Erich Schubert (Designer)
Erich Schubert (* 24. November 1926 in Waldenburg, Landkreis Waldenburg i. Schles., Provinz Niederschlesien) ist ein deutscher Möbeldesigner und Innenarchitekt und war Hochschullehrer.
Leben und Werk
Schubert absolvierte von 1947 bis 1949 eine Lehre als Möbeltischler und studierte danach bis 1953 an der Fachschule für angewandte Kunst in Leipzig. Von 1953 bis 1954 arbeitete er als Innenarchitekt im Zentralen Projektierungsbüro der Holz- und Kulturwarenindustrie und von 1954 bis 1966 als Formgestalter und Leiter des Entwurfsbüros der VVB Möbel in Schkeuditz. Ab 1967 war er an der Hochschule für industrielle Formgestaltung Halle – Burg Giebichenstein tätig, bis 1970 als wissenschaftlich-künstlerischer Mitarbeiter am Institut für Möbel- und Ausbaugestaltung. Als 1970 aus dem Institut das Fachgebiet Möbel- und Ausbaugestaltung und die Forschungs- und Entwicklungsgruppe der Sektion III, Produkt- und Umweltgestaltung im Bereich des Wohn- und Gesellschaftsbau entstanden, wurde er deren Mitarbeiter[1] und Lehrer im Hochschuldienst, ab 1980 als Dozent und stellvertretender Leiter der Sektion Forschung und Entwicklung. Ab 1985 hatte er eine Professur.
Schubert war an der Entwicklung von Einzel-Möbeln und Produktprogrammen im Auftrag der Möbelindustrie beteiligt, u. a. mit Günther Börner (* 1931), Rudolf Horn, Helmut Kesslering, Horst Stäudtner (1934–2019) und Eberhard Wüstner am Möbelprogramm Deutsche Werkstätten.[2] Im Zusammenhang mit dem Wohnungsbauprogramm der DDR war er an der Gestaltung von Experimentalwohnungen in Leipzig, Rostock und Niesky beteiligt.[3] Auf der VIII. Kunstausstellung der DDR wurde ein von Horn, Schubert und Stäudtner gestaltetes „Einfachmöbelprogramm“ gezeigt, welches der Designhistoriker Hein Köster als „Möbel mit Moral“ bezeichnete. Es verstieß jedoch gegen bestehende Fachbereichsstandards und ging nicht in die Produktion.[4]
Schubert war bis 1990 Mitglied des Verbands Bildender Künstler der DDR. Er wurde 1986 „in Würdigung seiner dreißigjährigen verdienstvollen Tätigkeit als Möbelgestalter, Innenarchitekt und Hochschullehrer“ mit dem Designpreis der DDR geehrt.[5]
Werkbeispiele
Möbel
- Kombinationsmöbelprogramm THEMASETT (1968, mit Rudolf Horn, Helmut Kesslering, Horst Stäudtner und Eberhard Wüstner; Produktion durch VEB Südthüringer Möbelwerke Themar)[6]
- Einzel- und Ergänzungsmöbel des Möbelprogramms Deutsche Werkstätten (mit Günther Börner, Rudolf Horn, Helmut Kesslering, Horst Stäudtner und Eberhard Wüstner; Produktion durch VEB Möbelkombinat Hellerau)
Fachpublikation
- Mitnahmemöbel. In: Form + Zweck, Berlin, 4/83, S. 18–23 (mit Rudolf Horn)[7]
Teilnahme an zentralen und wichtigen regionalen Ausstellungen in der DDR
- 1962/1963, 1977/1978, 1982/1983 und 1987/1988: Dresden, Fünfte Deutsche Kunstausstellung und VIII. bis X. Kunstausstellung der DDR
- 1985: Leipzig, Bezirkskunstausstellung
Literatur
- Lutz Frömmel: Möbeldesigner und Hochschullehrer: Dozent Erich Schubert/VBK der DDR. In: Möbel und Wohnraum, Leipzig, 5/1983.
- Heinz Hirdina: Gestalten für die Serie. Design in der DDR. 1949–1985. Verlag der Kunst, Dresden, 1988, S. 388.
- Dietmar Eisold (Hrsg.): Lexikon Künstler in der DDR. Verlag Neues Leben, Berlin 2010, ISBN 978-3-355-01761-9, S. 857.
Einzelnachweise
- ↑ Hein Köster: Zehn Jahre Entwicklungsarbeit. In: Form + Zweck, Berlin, 4/1976, S. 13.
- ↑ Bot-Check. Abgerufen am 4. Januar 2026.
- ↑ Bot-Check. Abgerufen am 3. Januar 2026.
- ↑ Form + Zweck. Abgerufen am 3. Januar 2026 (deutsch).
- ↑ Form + Zweck, Berlin, 6/1986, S. 2.
- ↑ Bot-Check. Abgerufen am 3. Januar 2026.
- ↑ Form + Zweck. Abgerufen am 3. Januar 2026.