Elisabethstraße (München)

Elisabethstraße
Straße in München
Ecke Elisabeth-/Winzererstraße
Basisdaten
Landeshauptstadt München
Stadtbezirk Schwabing-West
Hist. Namen Mittermayerstraße (1892)
Name erhalten 1899[1]
Anschluss­straßen Franz-Joseph-Straße, Schwere-Reiter-Straße
Querstraßen Gentzstraße, Isabellastraße, Jakob-Klar-Straße, Tengstraße, Adelheidstraße, Hiltenspergerstraße, Zentnerstraße, Schleißheimer Straße, Winzererstraße, Theo-Prosel-Weg, Kathi-Kobus-Straße
Plätze Elisabethplatz
Nummern­system Orientierungsnummerierung
U-Bahnhof geplant: U-Bahnhof Elisabethplatz
Nutzung
Nutzergruppen Fußverkehr, Radverkehr, Individualverkehr
Technische Daten
Straßenlänge ca. 1,2 km

Die Elisabethstraße ist eine Innerortsstraße im Stadtbezirk Schwabing-West (Nr. 4) von München.

Verlauf

Die Straße beginnt im Osten in Verlängerung der Franz-Joseph-Straße am Elisabethplatz, der westlich an die Nordendstraße anliegt. Sie führt in generell westnordwestlicher Richtung, die Isabellastraße, die Tengstraße, die Zentnerstraße und die Hiltenspergerstraße kreuzend südlich am Nordbad vorbei zur Schleißheimer Straße, die sie kreuzt. Parallel zur Schleißheimer Straße verläuft westlich die Winzererstraße, zwischen beiden Straßen befinden sich nördlich die Gebäude des Stadtarchivs, südlich derzeit (2025) eine riesige, als Schwabinger Loch bezeichnete Baugrube, die durch den Abbruch des Kaufhauses Karstadt am Nordbad entstanden ist[2]. Zwischen der Schleißheimer Straße und der Winzererstraße verläuft eine niedrige Terrasse der Münchner Schotterebene. Westlich der Winzererstraße führt die Straße in das Areal des Oberwiesenfelds, wo sich in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts das militärisch genutzte Barackenkasernement befand, von dem noch ein Verwaltungsgebäude mit ehemaligem Offizierskasino (Elisabethstraße 79) erhalten ist. Die Elisabethstraße endet an der Schwere-Reiter-Straße. Sie führt dabei westlich der Hiltenspergerstraße nahezu exakt an der früheren Burgfriedensgrenze der Stadt München (von 1724 bis 1808) entlang, während sie weiter östlich südlich dieser Stadtgrenze verlief (ursprüngliche Burgfriedensteine 7, 8 und 9, Stein 9 am Elisabethplatz, im August 2023 schwer beschädigt, erhalten. allerdings nicht in Originallage).[3]

Öffentlicher Personennahverkehr

Durch die Elisabethstraße verkehren keine öffentlichen Verkehrsmittel. Jedoch wird der Ostteil mit den Straßenbahnlinien 27 und 28 erreicht, die am Elisabethplatz halten. Den Westteil versorgt die Trambahnlinie 12 mit ihrer Haltestelle Barbarastraße in der Schwere-Reiter-Straße. Der Mittelteil der Straße ist von der Trambahnhaltestelle Nordbad gut zu erreichen.

Geschichte

Die neuen, von der streng geometrisch geplanten Maxvorstadt abweichenden Baulinien folgende Straße galt wie ihre östliche Fortsetzung, die Franz-Joseph-Straße, in ihrem Ostteil als „feine Straße“[4]. Ursprünglich war (1892) der Name Mittermayrstraße vorgesehen, der schließlich für eine andere Straße vergeben wurde[5] Der Westteil gehört schon zum früheren Kasernenviertel des Oberwiesenfelds. Am 1. Mai 1923 überfielen an der Ecke zur Isabellastraße paramilitärische Verbände der NSDAP von der Maifeier auf der Theresienwiese zurückkehrende Gewerkschaftler und entrissen ihren die Fahnen; die Polizei schritt nicht ein.[6]

Namensgeber

Die Straße ist nach Elisabeth von Österreich, der als „Sisi“ oder „Sissi“ populären Ehefrau von Kaiser Franz Joseph I. von Österreich(-Ungarn) (1837–1898) benannt, die aus einer Seitenlinie der Wittelsbacher stammte und von einem Anarchisten auf offener Straße erstochen wurde.[7]

