Eduard Wasow

Eduard Wasow (* 1879 in Bremerhaven; † 1944 in München) war ein deutscher Fotograf in München.

Leben und Wirken

Eduard Wasow besuchte die Lehr- und Versuchsanstalt für Photographie in München. 1910 eröffnete er dort ein Atelier mit Karl Schenker.[1] In den folgenden Jahren erhielt er mehrere Preise bei Fotoausstellungen.[2][3] 1913 übernahm er die Leitung der Lehr- und Versuchsanstalt. In diesem Jahr heiratete er Alma Thal, mit der er ein Kind hatte.[4]

In den 1920er Jahren war Eduard Wasow einer der bedeutendsten Fotografen in München, der vor allem Porträts anfertigte, darunter von der Familie Mann, dem Schriftsteller Hugo von Hofmannsthal und dem bekannten Schauspieler Adolf Bassermann. Eduard Basow gilt als Wegbereiter der Neuen Sachlichkeit in der Fotografie und der Abwendung von der Kunstfotografie.[5][6]

Ab 1933 wandte er sich der Industriefotografie zu, zum Beispiel mit Aufnahmen vom Autobahnbau, die dann auch propagandistisch verwendet wurden. In dieser Zeit war die jüdische Schriftstellerin Grete Weil Schülerin bei ihm. 1937 war ein Foto von ihm in der Propagandaausstellung Der ewige Jude zu sehen.[7] 1944 wurde sein Atelier bei einem Bombenangriff zerstört. Bald danach starb er.

Literatur

  • Eckhardt Köhn: Eduard Wasow und das Ende der Kunstfotografie. Luchs, Engelrod 2019. 148 Seiten (Verlagsinformationen), grundlegende Biographie
  • Das Atelier des Fotografen, 1923, Heft 5, S. 25, mit zwei Fotografien
Commons: Eduard Wasow – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Adreßbuch für München und Umgebung, 1911, S. 198, S. 473, S. 670; in der Schellingstr. 10, mit Karl Schenker
  2. Photographische Chronik, XIX, 1912, S. 367 (rechte Spalte), auf der zweiten photographischen Ausstellung in St. Petersburg, eine Bronzemedaille (Alma Thal erhielt eine Silbermedaille)
  3. Photographische Chronik, 1914, S. 593 (linke Spalte oben), auf der Weltausstellung für Buchgewerbe und Graphik in Leipzig, Gruppe VII Photographie, Grosser Preis (es wurden etwa 200 Preise in dieser Gruppe vergeben)
  4. Werner Röder (Bearb.), Biographisches Handbuch der deutschen Emigration seit 1933, Band I, Saur, München 1999, S. 1209 (Artikel Wasow, Wolfgang); Alma Thal, geboren 1886 in Mitau, Baltikum, in einer deutsch-jüdischen Familie, 1909 Geburt Wolfgang von einem anderen Mann, 1933 Emigration nach Spanien, 1936–1939 Mitarbeiterin in der sozialistischen Regierung in Barcelona, 1939 nach Paris, 1941 nach Mexiko, 1950 in New York gestorben
  5. Eckhardt Köhn, Eduard Wasow, 2019 (Verlagsinformationen)
  6. H. W., Die Kunst des Fotografierens, in Die Kunst. Monatshefte für freie und angewandte Kunst, 1920 (Text)
  7. Rosemarie Burgstaller, Inszenierung des Hasses. Feindbildausstellungen im Nationalsozialismus, Wien 2022, S. 283, Abbildung