Braunstirn-Spechtpapagei

Braunstirn-Spechtpapagei

Braunstirn-Spechtpapagei
(Micropsitta pusio)

Systematik
Unterklasse: Neukiefervögel (Neognathae)
Ordnung: Papageien (Psittaciformes)
Familie: Altweltpapageien (Psittaculidae)
Unterfamilie: Psittaculinae
Gattung: Spechtpapageien (Micropsitta)
Art: Braunstirn-Spechtpapagei
Wissenschaftlicher Name
Micropsitta pusio
(Sclater, 1866)

Der Braunstirn-Spechtpapagei (Micropsitta pusio) ist eine Papageienart, die im Norden und Osten von Neuguinea, sowie auf den Inseln des südlichen Bismarck-Archipels vorkommt.

Merkmale

Der Braunstirn-Spechtpapagei erreicht eine Größe von acht Zentimetern und ein Gewicht von 10 bis 15 Gramm und gehört damit zu den kleinsten Papageienarten. Das Gefieder ist hauptsächlich grün und geht an Brust und Bauch in eine gelbliche Färbung über. Die Stirn und das Gesicht sind ockerfarben, die Kopfoberseite ist blau. Auf der Mitte der grün gefärbten Flügeldecken befinden sich schwarze Flecken. Der Schwanz ist in der Mitte blau und an den Seiten schwarz, mit kleinen gelben Flecken an den Spitzen. Die Unterseite des Schwanzes ist gelb. Bei den Weibchen ist die Kopfzeichnung insgesamt blasser, Jungvögel haben eine grüne Kopfoberseite. Bei der Unterart Micropsitta pusio harterti ist die Grünfärbung der Unterseite deutlicher ausgeprägt als bei der Nominatform. Ihre Kehle ist blau gefärbt. Bei M. p. stresemanni ist die Unterseite eher gelblich und M. p. beccarii ist dunkler gefärbt. Der Ruf ist ein hohes, kurzes „tsit“ oder „tsee“, außerdem gibt es kurze Phasen mit verschiedenen Tönen, ähnlich wie „tsee-tsi-tsit“.[1]

Lebensraum und Lebensweise

Der Braunstirn-Spechtpapagei kommt vor allem im Tiefland vor, in hügeligen oder bergigen Regionen findet man ihn nur bis in Höhen von 400, selten bis in Höhen von 800 Metern. Er lebt in Galeriewäldern, Überschwemmungsgebieten, hohen Sekundärwäldern und vereinzelt auch in Kokospalmenhainen und Savannen mit relativ dichtem Baumbestand. Im äußersten Osten des Verbreitungsgebiets wurden ziehende Gruppen beobachtet, wobei es unklar ist ob es sich tatsächlich um einen Vogelzug handelt oder die Vögel nur zwischen verschiedenen Regionen eines großen Lebensbereiches wechseln. Die Nahrung besteht vor allem aus Flechten und Pilzen, die von der Rinde von Bäumen abgefressen werden und vermutlich auch aus Termiten. Bei Magenuntersuchungen wurden Insektenreste, winzige schwarze Samen, gelbes Fruchtfleisch und Blüten gefunden. Die Brutzeit dauert von September bis Mai. Die Nester werden in den Bauten von Baumtermiten errichtet. Das Gelege besteht aus zwei bis drei Eiern.[1]

Systematik

Der Braunstirn-Spechtpapagei wurde 1866 durch den englischen Zoologen Philip Sclater unter der Bezeichnung Nasiterna pusio erstmals wissenschaftlich beschrieben. Nah verwandt sind der Gelbkappen-Spechtpapagei (M. keiensis), der auf der Vogelkop-Halbinsel im Westen von Neuguinea, im Süden von Neuguinea sowie auf den Aru-Inseln vorkommt und der Geelvinkspechtpapagei (M. geelvinkiana), der auf drei Inseln nördlich der Geelvinkbucht lebt.[1]

Es gibt vier Unterarten, die sich so wenig voneinander unterscheiden, dass ihre Gültigkeit zweifelhaft ist:[1]

Bestand und Gefährdung

Die IUCN stuft den Braunstirn-Spechtpapagei in die Kategorie „nicht gefährdet“ (least concern) ein. Das Verbreitungsgebiet ist relativ groß und obwohl die Population offenbar rückläufig ist, scheint der Rückgang nicht so schnell vonstattenzugehen, dass die Art gefährdet ist.[2]

Einzelnachweise

  1. a b c d N. Collar und P. F. D. Boesman (2020). Yellow-capped Pygmy-Parrot (Micropsitta pusio), Version 1.0. In Birds of the World (J. del Hoyo, A. Elliott, J. Sargatal, D. A. Christie und E. de Juana, Hrsg.). Cornell Lab of Ornithology, Ithaca, NY, USA. doi: 10.2173/bow.ycppar1.01
  2. Micropsitta pusio in der Roten Liste gefährdeter Arten der IUCN 2024. Eingestellt von: BirdLife International, 2024. Abgerufen am 30. Dezember 2025.