuch der Adeligen Häuser. 1902. Dritter Jahrgang, Justus Perthes, Gotha 1901, S. 542 ff. (Digitalisat)
- Nekrolog. In: Hof- und Staats-Handbuch für das Königreich Hannover. 1840, S. 5. (Digitalisat)
- North Ludlow Beamish: Geschichte der koeniglich deutschen Legion. Teil 2, S. 95, Nr. 559. (Digitalisat)
- Studie zum Porträt des Generalleutnants Christian Wilhelm von Linsingen, (Digitalisat)