Bekannte Bewohner

Zu den prominenten Bewohnern der Straße gehörten

  • Karl Caspar, Maler (1879–1956), Elisabethstraße 38/IV
  • Julius Diez, Kunstmaler (1870–1957), Elisabethstraße 3/II
  • Gisela Elsner, Schriftstellerin (1937–1992), Elisabethstraße 8
  • Karl Ettlinger Schriftsteller und Humorist (1882–1939), Elisabethstraße 15/II und 17/II
  • Rudolf Heß, NS-Politiker (1894–1987), Elisabethstraße 5
  • Hans Egon Holthusen, Kunsthistoriker, Schriftsteller (1913–1997), Elisabethstraße 25/0
  • Heinrich Kley, Zeichner und Maler (1863–1945), Elisabethstraße 17/II
  • Walter Sedlmayr, Schauspieler (1926–1990), Elisabethstraße 5 (dort auch ermordet)
  • Willy Seidel, Schriftsteller (1887–1934), Elisabethstraße 30/IV

Gebäude unter Denkmalschutz

  • Nr. 3/5: Mietshaus, viergeschossige symmetrisch angelegte Jugendstilbauten mit Mansarddach, Erker-Balkon-Gruppen und Dachhäusern bzw. Atelieraufbauten, reicher Fassadendekor, 1907–1908 von Hans Memminger; symmetrische Gruppe von Elisabethstraße 3 und 5 (Denkmalliste D-1-62-000-1475)
  • Nr. 7: Mietshaus, viergeschossiger Jugendstil-Eckbau mit Mansardwalmdach, Erkern und übergiebelten Zwerchhäusern bzw. Atelieraufbauten, reicher Fassadendekor, 1907 von Johann Wacker (Denkmalliste D-1-62-000-1477)
  • Nr. 9: Mietshaus, viergeschossiger Jugendstilbau in Ecklage mit Mansardwalmdach, Erkern, Putz- und Stuckdekor, 1906–1907 von Georg Guinin (Denkmalliste D-1-62-000-1478) für Baumeister A. Hainthaler[8]
  • Nr. 11: Mietshaus, barockisierender Jugendstil, mit Erker, 1907–1908 von Georg Guinin (für Baumeister A. Hainthaler) (Denkmalliste D-1-62-000-1479)
  • Nr. 13: Mietshaus, viergeschossiger barockisierender Jugendstilbau mit Polygonalerker, 1907–1908 von Franz Popp (für Baumeister A. Hainthaler)(Denkmalliste D-1-62-000-1480)
  • Nr. 16: Mietshaus, viergeschossiger Jugendstilbau mit Erker-Balkon-Gruppe und Zwerchhaus, reicher Fassadendekor, 1907 von Franz Popp (einem der damals meistbeschäftigten Architekten in Schwabing), für den Baumeister Hans Wimbauer[9]; mit Vorgartenzaun (Denkmalliste D-1-62-000-1481)
  • Nr. 25: Mietshaus, viergeschossiger Walmdachbau in Ecklage, mit Erkern, Balkonen und Dachhäusern, errichtet in Formen des Jugendstils mit reichem Fassadendekor, 1907 von Franz Popp (für den Baumeister Hans Wimbauer), „seltsame Mischung von Neubarock und Jugendstil“[10] (Denkmalliste D-1-62-000-1482)
  • Nr. 29: Mietshaus, viergeschossiger Jugendstilbau in Ecklage, mit Risaliten, Erkern und Balkonen, Eckausbildung mit Loggia und Attika, 1909–1910 von Franz Popp (nach Kriegsschäden vereinfacht); mit Einfriedung (Denkmalliste D-1-62-000-1483)
  • Nr. 30: Mietshaus, fünfgeschossiger Eckbau mit Walmdach mit Erker-Balkon-Gruppen, errichtet in Formen des barockisierenden Jugendstils mit reichem Fassadendekor, bezeichnet mit dem Jahr 1910, von Jakob Wacker (Denkmalliste D-1-62-000-1484), Dachgeschoss verändert
  • Nr. 34: Mietshaus, viergeschossiger Walmdachbau in Ecklage mit Zwerchgiebel, Erkern und Balkonen, turmartig erhöhte Eckausbildung, errichtet in Formen des Jugendstils mit reichem Fassadendekor, 1907 von Jakob Bender für den Baumeister Georg Hainthaler; Gruppe mit Elisabethstraße 36 und 38 (Denkmalliste D-1-62-000-1485)
  • Nr. 36: Mietshaus, viergeschossiger Jugendstilbau mit Schweifgiebel und Erker, 1907 von Jakob Bender; Gruppe mit Elisabethstraße 34 und 38 (Denkmalliste D-1-62-000-1486)
  • Nr. 38: Mietshaus, viergeschossiger Walmdachbau in Ecklage mit Zwerchgiebel, Erkern und Balkonen, errichtet in Formen des Jugendstils, 1907 von Jakob Bender; Fassade erneuert; Gruppe mit Elisabethstraße 34 und 36 (Denkmalliste D-1-62-000-1487)
  • Nr. 44: Mietshaus, viergeschossiger Jugendstil-Eckbau mit breitem Dachhaus und Fassadendekor, Westfassade mit zwischen Giebelbauten eingespannten Loggien, 1908 von Heinrich Stengel und Paul Hofer (Denkmalliste D-1-62-000-1488)
  • Nr. 68: Wohnanlage, barockisierende Anlage, bestehend aus drei dreigeschossigen Walmdachbauten mit Putzgliederung, diese durch Torbögen miteinander verbunden, bezeichnet mit dem Jahr 1926; siehe Winzererstraße 35 (Denkmalliste D-1-62-000-1489)
  • Nr. 79: ehemaliges Offizierskasino des 3. Pionierbataillons der Pionierkaserne I, villenartiger barockisierender Bau mit Putzgliederung, 1907/1908 von Georg Besold (Denkmalliste D-1-62-000-1490)

