Tengstraße

Tengstraße
Straße in München
Tengstraße 24
Basisdaten
Landeshauptstadt München
Stadtbezirk Maxvorstadt, Schwabing-West
Name erhalten 1894[1]
Anschluss­straßen Luisenstraße, Erich-Kästner-Straße
Querstraßen Zieblandstraße, Görresstraße, Josephstraße, Adalbertstraße, Neureutherstraße, Georgenstraße, Agnesstraße, Elisabethstraße, Bauerstraße, Hohenzollernstraße
Plätze Hohenzollernplatz
Nummern­system Orientierungsnummerierung
U-Bahnhof Josephsplatz, Hohenzollernplatz
Nutzung
Nutzergruppen Fußverkehr, Radverkehr, Individualverkehr
Technische Daten
Straßenlänge ca. 900 m

Die Tengstraße ist eine Innerortsstraße in den Stadtbezirken Maxvorstadt (Nr. 3) und Schwabing-West (Nr. 4) von München.

Verlauf

Die Straße beginnt an der Südwestecke des Alten Nordfriedhofs an der Kreuzung mit der Zieblandstraße. Sie setzt etwas nach Westen versetzt die Luisenstraße in nördlicher Richtung fort und tritt dabei aus dem strengen Rastersystem der Maxvorstadt heraus. Der Abschnitt westlich des Friedhofs war zunächst als Trauerstraße bekannt und wurde erst nachträglich der Tengstraße zugeschlagen, die ursprünglich an der Adalbertstraße begann.[2] Zwischen Adalbertstraße und Neureutherstraße schließt westlich die nach weitgehender Zerstörung im Zweiten Weltkrieg wieder aufgebaute neobarocke katholische Pfarrkirche St. Joseph an. An der Kreuzung mit der Georgenstraße tritt die Tengstraße in den Stadtteil Schwabing-West über, in dem in den 1890er Jahren eine „wilde Bodenspekulation“ mit überbordendem Mietshausneubau herrschte[3]. Die Straße führt weiter in einem leichten Linksbogen über die Elisabethstraße bis zum Hohenzollernplatz, an dessen Südende sie auf die Hohenzollernstraße trifft. Jenseits des Hohenzollernplatzes bildet die Erich-Kästner-Straße die Fortsetzung.

Öffentlicher Personennahverkehr

Durch die Tengstraße verkehren keine öffentlichen Verkehrsmittel mehr. Jedoch verkehrte bis 1961 die auch als Ruinenschleicher bekannte Trambahnlinie 37 (Ostbahnhof bis Nordbad) durch die Straße. Heute wird der Mittelteil der Straße mit den Straßenbahnlinien 27 und 28 erreicht, die am Elisabethplatz halten. Norden und Süden der Straße werden durch die U-Bahnhöfe Josephsplatz und Hohenzollernplatz versorgt.

Namensgeber

Die Straße ist nach Josef von Teng (1786–1837) benannt, der von 1836 bis zu seinem frühen Tod 1837 erster rechtskundiger Bürgermeister von München war.

Bekannte Bewohner

Zu den prominenten Bewohnern der Straße gehörten

Gebäude unter Denkmalschutz

Das Dehio-Handbuch[4] bezeichnet die Häuser Tengstraße 22, 24, 26 und 33, 35, 37 (mit weiteren Häusern in der Agnesstraße) als typische Beispiele "für die meist zerstörte Mietshausbebauung Westschwabings zu Anfang des 20. Jahrhunderts von Otho Orlando Kurz und Eduard Herbert".

