Das Kriminalmuseum: Die Briefmarke
| Folge 30 der Reihe Das Kriminalmuseum | |
| Titel | Die Briefmarke |
|---|---|
| Produktionsland | Bundesrepublik Deutschland |
| Originalsprache | Deutsch |
| Länge | 75 Minuten |
| Altersfreigabe |
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| Produktionsunternehmen | Intertel Television |
| Regie | Georg Tressler |
| Drehbuch | Bruno Hampel |
| Produktion | Helmut Ringelmann |
| Musik | Joachim Ludwig, Martin Böttcher (Titelmusik) |
| Kamera | Hans Jura |
| Premiere | 26. Mai 1967 auf ZDF |
| Besetzung | |
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Die Briefmarke ist der 30. Fernsehfilm der Krimireihe Das Kriminalmuseum. Die deutsche Erstausstrahlung erfolgte am 26. Mai 1967 im ZDF.
Handlung
Der Frankfurter Chemiker Hubert Kruppa hat eine Substanz entwickelt, mit der man Produkte fertigen kann, die Aluminium ähneln, aber einfacher und preiswerter herzustellen sind. Einer seiner Geldgeber, Otto Tessin aus Saarbrücken, fordert seinen investierten Betrag überraschend zurück. Der international tätige Geschäftsmann Charles Brandenbourg, mit 170.000 D-Mark an dem Projekt beteiligt, ist bereit, Tessins Anteil zu übernehmen. Noch am selben Tag, einem Sonnabend, kommt Brandenbourg nach Frankfurt, seinen Wagen hat er noch vom letzten Besuch am Flughafen stehen. Kruppa und Brandenbourg vereinbaren, Otto Tessin am kommenden Montag zu treffen. Brandenbourg hat vorher noch in Heidelberg einen Termin und will danach direkt nach Saarbrücken fahren.
Dort warten Kruppa und Tessin vergeblich auf ihren Geschäftspartner. Eine Nachfrage im Hotel Luxemburg ergibt, dass Brandenbourg dort zwar eingecheckt, das Hotel aber gleich wieder wegen eines Termins verlassen habe. Kruppa lässt sich vom Portier eine Beschreibung geben, die mit der Person Brandenbourgs übereinstimmt. Als Brandenbourg auch am Abend noch nicht ins Hotel zurückgekehrt ist, fährt Kruppa zurück nach Frankfurt.
14 Tage später meldet sich Viola Brandenbourg bei der Saarbrücker Kriminalpolizei, um ihren Vater als vermisst zu melden. Sie habe zuletzt mit ihm telefoniert, als er von London nach Frankfurt fliegen wollte. Er wohne abwechselnd in Hamburg und Genf, sei aber wegen eines geschäftlichen Termins nach Saarbrücken gereist, von wo sie als letztes Lebenszeichen eine Postkarte von ihm bekommen habe. Kommissar Kemp hat inzwischen erfahren, dass im Hotel Luxemburg seit längerem ein Wagen unberührt auf dem hoteleigenen Parkplatz steht. Viola identifiziert das Fahrzeug als das ihres Vaters, im Handschuhfach findet Kemp eine Tankquittung aus Heidelberg. Auch Viola und Kemp gibt der Portier eine Personenbeschreibung Brandenbourgs und händigt die Reisetasche des Vermissten aus.
Über eine Telefonnummer, die Kruppa im Hotel zurückgelassen hatte, kann Kemp zu Tessin Kontakt aufnehmen, von dem er aber nichts Wissenswertes erfährt. Der Kommissar vermutet, dass Brandenbourg sich aus steuerlichen Gründen aus Deutschland abgesetzt haben könnte, Viola hält das aber für unwahrscheinlich. Sie fährt nach Frankfurt, um sich mit Kruppa zu treffen, und gemeinsam mit ihm gibt sie auch dort eine Vermisstenanzeige auf. Kommissar Ledebur, mit dem Fall inzwischen vertraut, hegt Zweifel, dass Brandenbourg im Saarbrücker Hotel gewesen ist, sich vielmehr jemand anderes für ihn ausgegeben hat.
