Eisenhut (Berg)

Eisenhut
Eisenhut von Süden (Bretthöhe)
Höhe 2441 m ü. A.
Lage Steiermark, Österreich
Gebirge Nockberge, Gurktaler Alpen
Dominanz 29,2 km → Preber
Schartenhöhe 800 m ↓ Katschberg
Koordinaten 46° 57′ 11″ N, 13° 55′ 45″ O
Gestein Tonschiefer, Phyllite und Tuffite
Alter des Gesteins Paläozoikum
Besonderheiten Höchster Berg der Gurktaler Alpen

Der Eisenhut ist mit einer Höhe von 2441 m ü. A. der höchste Berg der Nockberge und somit auch der Gurktaler Alpen insgesamt. Er liegt im Grenzgebiet zwischen der Steiermark und Kärnten. Sein Name verweist auf den in der Vergangenheit bedeutenden Eisenbergbau.

Berg und Umgebung

Der Eisenhut überragt den Rosennock um einen Meter und ist somit der höchste Gipfel der Nockberge. Er befindet sich nordöstlich der Turracher Höhe. In südlicher Richtung schließt an ihn eine Reihe weiterer Gipfel mit deutlich über 2000 m Seehöhe an, zuallererst der dreigipfelige Wintertalernock (2333 m, 2404 m, 2394 m), im Norden fällt der Eisenhut in den Graben der Turrach ab. Als östliche Begrenzung des gesamten Bergmassivs kann die Flattnitzer Höhe gelten.

Kulturhistorisches

Der Name des Bergs rührt vom Eisenbergbau her, der hier in früher Zeit betrieben wurde (siehe Bergbau in Turrach),[1] wovon ein Montanmuseum in der nahegelegenen Ortschaft Turrach zeugt. Aus der Zeit Anfang des 19. Jahrhunderts gibt es eine Beschreibung des Gebiets.[2]

Dem Eisenhut ist auch ein Vers in der zweiten Strophe des Kärntner Heimatlieds gewidmet. Diese lautet: Wo durch der Matten herrlich Grün, des Draustroms rasche Fluten ziehen, vom Eisenhut, wo schneebedeckt sich Nordgaus Alpenkette streckt, bis zur Karawanken Felsenwand dehnt sich mein freundlich Heimatland.[3] Obwohl sein Hauptgipfel in der Steiermark liegt, dient der Berg hier als nördlicher Gegenpol zu den südlichen Karawanken, um die Ausmaße Kärntens zu umreißen.

Der Eisenhut als Untergruppe der Nockberge

Laut der Gebirgsgruppengliederung für das österreichische Höhlenverzeichnis bildet das Massiv des Eisenhuts mit zahlreichen umliegenden Gipfeln eine von acht Gebirgsgruppen der Nockberge. Nach dieser Definition wird diese (Unter-)Gruppe umgrenzt von umgrenzt vom Gurktal von Ebene Reichenau flussabwärts bis Kleinglödnitz, dem Glödnitztal, der Flattnitzer Höhe, dem Paalbach, dem Murtal zwischen Stadl an der Mur und Predlitz und der Turracher Höhe. Zu dieser Untergruppe gehört:

  • Zum einen das Massiv des namensgebenden Eisenhuts (2441 m) mit dem nahen Wintertalernock (2394 m), dem nach Süden hin mehrere Bergrücken mit Gipfeln höher als 2000 m vorgelagert sind, u a. südwestlich Hoazhöhe (2319 m), Gruft (2232 m) und Schoberriegel (2208 m) sowie südlich Bretthöhe (2320 m) und Großer Speikkofel (2270 m). Nördlich folgt nach einem ca. 1750 m tiefen Sattel ein zeitweilig bis auf 2210 m (namenloser Punkt) ansteigender Rücken, der bis zum Karlsbergeck (1838 m; südöstlich von Predlitz) am Murtal heranreicht.
  • Zum anderen das südlich und südöstlich anschließende, weitläufige und stark zergliederte Berg- und Hügelland nördlich der Gurk mit Teuchen-, Griffner- und Glödnitztal. Hierzu zählt etwa auch die Umgebung der Hochrindl (Kruckenspitz, 1886 m und Kegel, 1745 m).[4]

Für eine umfassendere Beschreibung dieses Systems siehe den entsprechenden Abschnitt im Artikel über die Nockberge.