  • Nr. 1: Mietshaus, Neurenaissance, um 1890/1900 (Denkmalliste D-1-62-000-6797)
  • Nr. 4: Mietshaus, Eckbau in deutscher Renaissance, mit zwei Erkern, 1903 von August Brüchle, Tektur 1904 von Ludwig Dinglreiter (Denkmalliste D-1-62-000-6798)
  • Nr. 6: Mietshaus, Jugendstil-Eckbau, mit drei Erkern, Madonnenrelief und Stuckdekor, 1903 von Georg Völkl (Denkmalliste D-1-62-000-6799)
  • Nr. 11: Mietshaus, barockisierender Jugendstil, reich stuckiert, bezeichnet 1907 (Denkmalliste D-1-62-000-6800)
  • Nr. 14: Mietshaus, viergeschossiger historistischer Eckbau mit zwei Erkern und Eckkuppel, 1906 von Konrad Böhm; Fassade vereinfacht (Denkmalliste D-1-62-000-6801)
  • Nr. 15: Mietshaus, Jugendstil, mit zwei Erkern, 1907 wohl von Baumeister Ernst Mayrhofer (Denkmalliste D-1-62-000-6802)
  • Nr. 22: Mietshaus, viergeschossiger Eckbau mit Mansardwalmdach, mit turmartigem Aufsatz und reicher Putzgliederung, im klassizisierenden Jugendstil, 1912 von Otho Orlando Kurz und Eduard Herbert (Denkmalliste D-1-62-000-6803)
  • Nr. 24: Mietshaus, viergeschossiger Mansarddachbau mit großem Zwerchhaus, Erkern, Eingangsportal und reicher Putzgliederung, in den Formen des Jugendstils, 1911 von Otho Orlando Kurz und Eduard Herbert; Gruppe mit dem gleichartigen Haus Tengstraße 26 (Denkmalliste D-1-62-000-6804)
  • Nr. 26: Mietshaus, viergeschossiger Mansarddachbau mit großem Zwerchhaus, Erkern, Eingangsportal und reicher Putzgliederung, in den Formen des Jugendstils, 1911 von Otho Orlando Kurz und Eduard Herbert; Gruppe mit dem gleichartigen Haus Tengstraße 24 (Denkmalliste D-1-62-000-6405)
  • Nr. 27: Mietshaus, viergeschossiger Mansarddachbau mit Breiterker, Zwerchhaus, Balkongittern und reicher Putzgliederung mit plastischem Dekor, in Formen des Jugendstils, 1911–1912 von Franz Popp, Fassade von Wilhelm Borchert (Denkmalliste D-1-62-000-6406)
  • Nr. 33: Mietshaus, ehemaliger Sitz des Museums Witt. Viergeschossiger Mansarddachbau mit Polygonalerkern, Balkon und hohem Zwerchhaus mit Schmuckgiebel, in Formen des späten Jugendstils, 1909–1910 von Otho Orlando Kurz und Eduard Herbert; Gruppe mit Tengstraße 35 und 37 (Denkmalliste D-1-62-000-6807)
  • Nr. 35: Mietshaus, viergeschossiger Mansarddachbau mit hohem Zwerchhaus mit Schmuckgiebel und Gesimsbändern, in Formen des späten Jugendstils, 1909–1910 von Otho Orlando Kurz und Eduard Herbert; Gruppe mit Tengstraße 33 und 37 (Denkmalliste D-1-62-000-6808)
  • Nr. 37: Mietshaus, viergeschossiger Mansarddachbau mit Erker und hohem Zwerchhaus mit Schmuckgiebel, in Formen des späten Jugendstils, 1909–1910 von Otho Orlando Kurz und Eduard Herbert; Gruppe mit Tengstraße 33 und 35 (Denkmalliste D-1-62-000-6809)
  • Nr. 43: Mietshaus, fünfgeschossiger Satteldachbau mit Runderker, Rundbogenportal und Fenstergesimsen, in Formen des späten Jugendstils, 1909 von Otho Orlando Kurz und Eduard Herbert; Fassade vereinfacht (Denkmalliste D-1-62-000-6810)
  • Nr. 45: Mietshaus, viergeschossiger Satteldacheckbau mit Schweifgiebel, Zwerchhaus, Erkern, Balkonen und reicher Putzgliederung, in Formen des späten Jugendstils, 1909–1910 von Franz Popp (Denkmalliste D-1-62-000-6811)

Literatur

  • Hans Dollinger: Die Münchner Straßennamen. 8. Aufl. 2016, Chr. Belser Ges. für Verlagsgeschäfte, Stuttgart, ISBN 978-3-7630-4039-1, S. 308.

Einzelnachweise

  1. Hans Dollinger: Die Münchner Straßennamen. 8. Aufl. 2016, Chr. Belser Ges. für Verlagsgeschäfte, Stuttgart, ISBN 978-3-7630-4039-1, S. 308
  2. nach München Wiki
  3. Reinhard Bauer: Schwabing. Das Stadtteilbuch. Bavarica-Verlag Dr. Reinhard Bauer, München 1997, ISBN 3-923395-06-X, S. 90
  4. Georg Dehio (Begr.), Ernst Götz u. a. (Bearb.).: Handbuch der deutschen Kunstdenkmäler, Bayern IV: München und Oberbayern, 3. Aufl. 2006, Deutscher Kunstverlag München/Berlin, ISBN 978-3-422-03115-9, S. 899
Commons: Tengstraße (München) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Koordinaten: 48° 9′ 27″ N, 11° 34′ 7″ O