Dolyna (Polohy)
| Dolyna | ||
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| Долина | ||
| Basisdaten | ||
| Staat: | Ukraine | |
| Oblast: | Oblast Saporischschja | |
| Rajon: | Rajon Polohy | |
| Höhe: | 26 m | |
| Fläche: | 0.92 km² | |
| Einwohner: | 305 (2001) | |
| Bevölkerungsdichte: | 332 Einwohner je km² | |
| Postleitzahlen: | 71760 | |
| Vorwahl: | +380 3178 | |
| Geographische Lage: | 47° 9′ N, 35° 34′ O | |
| KATOTTH: | UA23100150080066505 | |
| KOATUU: | 2325280801 | |
| Verwaltungsgliederung: | 1 Dorf | |
| Verwaltung | ||
| Adresse: | вул. Центральна 85 71760 с. Долина | |
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Dolyna (ukrainisch ; russisch Долина Dolina) ist ein Dorf im Zentrum der ukrainischen Oblast Saporischschja, es geht auf eine Ansiedlung namens Schönau von deutschsprachigen Mennoniten zurück.
Am 12. Juni 2020 wurde das Dorf ein Teil der neugegründeten Stadtgemeinde Molotschansk,[1] bis dahin bildete es zusammen mit den Dörfern Lewadne, Ljubymiwka und Rybaliwka die gleichnamige Landratsgemeinde Dolyna (Долинська сільська рада/Dolynska silska rada) im Südwesten des Rajons Tokmak.
Am 17. Juli 2020 kam es im Zuge einer großen Rajonsreform zum Anschluss des Rajonsgebietes an den Rajon Polohy.[2]
Im März 2022 wurde der Ort durch russische Truppen im Rahmen des Russischen Überfalls auf die Ukraine eingenommen und befindet sich seither nicht mehr unter ukrainischer Kontrolle.
Schönau
Der Ort Schönau wurde 1804 am Ufer des Flusses Molotschna gegründet. Der Name bezieht sich auf ein gleichnamiges Dorf in Ostpreußen. Der Ort wurde von 21 Mennonitenfamilien flämischen Ursprungs besiedelt. Nach Anlegen eines Staudammes 1833 konnten tiefliegende Wiesen gezielt bewässert werden. 1832 wurde am östlichen Dorfrand ein Wald gepflanzt, dessen Aufforstung 1846 abgeschlossen war. Am Ort gab es eine Windmühle, eine Ziegelei, ein Lebensmittelgeschäft und eine Tuchfärberei. Später gab es auch eine Fabrik zur Herstellung von Landmaschinen. Um 1908 lebten hier 419 Deutsche. Um 1930 wurde das Dorf Teil der Kolchose Rosa Luxemburg. 1943 schlossen sich die Bewohner dem Flüchtlingstreck nach Deutschland an. Nur wenige Mennonitenbauten sind erhalten.
Literatur
- Rudy P. Friesen, Edith Elisabeth Friesen: Bauwerke der Vergangenheit: mennonitische Architektur, Landschaft und Siedlungen in Russland/Ukraine. Tweeback, Bonn 2016, S. 420–423.