Franz-Joseph-Straße (München)

Franz-Joseph-Straße
Straße in München
Franz-Joseph-Straße 23
Basisdaten
Landeshauptstadt München
Stadtbezirk Schwabing-Freimann, Schwabing-West
Name erhalten 1894[1]
Anschluss­straßen Martiusstraße, Elisabethstraße
Querstraßen Leopoldstraße, Wilhelmstraße, Friedrichstraße, Habsburgerstraße, Römerstraße, Kurfürstenstraße, Nordendstraße
Plätze Habsburgerplatz, Elisabethplatz
Nummern­system Orientierungsnummerierung
U-Bahnhof Giselastraße; geplant: U-Bahnhof Elisabethplatz
Nutzung
Nutzergruppen Fußverkehr, Radverkehr, Individualverkehr
Technische Daten
Straßenlänge ca. 680 m

Die Franz-Joseph-Straße ist eine Innerortsstraße in den Stadtbezirken Schwabing-Freimann (Nr. 12) und Schwabing-West (Nr. 4) von München.

Verlauf

Die Straße beginnt im Osten an der Leopoldstraße und verläuft zunächst nördlich des Leopoldparks in generell westlicher Richtung über die Friedrichstraße und die Südseite des diese unterbrechenden Habsburgerplatzes zur Kurfürstenstraße und zu der mit dieser parallelen Nordendstraße; zwischen beiden Straßen verlief der Türkengraben, mit dessen Bau 1702 begonnen, der aber niemals fertiggestellt wurde und dessen Reste 1811 verfüllt wurden. Westlich der Nordendstraße schließt sich der Elisabethplatz an, der in die Elisabethstraße übergeht, die sich bis zur Schwere-Reiter-Straße fortsetzt. An der Friedrichstraße tritt die Franz-Joseph-Straße vom Stadtbezirk Schwabing-Freimann in den Stadtbezirk Schwabing-West über.

Öffentlicher Personennahverkehr

Durch die Franz-Joseph-Straße verkehren keine öffentlichen Verkehrsmittel. Jedoch wird der Ostteil durch die nahegelegene U-Bahn-Station Giselastraße und die Stadtbuslinie 54 erschlossen. Den Westteil erreicht man mit den Straßenbahnlinien 27 und 28, die am Elisabethplatz halten. Am Westende der Straße ist der U-Bahnhof Elisabethplatz der künftigen Linie U 9 geplant.

Geschichte

Die neuen, von der streng geometrisch geplanten Maxvorstadt abweichenden Baulinien folgende, um 1900 bebaute Straße galt als „feine Straße“[2].

Namensgeber

Die Straße ist nach Kaiser Franz Joseph I. von Österreich(-Ungarn) (1830–1916) benannt.[3]

Bekannte Bewohner

Zu den prominenten Bewohnern der Straße gehörten:[4][5]

Außerdem:

