Das Deutsche Lichtbild

Das Deutsche Lichtbild. Jahresschau war ein Jahrbuch für moderne Fotografie, das von 1927 bis 1938 und von 1955 bis 1979 erschien.

Geschichte

1927–1938

1927 gründete der Fotograf Hans Windisch das Jahrbuch Das Deutsche Lichtbild im Verlag von Bruno Schultz in Berlin. Es sollte die wichtigsten Fotografien eines Jahres und einige Textbeiträge enthalten. Der Grafiker László Moholy-Nagy schuf das Titel-Signet. Der Reichskunstwart Edwin Redslob lobte die erste Ausgabe enthusiastisch.[1]

1930 hieß es in der Ausgabe

„Das Deutsche Lichtbild bringt alljährlich aus allen photographischen Gebieten die 100 stärksten Bilder des Jahres deutscher Berufs- und Liebhaberphotographen in unvergleichlichen Reproduktionen und in idelaer Buchausstattung. Es wurde durch die hier zitierten Urteile des In- und Auslandes als das beste Lichtbilderjahrbuch der Erde bezeichnet.“[2]

In den Ausgaben waren Fotografien von Yva (1927–1932), Franz Grainer (1927, 1928), Arthur Benda (1927), Erich Angenendt (1927, 1928), Eduard Wasow (1927, 1928), Robert Petschow (1927, 1928), Erna Lendvai-Dircksen (1927, 1928), Wanda von Debschitz-Kunowski (1928, 1932), Minya Dührkoop (1928), Hugo Erfurth (1928), Hajek-Halke (1928), Käthe Hecht (1928), Rudolf Koppitz (1928), Albert Renger-Patzsch (1928), Bruno Schultz (1928), Hans Windisch (1928), Steffi Brandl (1930–1933), Max Glauer, Max Baur (1930), Hannes Maria Flach (1930), Karl Blossfeldt, Heinrich Kühn (dem die Ausgabe 1930 gewidmet war), Hein Gorny (1932–1935), Grete Back (1933, 1935, 1938), Suse Byk (1935), Karl Theodor Gremmler (1937) und weiteren Berufs- und Laienfotografen enthalten, sowie Texte von László Moholy-Nagy (1927), Franz Werfel, Raoul Hausmann, Kurt Tucholsky (als Peter Panther, 1930) und weitere Autoren.

Ab 1933 wurde die Ausrichtung nationalsozialistischer, 1934 verfasste Adolf Hitler das Einleitungswort und erhielt auch ein persönlich signiertes Exemplar vom Verleger Bruno Schultz.[3] 1935 war das NSDAP-Mitglied Heinrich Freytag der Herausgeber. 1938 erschien der vorerst letzte Jahrgang. (Bruno Schultz gab in den folgenden Jahren unter anderem die Zeitschrift Das deutsche Aktwerk heraus.)

1955–1979

1955 begründete der Fotograf Wolf Strache in seinem Stuttgarter Verlag das Jahrbuch Das Deutsche Lichtbild wieder neu, in der ersten Ausgabe verfasste auch der vorherige Herausgeber Hermann Freytag einen Beitrag. Viele Beteiligten in dieser Zeit waren ehemalige Kriegsberichterstatter.

„Es versteht sich von selbst und braucht eigentlich gar nicht besonders erwähnt zu werden, daß unter den Bildautoren ebenso wie unter den Gestaltern der Vorworte ganz automatisch eine große Anzahl ehemaliger Bild-Kriegsberichter vertreten sind. (...) Unsere alten Kameraden aus der Bildberichtersparte gehören ja zu den wesentlichen Vertretern der Fotogeneration, die das Erbe der alten Pioniere der Daguerreotype jetzt mit Leidenschaft weiterführen und fortentwickeln.“[4]

Seit etwa 1958 war Otto Schreiter Mitherausgeber.

Es wurden in diesen Jahren Fotografien von Erich Stenger (1955), Bernd Lohse (1955), Kyra Stromberg, Kurt Szafranski (1956), Walter Boje (1956), Regina Relang (1956), Fritz Brill (1958), Barbara Niggl Radloff (um 1960), Wilfried Täubner (1974), Walter E. Lautenbacher (1975) und weiteren Fotografen abgedruckt.

1979 erschien der letzte Band.

Bedeutung

Besonders die ersten Ausgaben von 1927 bis etwa 1933 hatten ein hohes künstlerisches und technisches Niveau, sie bildeten verschiedene Richtungen der zeitgenössischen Fotografie ab und waren auch stilbildend. Das Jahrbuch Das Deutsche Lichtbild trug mit dazu bei, dass die moderne Fotografie als ein Teil der zeitgenössischen Kunst akzeptiert wurde.[5]

Commons: Das Deutsche Lichtbild – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Wikisource: Das Deutsche Lichtbild – Quellen und Volltexte

Einzelnachweise

  1. Rüdiger Zimmermann: Wie Dietz zur Schlange kam – die Erfindung des Verlagssignets. (PDF; 126 kB) Friedrich-Ebert-Stiftung, S. 9, abgerufen am 23. August 2025.
  2. Beiblatt zu Das Deutsche Lichtbild, 1930, mit Pressekommentaren zur Ausgabe 1927/1928
  3. „Adolf Hitler, dem Führer, das Schlusswort hier in grenzenloser Liebe! Bruno Schultz, Herausgeber und Verleger (SS/M23) 2. August 1934.“ in TR1. D37 Third Reich Coll.Set 3. Library of Congress.
  4. Die Wildente, August 1955, S. 40, Mitteilungsblatt der ehemaligen Mitarbeiter der Propaganda-Kompanien, Rubrik Fotokameraden
  5. Das Deutsche Lichtbild Schluh, mit einigen Bedeutungen dieses Jahrbuches, verfasst wahrscheinlich von Wolf Strache