Naturraum

Geomorphologie und Geologie

Während der Würm-Kaltzeit bildeten sich lokal nur kleine Gletscher auf den höchsten Gipfeln (ab 2300 m) der Nockberge.[5] Sehr wohl aber wurden die Täler durch die aus den höheren Landesteilen herabfließenden Eismassen, die eine Mächtigkeit von über 1000 Metern erreichen konnten, ausgeschürft, Moränen bedecken die Bergflanken des Königstuhls in entsprechender Höhe. Die Haupteisströme flossen durch das Drautal von West nach Ost sowie durch das Liesertal von Norden nach Süden, kleinere Eisströme durchzogen die Nockberge im Gebiet um den Königstuhl vom Murtal her südwärts.[6] Der Eisenhut gehört zu jenem östlichen Teil der Nockberge, der hauptsächlich aus der zum Oberostalpin gehörenden Gurktaler Decke (vgl. Tektonische Decke) aus nur schwach metamorphen Gesteinen des Paläozoikums und der Variszischen Gebirgsbildung aufgebaut ist. Hier kommen u. a. Phyllite, Quarzite, Diabase, Grünschiefer und Dolomitmarmore vor. Am Nordfuß des Eisenhuts kommen auch nicht-metamorphe Ablagerungen aus dem Oberkarbon (also nach-variszisch) vor, eine etwa 400 m mächtige Folge von Quarz-Konglomeraten und Sandsteinen. Innerhalb dieser Ablagerungen finden sich bis mehrere Meter mächtige Tonschiefer sowie Flöze von hochwertiger Anthrazitkohle, die im Bereich der Turrach bis 1964 abgebaut wurde. Hierbei dürfte es sich um Hinterlassenschaften eines mäandrierenden Flusssystems bzw. einer Moorlandschaft handeln, wo in wechselnder Abfolge Sand und organisches Material abgelagert wurde. Sowohl die Tonschiefer als auch die Kohle sind bekannte Fundstätten für fossile Pflanzen.[7] Ebenfalls am Nordfuß des Eisenhuts entlang zieht sich ein schmales Band von Kalk- und Dolomitgesteinen aus dem Mesozoikum (s. g. Stangalm-Trias). Die wenigen enthaltenen Fossilien von Algen, Muscheln und Meeresschnecken weisen diese Gesteine als Meeresablagerungen aus.[8] Jene Eisenlagerstätten, die dem Berg seinen Namen gaben, treten in engem Zusammenhang mit der Stangalm-Trias auf. Die Vererzung (die Art der Bildung der Erze und folglich deren Einbindung im Gestein[9]) ist jedoch mineralogisch komplex, was zu einer schlechten Nutzbarkeit von Teilen der Lagerstätten führte.[10]

Gewässer

Der Eisenhut im engeren Sinne entwässert nordwärts in die Mur. In einem Kar nordöstlich zwischen Eisenhut und Wintertalernock liegt der Dieslingsee, aus ihm entspringt der Minibach, der alle Bäche von der Ostseite des Eisenhuts in sich aufnimmt. Er mündet am Nordfuß des Eisenhuts in die Turrach. Diese entspringt südwestlich des Eisenhut-Gipfels und umfließt den Berg an seiner Westseite, wobei sie kleine Bäche von dieser Seite des Berges, aber auch Wasser aus dem Turracher See aufnimmt.

