Edward H. Martin
Edward Holmes Martin (* 30. September 1931 in Savannah, Chatham County, Georgia; † 22. Dezember 2014 in San Diego, San Diego County, Kalifornien) war ein Vizeadmiral der United States Navy. Er war unter anderem Kommandeur der United States Sixth Fleet.
Er war ein Sohn von DeCourcey Martin und dessen Frau Caroline White Holmes und besuchte die öffentlichen Schulen seiner Heimat. Im Jahr 1954 absolvierte er die United States Naval Academy in Annapolis in Maryland. In der amerikanischen Kriegsmarine durchlief er anschließend alle Offiziersränge bis zum Vizeadmiral.
Nach einer Ausbildung zum Marineflieger wurde er als solcher in den folgenden Jahren unter anderem auf verschiedenen Flugzeugträgern eingesetzt, die von San Diego aus im Pazifik operierten. Zwischenzeitlich war er auch als Flugausbilder tätig. Im Jahr 1964 studierte er am Naval War College in Newport in Rhode Island. Im weiteren Verlauf erhielt er einen akademischen Grad von der George Washington University. Außerdem absolvierte er das National War College. Im Jahr 1965 wurde er nach Jacksonville in Florida versetzt. Dort war er Stabsoffizier bei der 34. Marineflugstaffel (operations officer and executive officer of Attack Squadron 34).
Es folgte eine Versetzung zum Flugzeugträger USS Intrepid. Dieser war damals im Vietnamkrieg eingesetzt. Am 9. Juli 1967 wurde Martin bei einem Einsatz über Nordvietnam abgeschossen. Er überlebte schwerverletzt den Absturz seiner Maschine und geriet in Kriegsgefangenschaft, in der er bis zum 4. März 1973 verblieb. Nach seiner Freilassung setzte er in den Vereinigten Staaten seine Offizierslaufbahn fort. Er war unter anderem Stabsoffizier beim Chief of Naval Operations (CNO), wo er in der für die Marineflieger zuständigen Abteilung tätig war. Dann erhielt er das Kommando über das Trossschiff USS Canisteo. In der Folge übernahm er das Kommando über den Flugzeugträger USS Saratoga, der damals im Atlantik und im Mittelmeer eingesetzt war. Danach wurde er zum Stab des United States Indo-Pacific Commands versetzt, wo er die Stabsabteilung für laufende Operationen leitete (Chief, Current Operations for the Commander-in-Chief, U.S. Pacific Command).
Im Jahr 1980 übernahm Edward Martin die Ausbildungsleitung der amerikanischen Marine im Bereich der Luftstreitkräfte (Chief of Naval Air Training). In der Folge kommandierte er zunächst die 4. und dann die 2. Flugzeugträgergruppe (Carrier Group four bzw. Carrier Group two). Danach kommandierte er die Task Force Sixty, die im Mittelmeer operierte und der 6. Flotte unterstand. Im Juli 1983 übernahm er als Nachfolger von William H. Rowden das Kommando über die sechste amerikanische Flotte. Dieses Amt bekleidete er bis zum Februar 1985, als er von Frank B. Kelso II. abgelöst wurde.
Zwischen 1985 und 1987 leitete Martin die Stabsabteilung für Luftkampfaktivitäten beim CNO in Washington, D.C. Danach war er bis zu seiner Pensionierung im Jahr 1989 Kommandeur der amerikanischen Marinestreitkräfte im Ostatlantik und stellvertretender Kommandeur der United States Naval Forces Europe.
Nach seiner Pensionierung war Edward Martin einer der Direktoren der Firma Xerox Corporation, wo er für den europäischen Bereich des Unternehmens tätig war. Ende 1991 zog er nach Coronado in Kalifornien. Dort war er als Privatinvestor tätig. Zudem leitete er die Firma E. H. Martin Associates, Incorporated. Er gehörte auch mehreren Vorständen verschiedener Vereinigungen, Stiftungen und Museen an. Neben Vorlesungen zu seinem Fachbereich war er als Kommentator bei einigen Medien und als Nachrichtenanalyst tätig.
Der mit Sharron Handly verheiratete Offizier starb am 22. Dezember 2014.
Orden und Auszeichnungen
Edward Martin erhielt im Lauf seiner militärischen Laufbahn unter anderem folgende Auszeichnungen:
- Navy Distinguished Service Medal
- Silver Star
- Defense Superior Service Medal
- Legion of Merit
- Distinguished Flying Cross
- Bronze Star Medal
- Air Medal
- Prisoner of War Medal
- Navy & Marine Corps Commendation Medal
- Purple Heart
- Navy Unit Commendation
- Meritorious Unit Commendation
- National Defense Service Medal
- Armed Forces Expeditionary Medal
- Vietnam Service Medal
- Vietnam Campaign Medal (Südvietnam)
- Gallantry Cross (Südvietnam)
- Ordre national du Mérite (Frankreich)
Weblinks
- Martin im Prisoner of War Network (zuletzt abgerufen am 23. September 2025)
- Martin in der Hall of Valor (zuletzt abgerufen am 23. September 2025)
- Nachruf in der San Diego Union Tribune (zuletzt abgerufen am 23. September 2025)