Käthe Hecht

Catharina Caroline Cornelia Marie Hecht, meist Käthe Hecht (* 15. Oktober 1874 in Grellenberg, Provinz Pommern, Deutsches Reich; † 2. April 1946 in Stralsund) war eine deutsche Tierfotografin.

Leben und Wirken

Käthe Hecht wuchs auf dem Gut Grellenberg bei Grimmen in Vorpommern auf, wo ihr Vater Otto Hecht (1849–1939) Gutsbesitzer, Regierungsassessor und Hobby-Vogelkundler war, ihre Mutter war Elise, geborene Grönlund (1856–1931).[1][2] In der Umgebung gab es weite Wiesen, Felder und Wälder. Seit 1905 sind Fotografien von Käthe Hecht in verschiedenen Zeitschriften bekannt, die Motive waren in dieser Zeit Tiere, und seltener Landschaften, Kinder und Milieustudien. 1907 erhielt sie zwei Preise auf einer Amateur-Photoausstellung in Wien und 1909 ein Diplom auf einer Ausstellung in Weimar.[3] In dieser Zeit veröffentlichte sie erste kurze Aufsätze in Zeitschriften über das Fotografieren von Tieren, in denen sie die innere Verbundenheit mit ihnen und das Verständnis für sie betonte.

1910 verkaufte ihre Familie das Gut in Grellenberg und zog nach Stralsund auf den Knieperdamm 11. Im August 1911 reiste Käthe Hecht in die Kolonie Deutsch-Ostafrika (im heutigen Tansania) nach Tanga, wo ihr Bruder Paul Pflanzungsleiter einer deutschen Kolonialgesellschaft war.[4] Ihre Aufnahmen von dort sind nicht erhalten. Von 1915 bis 1919 arbeitete sie als Röntgenschwester in Lazaretten.

Danach lebte Käthe Hecht wieder in Stralsund, wo sie Kaninchen, Schweine, Enten, Gänse, Katzen, Rehe, ein Pferd, Windhunde, zwei Fischotter und viele weitere Tiere hielt. Sie veröffentlichte weiter Tierfotografien in Zeitschriften und Büchern, einige auch in den USA. Außerdem verkaufte sie serienmäßig Fotos von Hunden und weiteren Tieren in ihrem Selbstverlag. Sie hielt Lichtbildvorträge in Berlin, Dresden, Hamburg, Kassel und weiteren Städten und galt in den späten 1930er Jahren als eine der wichtigsten Tierfotografen in Deutschland.[5]

1946 starb sie im Alter von 71 Jahren und wurde auf dem St. Jürgen-Friedhof beigesetzt. Ein Teil ihres Nachlasses ist im Stadtarchiv Stralsund erhalten.

Veröffentlichungen (Auswahl)

Artikel

Käthe Hecht veröffentlichte einige Artikel in Zeitschriften und Sammelwerken

Sammelmappen

  • Lose Blätter aus meiner photographischen Studienmappe, Westermann, Braunschweig [1922]

Fotografien

Zahlreiche Fotos von Käthe Herbst wurden in Zeitschriften wie Photographische Mitteilungen, Die Gartenlaube, Westermanns Monatshefte, Deutscher Camera-Almanach, Das Echo und einigen Büchern veröffentlicht.

Film

  • Kurzdokumentation über ihre Fischotter, 1929, nicht nachweisbar

Zitate

Zitate von Käthe Hecht

Käthe Hecht schrieb 1921 über ihre Aufnahmen:

„An jedes Blatt, das ich langsam der Mappe entnehme, heftet sich liebendes Erinnern, staunende Bewunderung über alle Zeichen von Intelligenz, Verstand und Gemüt der Tierseele.“[6]

Zitate über Käthe Hecht

Die Photographischen Mitteilungen lobten 1907 ihre „ganz entzückenden Tieraufnahmen“:

„In diesen Sachen steckt wirklich ein ausserordentliches Studium, und man wird durch solche intimen Schilderungen wahrhaft dem seelischen Leben der Tiere näher gebracht. Da sieht man doch, dass die Camera nur in der Hand eines fühlenden Menschen zu sein braucht, damit etwas herauskommt, was den Abklatsch zufälliger Natur weit überragt.“[7]

Literatur

  • Grete Grewolls: Wer war wer in Mecklenburg und Vorpommern? Hinstorff, Rostock 2011. S. 3950, mit kurzen biographischen Angaben

Einzelnachweise

  1. Genealogisches Handbuch bürgerlicher Familien, Zweiter Band, Görlitz 1890, S. 216 Nr. 9a
  2. Catharina Caroline Cornelia Marie Hecht OFB, mit detaillierten Angaben zur Familie
  3. Photographische Korrespondenz, Wien 1908, S. 45 (kurze Auszüge), auch Käthe Hecht Deutsche Fotothek
  4. Käthe Hecht Deutsche Fotothek, mit detaillierten biographischen Angaben
  5. Walther Schoenichen, Handbuch der in Deutschland geschützten Tiere, 1939, S. IV (kurze Auszüge), dort außerdem Graf Zedtwitz, Max Behr und Ernst Krause erwähnt
  6. Käthe Hecht, Blick in die Tierseele, in Die Woche, 1921, S. 301f.
  7. Zu unseren Fotos, in Photographische Mitteilungen, 1907, S. 323, mit einigen Fotos von ihr