Das Kriminalmuseum: Die Kamera

Folge 31 der Reihe Das Kriminalmuseum
Titel Die Kamera
Produktionsland Bundesrepublik Deutschland
Originalsprache Deutsch
Länge 74 Minuten
Altersfreigabe
Produktions­unternehmen Intertel Television
Regie Helmut Ashley
Drehbuch Bruno Hampel
Produktion Helmut Ringelmann
Musik Hans Hammerschmid,
Martin Böttcher (Titelmusik)
Kamera Hans Jura
Premiere 7. Juli 1967 auf ZDF
Besetzung
Episodenliste

Die Kamera ist der 31. Fernsehfilm der Krimireihe Das Kriminalmuseum. Die deutsche Erstausstrahlung erfolgte am 7. Juli 1967 im ZDF.

Handlung

Während einer Bergwanderung mit den Brüdern Pachmayr und Johannes Scherff oberhalb Mittenwalds stürzt Andreas Brugger bei einer Rast an einer Berghütte einen Abhang hinunter, als er seine dort postierte Kamera einstellen will. Schwer verletzt wird er zunächst in ein Krankenhaus nach Mittenwald gebracht, von dort weiter nach München verlegt, wo er ein paar Tage später seinen Verletzungen erliegt.

Die Kosten für die Krankenhausaufenthalte, die Beisetzung Bruggers und die Anfertigung einer Gedenktafel für den Verunglückten hat Konrad Pachmayr übernommen, Inhaber eines Dentallabors und Bruggers Chef. Er trifft sich ein paar Wochen nach dem Unglück in München mit Mathilde Bechler, einer ehemaligen Hausangestellten Pachmayrs. Er eröffnet der etwas einfältig wirkenden Frau, dass er in den Unterlagen Bruggers eine Lebensversicherung über 100.000 D-Mark, im Unglücksfall sogar 200.000 D-Mark, zu ihren Gunsten gefunden habe. Mathilde kann sich dies nicht erklären, da sie in keiner Beziehung zu Brugger gestanden habe. Doch Pachmayr vermutet, Brugger sei heimlich in Mathilde verliebt gewesen und habe sie finanziell absichern wollen, falls ihm etwas geschehe.

Pachmayr kann Mathilde überreden, bei einem gemeinsamen Termin bei der Versicherung ein Verhältnis zu Brugger zu bestätigen. Doch ihr zögerliches Verhalten und das konsequente Intervenieren Pachmayrs lässt Direktor Bertram misstrauisch werden, so dass er zunächst nur einen Betrag von 100.000 D-Mark freigibt. Das Misstrauen wächst, als bei einem Besuch des Versicherungsvertreters Sessack bei Mathilde herauskommt, dass weder Briefe Bruggers an seine angebliche Braut existieren noch es Fotos von ihm in der Wohnung gibt. Sessack wendet sich daher an das Betrugsdezernat in Gestalt von Inspektor Brenninger.

Brenninger reist nach Mittenwald und trifft sich dort mit seinem Kollegen Huberts, um Ermittlungen vor Ort anzustellen. Zunächst erfahren sie, dass es kein Verhältnis zwischen Brugger und Mathilde gegeben hat. Nach Angaben von Bruggers Vater, war sein Sohn aber mit Maria Küsinger, einer Verkäuferin in Dortmund verlobt, da die junge Frau aber erst 17 ist, war die Verbindung geheim gehalten worden. In den Unterlagen des Verstorbenen finden sich Briefverkehr und ein Foto Marias. Maria bestätigt der Dortmunder Polizei die Beziehung, sie und Andreas hätten sich im Skiurlaub kennengelernt, nach ihrem 18. Geburtstag wollten sie die Verbindung öffentlich machen. Von einer Lebensversicherung sei ihr nichts bekannt.

Zurück in München befragt Brenninger Mathilde Bechler zu ihrem Verhältnis mit Brugger. Nachdem er sie mit den Ergebnissen der bisherigen Nachforschungen konfrontiert hat, gibt die völlig verunsicherte Frau zu, mit Brugger nicht einmal befreundet gewesen zu sein. Pachmayr habe sie über die Lebensversicherung informiert, ihr Trauerkleidung gekauft und sie angehalten, die falschen Aussagen bei der Versicherung zu machen. Weshalb ihr Name in der Police stehe, könne sie sich nicht erklären.

Die Brüder Pachmayr und Scherff werden festgenommen. Aus den Verhören ergibt sich, dass während der Skatpartien vor der Hütte Konrad Pachmayr als erster Kartengeber die Kamera am Abgrund aufgestellt hatte, weil Brugger später ein Foto von der Gruppe machen sollte. Bei der zweiten Runde war Scherff Kartengeber, begab sich zur Kamera und rief Brugger nach Beendigung des Spiels zu sich. Während sich die Brüder noch um das verlorene Spiel stritten, stürzte Brugger den Abhang hinunter.

Mathilde gibt an, von den 100.000 D-Mark nur 10.000 erhalten zu haben, der Rest sei bei Konrad Pachmayr verblieben. Dazu befragt, gibt Pachmayr an, einen großen Teil für Krankenhaus- und Beerdigungskosten gebraucht zu haben, später aber Mathilde die verbleibende Restsumme auszahlen zu wollen. Das Misstrauen gegen Pachmayr wächst zunehmend, als die Ermittler erfahren, dass die Initiative für den Versicherungsabschluss allein von ihm ausgegangen war. Er hatte die Unterlagen angefordert und war sowohl bei dem Gespräch mit der Versicherungsvertreterin als auch bei der ärztlichen Untersuchung anwesend. Zudem war es Pachmayr, der die monatlichen Prämien gezahlt hatte.

Brenninger und Huberts sind sich sicher, dass Konrad Pachmayr gemeinsam mit Scherff den angeblichen Unfall inszeniert hat, um die Versicherungssumme kassieren zu können. Allerdings fehlt ihnen hierzu jeder Beweis. Den erhalten sie von Frau Tetzner, die seinerzeit den Vertrag mit Brugger abgeschlossen hatte. Bei einer Gegenüberstellung identifiziert sie Scherff als den angeblichen Andreas Brugger.

Scherff gibt daraufhin zu, sich auf Anweisung Pachmayrs als Brugger ausgegeben zu haben. Erst später habe er von Pachmayrs Mordabsicht erfahren. Er habe sich zunächst geweigert, Brugger weisungsgemäß zu erschießen und es wie Selbstmord aussehen zu lassen. Dann habe Pachmayr die Idee mit dem Absturz gehabt und ihm dafür 7.000 D-Mark geboten. Scherff legt ein vollständiges Geständnis ab, und bei einem Lokaltermin gibt sich schließlich Konrad Pachmayr als Anstifter zu erkennen.