Bluthochzeit (1981)
| Film | |
| Titel | Bluthochzeit |
|---|---|
| Originaltitel | Bodas de sangre |
| Produktionsland | Spanien, Frankreich |
| Originalsprache | Spanisch |
| Erscheinungsjahr | 1981 |
| Länge | 72 Minuten |
| Altersfreigabe |
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| Stab | |
| Regie | Carlos Saura |
| Drehbuch | Carlos Saura Antonio Gades Alfredo Mañas |
| Produktion | Emiliano Piedra |
| Musik | Emilio de Diego |
| Kamera | Teodoro Escamilla |
| Schnitt | Pablo G. del Amo |
| Besetzung | |
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Bluthochzeit, spanischer Originaltitel Bodas de sangre, ist ein spanischer Film in der Regie von Carlos Saura. Er ist der erste Teil der Flamenco-Trilogie dieses Regisseurs und eine Verfilmung des Balletts Crónica del suceso de bodas de sangre (1974) von Antonio Gades, das wiederum auf der gleichnamigen Tragödie von Federico García Lorca basiert.
Handlung
Gemäß Sauras Drehbuch ist der Film in 5 Teile[1] gegliedert: A. Prolog; B: Maske; C: Aufwärmübungen; D: endgültige Kostüme; E. Bluthochzeit.
In den Teilen A–D trifft das Ensemble im Studio ein und verwandelt sich allmählich in die dramatischen Figuren, die sie darstellen werden.[1] Im Vordergrund des Films steht der Tanz. Die Choreographie von Antonio Gades erzählt die Geschichte einer verfluchten Liebe.[2]
Die Handlung der Bluthochzeit orientiert sich an Garcia Lorcas Bluthochzeit: Eine Braut flieht am Tag ihrer Hochzeit mit ihrem Liebhaber. Der Bräutigam verfolgt die beiden Liebenden und es kommt zu einem Messerkampf. Die Rivalen erstechen sich gegenseitig, und die einzige Hochzeit, die stattfindet, ist die Verbindung ihrer Schicksale im Tod. Eine blutige Hochzeit.
Bemerkungen zur Musik und der Musikgruppe
Der facettenreiche Flamenco, der Gesang (Cante), Tanz (baile) und Gitarrenspiel (toque) umfasst und mehr als fünfzig Musikstile kennt, hat seinen Ursprung im ethnischen Schmelztiegel Andalusiens, der südlichsten Region Spaniens. Vielfältige Traditionen, darunter islamische, sephardische, griechische und lateinamerikanische finden sich dort. Die Bluthochzeit bot Saura eine perfekte Leinwand, auf der er ein farbenfrohes Porträt eines Teils des komplexen kulturellen Erbes Spaniens malen konnte.
Gitarristen sind Emilio de Diego und Antonio Solera, die Cantaores (Flamenco Sänger): José Mercé, Gómez de Jerez und Pepe Blanco. Die Sängerin von La nana (Wiegenlied) ist Pepa Flores, der Sänger von Ay mi sombrero Pepe Blanco.
Produktion
Carlos Saura, der anfänglich eine Adaption von anderen künstlerischen Genres ablehnte[2], änderte seinen Standpunkt nach einem Besuch einer eigens für ihn in Madrid in der Escuela Nacional de Danza angesetzten Generalprobe von Antonio Gades‘ Inszenierung der Boda de sangre. Saura erinnerte sich, dass diese Aufführung für ihn eine Offenbarung[3] war. Sein Ausflug in das Musikgenre war ein großer Erfolg.[4] Es war die erste Zusammenarbeit zwischen Saura und Gades.
Der Film ist der Schauspielerin Emma Penella gewidmet, da sie durch ihr Beharren gegenüber ihrem Ehemann, dem Produzenten Emliano Piedra, die Verfilmung von Gades' Stück durch Saura ermöglicht hat.
Rezeption
Das Lexikon des internationalen Films sieht den Film als virtuos gestaltet an und hebt die bemerkenswerte Einheit von Musik, Tanz und Bildästhetik hervor.[5]
Für die Hispanistin Wendy L. Rolph stellt Sauras Film eine Herausforderung dar, „sich mit seinen eigenen bisherigen Interpretationen von Lorcas Werk auseinanderzusetzen (Original: a challenge to the viewer to confront […] his own previous readings of Lorca's work)“.[6] Offensichtlich sei Lorca mit seiner Erneuerung des spanischen Theaters Anstoß für diesen Film gewesen. Außerdem weise er einen Weg zur Interpretation dieses „innovativen und fantasievollen Films (Original: innovative and imaginative film)“.[6]
Preise
- 37. Ausgabe der Medallas del Círculo de Escritores Cinematográficos[7]
| Kategorie | Preisträger |
|---|---|
| Bester Film | Bodas de sangre |
| Beste Kamera | Teo Escamilla |
Weblinks
- Bluthochzeit bei IMDb
Einzelnachweise
- ↑ a b Wendy L. Rolph: LORCA/GADES/SAURA: MODES OF ADAPTATION IN BODAS DE SANGRE. In: Society of Spanish & Spanish-American Studies (Hrsg.): Anales de la literatura española contemporánea. Band 11, Nr. 1, 2, 1986, S. 197 (englisch).
- ↑ a b Tara Michelle Conroy: Bodas de sangre (1981) ( vom 24. Juni 2010 im Internet Archive) (spanisch).
- ↑ Wendy L. Rolph: LORCA/GADES/SAURA: MODES OF ADAPTATION IN BODAS DE SANGRE. In: Society of Spanish & Spanish-American Studies (Hrsg.): Anales de la literatura española contemporánea. Band 11, Nr. 1, 2, 1986, S. 194 (englisch).
- ↑ Diego Galán: 'Bodas de sangre', un musical de Carlos Saura. In: El País. 11. März 2004, ISSN 1134-6582 (spanisch, elpais.com [abgerufen am 21. Oktober 2025]).
- ↑ Bluthochzeit. In: Lexikon des internationalen Films. Filmdienst, abgerufen am 17. Oktober 2025.
- ↑ a b Wendy L. Rolph: LORCA/GADES/SAURA: MODES OF ADAPTATION IN BODAS DE SANGRE. In: Society of Spanish & Spanish-American Studies (Hrsg.): Anales de la literatura española contemporánea. Band 11, Nr. 1, 2, 1986, S. 201 (englisch).
- ↑ Medallas del CEC a la producción española de 1981 ( vom 9. Oktober 2020 im Internet Archive) (spanisch).