Weitere Gebäude

Literatur

  • Hans Dollinger: Die Münchner Straßennamen. 8. Aufl. 2016, Chr. Belser Ges. für Verlagsgeschäfte, Stuttgart, ISBN 978-3-7630-4039-1, S. 75.
  • Reinhard Bauer: Schwabing. Das Stadtteilbuch. Bavarica-Verlag Dr. Reinhard Bauer, München 1997, ISBN 3-923395-06-X, S. 90–93 (auch zum Elisabethplatz/Elisabethmarkt).
  • Heinrich Habel/Klaus Merten/Michael Petzet/Siegfried von Quast: Münchener Fassaden. Bürgerhäuser des Historismus und des Jugendstils. Prestel Verlag München 1974, ISBN 3-7913-0048-2, S. 282 und Abb. 83–89

Einzelnachweise

  1. Hans Dollinger: Die Münchner Straßennamen. 8. Aufl. 2016, Chr. Belser Ges. für Verlagsgeschäfte, Stuttgart, ISBN 978-3-7630-4039-1, S. 75
  2. sueddeutsche.de
  3. Max Spindler (Hrsg.): Bayerischer Geschichtsatlas. Bayerischer Schulbuch-Verlag München 1969, Karte S. 43 (Das Werden der großen Städte I)
  4. Vgl. Reinhard Bauer: Schwabing. Das Stadtteilbuch. Bavarica-Verlag Dr. Reinhard Bauer, München 1997, ISBN 3-923395-06-X, S. 90/91
  5. Vgl. Stadtadreßbuch 1896
  6. Bernhard Weyerer: München 1919–1933. Stadtrundgänge zur politischen Geschichte. Hrsg. Landeshauptstadt München. Buchendorfer Verlag, München 1993, ISBN 3-927984-18-3, S. 177 f.
  7. Vgl. Reinhard Bauer: Schwabing. Das Stadtteilbuch. Bavarica-Verlag Dr. Reinhard Bauer, München 1997, ISBN 3-923395-06-X, S. 149
  8. Heinrich Habel/Klaus Merten/Michael Petzet/Siegfried von Quast: Münchener Fassaden. Bürgerhäuser des Historismus und des Jugendstils. Prestel Verlag München 1974, ISBN 3-7913-0048-2, S. 282
  9. Heinrich Habel/Klaus Merten/Michael Petzet/Siegfried von Quast: Münchener Fassaden. Bürgerhäuser des Historismus und des Jugendstils. Prestel Verlag München 1974, ISBN 3-7913-0048-2, Text zu Abb. 85/86
  10. Heinrich Habel/Klaus Merten/Michael Petzet/Siegfried von Quast: Münchener Fassaden. Bürgerhäuser des Historismus und des Jugendstils. Prestel Verlag München 1974, ISBN 3-7913-0048-2, Text zu Abb. 87
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Koordinaten: 48° 9′ 28″ N, 11° 34′ 25″ O