Kruppa sagt aus, dass Brandenbourg den Abend des Sonnabends mit Renate Bosch, einer Bekannten Kruppas verbracht habe. Diese bestätigt die Angaben und dass Brandenbourg am Sonntagvormittag nach Heidelberg weitergefahren sei.
Kemp trifft in Frankfurt ein. Dabei hat er einen Koffer, der seit über zwei Wochen in einem Schließfach des Saarbrücker Hauptbahnhofs deponiert war. Im Koffer befindet sich ein Mantel, den Viola als den ihres Vaters identifiziert. Ledebur, der wie Kemp immer noch vermutet, dass Brandenbourg wegen möglicher Steuerschulden ins Ausland geflüchtet ist, berichtet Viola von seinem Gespräch mit Renate Bosch. Viola sucht daraufhin Renate auf und erfährt zu ihrer Überraschung, dass ihr Vater die Verabredung wegen eines geschäftlichen Termins hatte absagen müssen. Dies gibt sie nun auch Ledebur gegenüber zu, ebenso, dass Kruppa ihr am Sonntag als Entschuldigung Brandenbourgs in dessen Namen einen Blumenstrauß und 500 D-Mark überbracht habe. Sie habe bei der ersten Befragung gelogen, da Brandenbourg um die Falschaussage gebeten habe, mit der sie ihm einen Gefallen tun würde. Er wollte ins Ausland und brauchte einen Vorsprung vor den Steuerbehörden. Das alles habe Kruppa ihr erzählt.
Kruppa steht nun im Verdacht, Brandenbourg bei seiner Flucht geholfen zu haben. Ledebur sucht den Chemiker in seinem Unternehmen auf, der das falsche Alibi bestätigt. Allerdings handelte es sich nach Aussage Kruppas nicht um eine Steuerflucht, sondern um die Irreführung der Konkurrenz, da Brandenbourg in Lüttich über eine geschäftliche Angelegenheit verhandeln wollte, die nicht vor dem Wochenende hätte bekanntgemacht werden dürfen. Er wollte von Lüttich aus nach Heidelberg und von dort weiter nach Saarbrücken.
Ledebur misstraut Kruppa zunehmend und lässt sich von ihm Geschäftsunterlagen zeigen. Bei Durchsicht dieser Unterlagen entdeckt Ledebur auch eine Mappe mit Briefmarkenbögen. Er nimmt unbemerkt eine unvollständige Reihe aus dem Bogen an sich. Im Kriminallabor kann nachgewiesen werden, dass die Briefmarke auf der Postkarte von dem Markenbogen stammt. Auf der Marke der Karte fehlt ein kleiner Teil, der sich an der nächsten Briefmarke auf der Bogenreihe befindet.
Da die Postkarte nachweislich Brandenbourgs Handschrift trägt, vermutet Ledebur, dass der Geschäftsmann von Kruppa gezwungen wurde, die Karte zu schreiben, die dann später in Saarbrücken verschickt wurde. Weitere Nachforschungen ergeben, dass Kruppa erheblich bei Brandenbourg verschuldet ist. Die Ermittler sind sich nun sicher, dass Brandenbourg das Opfer eines Gewaltverbrechens geworden und Kruppa der Täter ist, der sich seines Hauptgläubigers entledigen wollte.
Außerdem vermuten die Beamten, dass sich die Leiche noch auf dem Grundstück Kruppas befindet. Währenddessen bereitet Kruppa alles für seine Flucht vor, als unerwartet Viola bei ihm auftaucht. Kruppa versucht sie ebenfalls umzubringen, wird aber von der Polizei überrascht. Um die Zeit des Verschwindens Brandenbourgs wurde in der Lagerhalle ein Sockel für Produktionsmaschinen zementiert. Der Sockel wird aufgebohrt, darin wird die Leiche gefunden und Kruppa festgenommen.
Weblinks
- Das Kriminalmuseum: Die Briefmarke bei IMDb
- Das Kriminalmuseum: Die Briefmarke bei filmportal.de
- Die Briefmarke auf der Krimihomepage