Ljubymiwka (Polohy, Molotschansk)
| Ljubymiwka | ||
|---|---|---|
| Любимівка | ||
| Basisdaten | ||
| Staat: | Ukraine | |
| Oblast: | Oblast Saporischschja | |
| Rajon: | Rajon Polohy | |
| Höhe: | 26 m | |
| Fläche: | 0.62 km² | |
| Einwohner: | 181 (2001) | |
| Bevölkerungsdichte: | 292 Einwohner je km² | |
| Postleitzahlen: | 71760 | |
| Vorwahl: | +380 6178 | |
| Geographische Lage: | 47° 7′ N, 35° 32′ O | |
| KATOTTH: | UA23100150140017197 | |
| KOATUU: | 2325280804 | |
| Verwaltungsgliederung: | 1 Dorf | |
| Verwaltung | ||
| Adresse: | вул. Центральна 85 71760 с. Долина | |
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Ljubymiwka (ukrainisch Любимівка; russisch Любимовка Ljubimowka) ist ein ukrainisches Dorf im Rajon Polohy in der Oblast Saporischschja, es geht auf das deutsch-mennonitische Dorf Lindenau als Teil der Kolonie Molotschna zurück.
Am 12. Juni 2020 wurde das Dorf ein Teil der neugegründeten Stadtgemeinde Molotschansk,[1] bis dahin war es ein Teil der Landratsgemeinde Dolyna im Südwesten des Rajons Tokmak.
Am 17. Juli 2020 kam es im Zuge einer großen Rajonsreform zum Anschluss des Rajonsgebietes an den Rajon Polohy.[2]
Im März 2022 wurde der Ort durch russische Truppen im Rahmen des Russischen Überfalls auf die Ukraine eingenommen und befindet sich seither nicht mehr unter ukrainischer Kontrolle.
Lindenau
Lindenau wurde 1804 von 21 Familien aus Preußen gegründet. Der Siedlungsort war 500 Meter vom Fluss Molotschna entfernt und lag in einer kleinen Niederung. Anfangs als Siedlung Nr. 5 geführt, wurde der Ort danach nach einem Ort in Preußen benannt. Die Umgebung wurde oft überschwemmt war aber gutes Weideland. Als Ackerland wurde die höher gelegene Steppe im Süden gewählt. Als erste Behausungen baute man Erdhütten, und Doppel- oder Mehrfamilienhäuser aus Holz. Die ersten Jahre waren schwer und von Missernten gezeichnet. Um 1840 erreichten die Weizenerträge die Durchschnittswerte der Kolonie. In Lindenau befand sich die größte Baumschule der Kolonie. 1908 lebten hier 454 Menschen und es gab drei Schmieden, zwei Wagenhersteller, eine dampfgetriebene Kornmühle, einen Industriewarenhandel und einen Brunnenbaubetrieb. Zunächst hab es ein Dorfschule, später eine Zentralschule gebaut. Während des Bürgerkriegs wurden viele Dorfbewohner von Bande getötet. Nach Machtübernahme der Sowjets stellte die Dampfmühle ihren Betrieb ein und wurde zu einer Kirche umgebaut, die wiederum 1931 geschlossen wurde. Heute sind nur einige wenige Mennonitenbauten erhalten. Im September 1943 wurden die Bewohner nach Deutschland vertrieben.[3]
Literatur
- Rudy P. Friesen, Edith Elisabeth Friesen: Bauwerke der Vergangenheit: mennonitische Architektur, Landschaft und Siedlungen in Russland/Ukraine. Tweeback, Bonn 2016, S. 384–285.