Demetrios II. (Makedonien)

Demetrios II. Aitolikos (altgriechisch Δημήτριος Αιτωλικός Dēmḗtrios Aitōlikós; * 278 v. Chr.; † 229 v. Chr.) war von 239 v. Chr. bis zu seinem Tod für zehn Jahre König von Makedonien. Er entstammte der Dynastie der Antigoniden und war ein Sohn von Antigonos II. Gonatas und Phila.

Leben bis zur Thronbesteigung

Wie schon sein Halbbruder, Halkyoneus, wurde Demetrios von dem Gelehrten Persaios von Kition, einem Schüler des Zenon von Kition, erzogen. Bereits im Chremonideischen Krieg soll er eine militärische Führungsrolle gespielt haben. Um das Jahr 250 v. Chr. wurde er mit der seleukidischen Prinzessin Stratonike, Tochter des Antiochos I., verheiratet. Die verstieß er nach wenigen Jahren, um mit Nikaia, der Witwe seines Vetters Alexander, verheiratet zu werden, wodurch die Burg Akrokorinth für die Antigoniden gewonnen wurde. In den Jahren um 240 v. Chr. war Demetrios zudem mit einer Chryseis verheiratet, einer Frau unbekannter Herkunft und möglicherweise eine Kriegsgefangene.

Regierungszeit

Neue politische Strategien oder Initiativen scheint Demetrios nicht entwickelt zu haben, da er während seiner Regierungszeit, soweit dies aus den Quellen hervorgeht, stets auf äußere Entwicklungen reagierte.[1] Bereits bei seiner Thronbesteigung 239 v. Chr. fiel der Aitolische Bund von Makedonien ab und verbündete sich mit seinem vormaligen Feind, dem Achaiischen Bund. Um dieser Bedrohung zu begegnen, verbündete sich Demetrios mit der gerade erst verwitweten Königin Olympias von Epirus, die das Land für ihre Söhne regierte und ebenfalls gegen die Aitoler in der Defensive war. Um das Bündnis zu besiegeln, heiratete Demetrios Olympias’ Tochter Phthia. Vermutlich hatte er dabei eine Vereinigung von Epirus mit Makedonien ins Auge gefasst, aber die epirotische Revolution um 231 v. Chr., welche nach dem Tod von Olympias und ihren Söhnen die Monarchie durch eine Republik ersetzte, machte diese Pläne zunichte. In der Forschung wird teilweise vermutet, dass Demetrios deshalb dagegen wenig unternehmen konnte, weil er sich zugleich in – nicht historisch bezeugten – Kämpfen mit den Dardanern im Norden Makedoniens befunden habe.

235 v. Chr. zog Demetrios gegen die Aitolier, gewann die Boiotier und Lokrier als Verbündete und vernichtete das aitolische Pleuron. Dieser Erfolg brachte ihm den Beinamen „Aitolikos“ ein. Die Achaier unter Aratos von Sikyon bedrängten derweil den mit Makedonien verbündeten Tyrannen von Argos, wurden jedoch im folgenden Jahr von dem makedonischen Feldherrn Bithys von Lysimacheia bei Phylakia im Süden Arkadiens geschlagen. Im Jahr 232 v. Chr. ging Demetrios ein Bündnis mit dem illyrischen König Agron gegen den Aitolier und Achaier ein, was aber nur den Illyrern kurzzeitig Vorteile brachte. Die Aktivitäten der Illyrer führten noch zu seinen Lebzeiten zur ersten Landnahme der Römer auf hellenischen Boden, die nach ihrem Krieg gegen die Illyrerkönigin Teuta (Erster Illyrischer Krieg) die Insel Korkyra (Korfu) und die Städte Apollonia und Dyrrhachion eroberten. Demetrios konnte auf dem Peloponnes gegen die Achaier geringfügige Erfolge verbuchen. Die örtlichen Tyrannen stellten sich auf seine Seite. Allerdings trat das mächtige Megalopolis dem achaiischen Bund bei. Sein Krieg gegen die Bundesgenossen wird auch „Demetrios-Krieg“ genannt.

Zu einem unbekannten Zeitpunkt in den 230er Jahren verstarb Phthia, ohne mit Demetrios ein Kind bekommen zu haben, und Chryseis scheint wieder zur Hauptfrau geworden zu sein. Demetrios selbst starb 229 v. Chr. während eines erneuten Feldzuges gegen die Dardaner, die in die makedonische Landschaft Paionien eingefallen waren. Aus seiner vierten Ehe mit Chryseis hinterließ er den unmündigen Sohn Philipp V., für den sein Vetter, Antigonos III. Doson, die Regierung übernahm. Aus seiner ersten Ehe mit Stratonike hatte er die Tochter Apame, die mit König Prusias I. von Bithynien verheiratet wurde.

Literatur

Einzelnachweise

  1. Malcolm Errington: Geschichte Makedoniens. Von den Anfängen bis zum Untergang des Königreiches. C. H. Beck, München 1986, ISBN 3-406-31412-0, S. 157 und 159.
VorgängerAmtNachfolger
Antigonos II.König von Makedonien
239–229 v. Chr.
Antigonos III. Doson