Gebäude unter Denkmalschutz

  • Nr. 1: Mietshaus, neuklassizistischer Walmdachbau, mit Kolossalsäulen, 1915 von den Gebrüdern Ludwig (Denkmalliste D-1-62-000-1766)
  • Nr. 8: Mietshaus, freistehender, barockisierender Eckbau mit Stuckdekor und Karyatiden am Traufgesims, 1903–05 von Ludwig Grothe (Denkmalliste D-1-62-000-1767)
  • Nr. 10: Mietshaus, stattlicher, neubarocker Eckbau, mit Erkern, Balkonen und Vorgartengitter an der Ostseite, um 1900; Gruppe mit Nr. 12 (Denkmalliste D-1-62-000-1768)
  • Nr. 11: Mietshaus, Jugendstil, mit asymmetrisch geschweiftem Giebel, 1903 von Martin Dülfer; vereinfacht (Denkmalliste D-1-62-000-1769)
  • Nr. 12: Mietshaus, neubarock, mit zwei Erkern, um 1890/1900; Gruppe mit Nr. 10 (Denkmalliste D-1-62-000-1770)
  • Nr. 13: Rückgebäude, 1903 von Martin Dülfer; letzte Wohnung von Hans und Sophie Scholl (Denkmalliste D-1-62-000-1771)
  • Nr. 14: Mietshaus, neubarock, reich gegliedert und stuckiert, mit Balkongittern, 1896–97 von Heinrich Neumann (Denkmalliste D-1-62-000-1772)
  • Nr. 15/17 Rückgebäude: Mietshaus, dreigeschossiges Rückgebäude in barockisierenden Jugendstilformen mit Erkern, Balkons und Stuckdekor, um 1900 (Denkmalliste D-1-62-000-1774)
  • Nr. 18: Mietshaus, im Kern neubarock, mit Balkon und Erkern, um 1890/1900, stark vereinfacht; ähnlich Nr. 10, 12 und 14 (Denkmalliste D-1-62-000-1775)
  • Nr. 19: Mietshaus, Jugendstil, reich stuckiert, mit Erker und Balkongittern, 1903 von Franz (Ferenc) Nyilas. Rückgebäude zum Leopoldpark gleichzeitig, im barockisierenden Jugendstil mit Stuckdekor (Denkmalliste D-1-62-000-1776): Bekannt als Pfauenhaus mit der Pfauen-Apotheke.[7][8]
  • Nr. 20: Mietshaus, neubarock, stattlicher Eckbau, mit Putzgliederung, um 1890; Wohnhaus Karl Amadeus Hartmanns; Gruppe mit Habsburgerplatz 2 und 4 (Denkmalliste D-1-62-000-1777), nach Kriegsbeschädigung verändert[9]
  • Nr. 21: Mietshaus, Jugendstil, reich gegliedert, mit Erker und Balkonen, um 1904 von Max Langheinrich; bildet mit Nr. 23 und Friedrichstraße 18 eine Jugendstil-Baugruppe (Denkmalliste D-1-62-000-1778)
  • Nr. 23: Mietshaus, Jugendstil, reich gegliederter Eckbau mit Erkern und Balkonen, um 1904 von Max Langheinrich; Gruppe mit Nr. 21 und Friedrichstraße 18 (Denkmalliste D-1-62-000-1779)
  • Nr. 26: Wohn- und Geschäftshaus, zweiflügliger, sieben- bzw. achtgeschossiger Stahlbetonbau in Schottenbauweise mit Flachsatteldach mit größtenteils raumhohen Fensterelementen und vorgesetzten Balkonen oder Loggien, hofseitigen durchgehenden Laubengängen; im Hofraum Waschhaus über Garagen; von Sep Ruf, 1951–54 (Denkmalliste D-1-62-000-8468)
  • Nr. 38: Mietshaus, viergeschossiger reich gegliederter Eckbau in Jugendstilformen mit Erkern, Balkons, Zwerchgiebeln und teils figürlichem Stuckdekor, 1903 von Max Langheinrich. Teilweise später aufgestockt; mit Einfriedung, wohl bauzeitlich (Denkmalliste D-1-62-000-1780). Hervorgehoben werden die spitzohrigen Fledermäuse, die den Abschluss der achteckigen Säulen bilden.[10]
  • Nr. 40: Mietshaus, viergeschossiger Neurenaissancebau in Ecklage mit Erkerturm, Kastenerkern, Zwerchhäusern und Putzgliederung, 1898 von Rosa Barbist (Denkmalliste D-1-62-000-1781)
  • Nr. 42: Mietshaus, viergeschossiger neubarocker Satteldachbau mit durch Erker und geschweiftem Zwerchgiebel betonter Mittelachse, Putzgliederung und Stuckdekor mit Jugendstilelementen, um 1900. 1900–1906 Wohnhaus von Frank Wedekind (Denkmalliste D-1-62-000-1782)
  • Nr. 44: Mietshaus, viergeschossiger Mansarddachbau in Formen der deutschen Renaissance mit Doppelerkerfassade und polychromem Maßwerkdekor, um 1900 (Denkmalliste D-1-62-000-1783)
  • Nr. 48: Mietshaus, viergeschossiger neubarocker Mansardwalmdachbau mit Erkertürmen, geschweiftem Zwerchgiebel und Putzgliederung, um 1900, vereinfacht (Denkmalliste D-1-62-000-1784)

Theater

Schauburg, städtisches Kinder- und Jugendtheater, Nr. 47. Das Gebäude an der Ostseite des Elisabethplatzes war zuvor Ufa-Kino und Diskothek Blow-Up.

Unternehmen

In der Franz-Joseph-Straße 2 hatte der 1960 gegründete Deutsche Taschenbuch Verlag (dtv) zunächst seinen Sitz, der später in die Isarvorstadt verlegt wurde.

Literatur

  • Hans Dollinger: Die Münchner Straßennamen. 8. Aufl. 2016, Chr. Belser Ges. für Verlagsgeschäfte, Stuttgart, ISBN 978-3-7630-4039-1, S. 92.
  • Reinhard Bauer: Schwabing. Das Stadtteilbuch. Bavarica-Verlag Dr. Reinhard Bauer, München 1997, ISBN 3-923395-06-X, S. 90 f.
  • Heinrich Habel/Klaus Merken/Michael Petzet/Siegfried von Quast: Münchener Fassaden. Bürgerhäuser des Historismus und des Jugendstils. Prestel Verlag München 1974, ISBN 3-7913-0048-2, S. 284 und Abb. 106–112.

Einzelnachweise

  1. Hans Dollinger: Die Münchner Straßennamen. 8. Aufl. 2016, Chr. Belser Ges. für Verlagsgeschäfte, Stuttgart, ISBN 978-3-7630-4039-1, S. 92
  2. Vgl. Reinhard Bauer: Schwabing. Das Stadtteilbuch. Bavarica-Verlag Dr. Reinhard Bauer, München 1997, ISBN 3-923395-06-X, S. 90/91
  3. Vgl. Reinhard Bauer: Schwabing. Das Stadtteilbuch. Bavarica-Verlag Dr. Reinhard Bauer, München 1997, ISBN 3-923395-06-X, S. 149
  4. Martin Arz: Schwabing. Reiseführer für Münchner. Hirschkäfer Verlag München 2016, ISBN 978-3-940839-45-9, S. 142
  5. Reinhard Bauer: Schwabing. S. 151
  6. Jan Grossarth: Ein Stern, der verglühte. Artikel der Süddeutschen Zeitung vom 8. Juni 2005, abgerufen am 15. Oktober 2025.
  7. Martin Arz: Schwabing. Reiseführer für Münchner. Hirschkäfer Verlag München 2016, ISBN 978-3-940839-45-9, S. 108
  8. https://vielfaltdermoderne.de/franz-joseph-strasse/
  9. siehe München Wiki
  10. Martin Arz: Schwabing. Reiseführer für Münchner. Hirschkäfer Verlag München 2016, ISBN 978-3-940839-45-9, S. 109
Commons: Franz-Joseph-Straße (München) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Koordinaten: 48° 9′ 27″ N, 11° 35′ 0″ O