Wege

Der Gipfel des Eisenhuts kann aus allen Haupthimmelsrichtungen auf markierten Wegen erstiegen werden. Am direktesten sind Wege von der steirischen Seite der Turracher Höhe im Westen oder von der Flattnitzer Höhe (via Glanackenalm, mehrere Hütten in der Umgebung) im Osten. Von Norden führt ein Weg entlang des Minibachs bis zum Dieslingsee und von dort westwärts bergauf. Mehrere Wanderwege laufen am Rapitzsattel südlich des Wintertaler Nocks zusammen, von dort aus kann dieser am Weg zum Eisenhut überschritten oder sein Gipfel auch westseitig umgangen werden.

Literatur

  • Alexander Kimmer, Helmut Lang, Gerhard Baumhackl: Nockberge Biosphärenpark – Gurktaler Alpen – Maltatal. 51 Touren. Mit GPS-Daten. 7. Auflage. Bergverlag Rother, Oberhaching 2023, ISBN 978-3-7633-4512-0, S. 142–145; 155–157.
  • Helmut Zwander: Die Nockberge. Ein Naturführer. Naturwissenschaftlicher Verein für Kärnten, Klagenfurt 2012, ISBN 978-3-85328-058-4.
Commons: Eisenhut – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Heinz-Dieter Pohl: Zu den Namen der Nockberge. In: Helmut Zwander (Hrsg.): Die Nockberge. Ein Naturführer. Naturwissenschaftlicher Verein für Kärnten, Klagenfurt 2012, S. 18 f.
  2. Joseph Mitterdorfer: Reise aus dem Gurkthal in Kärnthen in die Flatnizer Alpe und auf den großen Eisenhut in Steyermark. In: Vaterländische Blätter für den österreichischen Kaiserstaat, 4. Oktober 1815, S. 1 (online bei ANNO).Vorlage:ANNO/Wartung/vlb
  3. Kärntner Heimatlied. In: ktn.gv.at. Abgerufen am 7. Januar 2026.
  4. Günter Stummer, Lukas Plan: Handbuch zum Österreichischen Höhlenverzeichnis inklusive bayerischer Alpenraum. Hrsg.: Verband Österreichischer Höhlenforscher und karst- und höhlenkundliche Abteilung des Naturhistorischen Museums Wien (= Speldok 10). Wien 2002, S. 95 (hoehle.org [PDF; 2,0 MB; abgerufen am 26. August 2025]).
  5. Martin Seger: Geographische Einführung. In: Helmut Zwander (Hrsg.): Die Nockberge. Ein Naturführer. Naturwissenschaftlicher Verein für Kärnten, Klagenfurt 2012, S. 8.
  6. Friedrich Hans Ucik: Die Eiszeit. In: Helmut Zwander (Hrsg.): Die Nockberge. Ein Naturführer. Naturwissenschaftlicher Verein für Kärnten, Klagenfurt 2012, S. 68 f.
  7. Friedrich Hans Ucik: Geologie. In: Paul Mildner, Helmut Zwander (Hrsg.): Kärnten – Natur. Die Vielfalt eines Landes im Süden Österreichs. 2., erweiterte Auflage. Naturwissenschaftlicher Verein für Kärnten, Klagenfurt 1999, S. 62 f.
  8. Friedrich Hans Ucik: Geologie. In: Paul Mildner, Helmut Zwander (Hrsg.): Kärnten – Natur. Die Vielfalt eines Landes im Süden Österreichs. 2., erweiterte Auflage. Naturwissenschaftlicher Verein für Kärnten, Klagenfurt 1999, S. 64.
  9. Vererzung. In: Lexikon der Geowissenschaften. spektrum.de, abgerufen am 9. Januar 2026.
  10. Friedrich Hans Ucik: Lagerstätten und Bergbaue. In: Helmut Zwander (Hrsg.): Die Nockberge. Ein Naturführer. Naturwissenschaftlicher Verein für Kärnten, Klagenfurt 2012, S. 72.