Antigonos III. Doson

Antigonos III. Doson (altgriechisch Ἀντίγονος Δώσων Antígonos Dṓsōn; * 263 v. Chr.; † 221 v. Chr.) war ein Angehöriger der Dynastie der Antigoniden und ab 229 v. Chr. Regent, von etwa 227 v. Chr. an dann König von Makedonien. Sein Beiname bedeutet „der, der geben wird“ (im Sinne von „der die Herrschaft übergeben wird“).

Leben

Antigonos war ein Sohn von Demetrios dem Schönen und der Olympias, möglicherweise die Tochter des Alexanderhistorikers Polykleitos von Larisa.[1] Damit war Antigonos III. ein Neffe von Antigonos II. Gonatas. Nach dem Tod von dessen Sohn und Nachfolger Demetrios’ II. 229 v. Chr. wurde er mit der Regentschaft für den damals etwa achtjährigen Thronerben Philipp beauftragt und heiratete dessen Mutter Chryseis. Gleich zu Beginn seiner politischen Tätigkeit sah er sich gezwungen, die damals in einer Krise befindliche makedonische Machtstellung in Griechenland zu retten. Tatsächlich besiegte er zunächst die Dardaner an der makedonischen Nordgrenze und konnte sie durch die Überlassung von Bylazora (heute Veles) aus den makedonischen Kerngebieten fernhalten. Im Süden verhinderte dann einen Versuch der Thessalier, sich von Makedonien zu lösen und mit dem Aitolischen Bund zu verbünden. Dazu erreichte er durch diplomatisches Geschick das Ende des Bündnisses zwischen den Aitoliern und Achaiern. Die Unabhängigkeit Athens, das sich beim Tod Demetrios’ II. von Makedonien losgesagt hatte, erkannte Antigonos hingegen an und versuchte nicht, die frühere makedonische Garnison des Piräus, die damals unter ihrem Kommandant Diogenes Euergetes zu Athen übergelaufen war, wieder unter seine Kontrolle zu kriegen. Athen blieb allerdings auch in Zukunft politisch unbedeutend.

Aufgrund dieser Erfolge in den ersten Jahren seiner Regentschaft rief ihn das makedonische Heer nach einiger Zeit, aber wohl noch vor 226 v. Chr., zum König aus, allerdings unter der Bedingung, dass er Demetrios’ Witwe heiraten und Philipp durch Adoption als Nachfolger anerkennen sollte.

Mit einem Heer unbekannter Größe war Antigonos vielleicht schon im Jahr 227 v. Chr. an der Küste Kleinasiens gelandet und in die zu Ägypten gehörende Landschaft Karien gezogen – ob er die Region dabei auch eroberte oder dort beispielsweise nur als Schiedsrichter in einem Konflikt auftrat, wird in der Forschung unterschiedlich beurteilt. In jedem Fall konnte er durch sein dortiges Engagement das Mächteverhältnis in der Ägäis zu seinen Gunsten und damit zu Lasten der Ptolemäer verschieben, die danach auch an Einfluss auf der Peloponnes einbüßten. Dort brachte Antigonos nun seinen Einfluss zur Geltung, indem er den von Sparta bedrohten und bis dahin mit Makedonien verfeindeten (und mit den Ptolemäern verbündeten) achaiischen Bund unter Aratos zu einem Bündnis mit ihm bewegen konnte, da die Achaier im aufstrebenden Sparta nun die größere Gefahr erblickten. Diesem 224 v. Chr. gegründeten „hellenischen Bund“ traten auch die Akarnanen, Boioter, Epiroten, Phoker und Thessalier bei und Antigonos wurde in Aigion zu seinem Hegemon ernannt. Dadurch wurde die makedonische Vorherrschaft über Griechenland erneuert.

Der Achaiische Bund befand sich zu diesem Zeitpunkt im sogenannten Kleomenischen Krieg gegen König Kleomenes III. von Sparta, der seinerseits von den Ptolemäern unterstützt wurde. Da sich die militärische Lage der Achaier verschlechterte, waren sie nun auf die makedonische Unterstützung angewiesen und sahen sie sich gezwungen, im Gegenzug in die Wiederherstellung der makedonischen Besatzung in Akrokorinth einzuwilligen. Daraufhin führte Antigonos den neu gebildeten Hellenenbund in den Krieg gegen Sparta. Zunächst gelang es ihm 224 v. Chr., die kurz zuvor von Sparta eroberten Städte Korinth und Argos sowie zwei Festungen einzunehmen. Im folgenden Jahr zog er nach Arkadien und eroberte dort unter anderem Tegea und anschließend Mantineia, das vollständig zerstört wurde. Ein Gegenangriff Kleomenes’ führte zur Zerstörung von Megalopolis. Antigonos konnte Kleomenes aber in der entscheidenden Schlacht von Sellasia 222 v. Chr. besiegen und besetzte Sparta, dessen Königtum offenbar zeitweilig erlosch und das vorübergehend dem hellenischen Bund eingegliedert wurde. Den Wunsch des Aratos, Sparta den Achaiern zu übergeben, schlug Antigonos hingegen aus. Auch selbst scheint er auf Machtdemonstrationen nach dem Sieg verzichtet und politische Ruhe und Stabilität bevorzugt zu haben, sodass er Sparta beispielsweise die Selbstverwaltung zurückgab. In Argos eröffnete er zur Feier des Sieges die nemeischen Spiele. Die Ptolemäer hingegen mussten sich in den Folgejahren weitgehend aus dem Ägäisraum zurückziehen.

Im Jahr 221 v. Chr. wehrte Antigonos einen Angriff der Illyrer im Norden Makedoniens ab. Während der Schlacht erlitt er überraschend einen Blutsturz, an dem er wenig später verstarb. Ihm folgte sein Großneffe und Stiefsohn Philipp nach, während seine eigenen Söhne als Privatleute erzogen wurden. In Antigonos’ kurzer, erfolgreicher Regierungszeit wurden die Grundlagen für die expansive Politik gelegt, die von Philipp V. betrieben wurde. Vor seinem Tod versuchte er die Fortführung seiner Politik abzusichern, indem er ein politisches Testament verfasste und seine Vertrauten und Berater wie beispielsweise Apelles in politisch einflussreiche Stellungen brachte.

Ikonographie

Eine von Diomedon, Sohn des Diodotos, zu Ehren eines antigonidischen Königs im Asklepieion von Kos errichtete Statue stellte entweder Antigonos III. Doson oder Antigonos II. Gonatas dar.[2]

Literatur

Anmerkungen

  1. Eusebius von Caesarea, Chronographia 1, übersetzt von Andrew Smith, 2008, S. 243 (tertullian.org).
  2. Susan M. Sherwin-White: Ancient Cos. Göttingen 1978.
VorgängerAmtNachfolger
Demetrios II. AitolikosKönig von Makedonien
229–221 v. Chr.
Philipp V.