Bahnstrecke Courtalain-Saint-Pellerin–Patay

Courtalain-Saint-Pellerin–Patay
Zweiteiliger Caravelle-DMU mit X 4314 und X 8310
im Bahnhof Courtalain-Saint-Pellerin, 2. Mai 1992.
Streckennummer (SNCF):558 000
Kursbuchstrecke:64
Streckenlänge:47,6 km
Spurweite:1435 mm (Normalspur)
Maximale Neigung: 10[1] 
Bahnstrecke Chartres–Bordeaux von Chartres
Bahnstrecke Thorigné–Courtalain-Saint-Pellerin von Thorigné
140,9
0,0
Courtalain-Saint-Pellerin 156 m
Bahnstrecke Chartres–Bordeaux nach Bordeaux-St-J.
4,7 Langey 159 m
8,7 Yerre (zerstört)
12,7 Saint-Denis-les-Ponts 120 m
13,6 Loir (zerstört)
~16,7 Route de Tours (ehem. N 10)
~16,9 D 924 (ehem. N 824)
~17,6 Bahnstrecke Brétigny–La Membrolle-sur-Choisille
von La Membrolle-sur-Choisille
~17,7 TELC nach Blois über Oucques (1912–1936, Meterspur)
~18,2 Boulevard Kellermann (ehem. N 155)
18,4 Châteaudun 141 m
~19,6 Bahnstrecke Brétigny–La Membrolle-sur-Choisille n. Brétigny
~23,7 D 927 (ehem. N 827)
23,7 Flugplatz Châteaudun
26,4 Lutz-en-Dunois 135 m
27,4 Getreidelager
30,7 Civry-Saint-Cloud 132 m
38,3 Péronville 128 m
~41,5 Département Eure-et-Loir / Loiret
42,7 Steinbruch
~46,5 D 935 (ehem. N 835)
~47,5 Bahnstrecke Chartres–Orléans von Chartres
47,6
41,8
Patay 122 m
Getreidelager
Bahnstrecke Chartres–Orléans nach Orléans

Die Bahnstrecke Courtalain-Saint-Pellerin–Patay war eine 47,6 km lange, eingleisige, französische Eisenbahnstrecke in West-Ost-Richtung, die überwiegend im Département Eure-et-Loir liegt. Sie wurde am 2. April 1883 eröffnet und verbindet die beiden Magistralen Chartres–Bordeaux und Chartres–Orléans. Auf halber Strecke in Châteaudun wird die Bahnstrecke Brétigny–La Membrolle-sur-Choisille gekreuzt, die nur regionale Bedeutung hat. Heute ist die Verbindung nicht mehr befahrbar, diente sie bis zuletzt nur noch dem Güterverkehr, insbesondere für landwirtschaftliche Produkte, vor allem Getreide.

Geschichte

Die Konzession für diese Strecke wurde am 23. Januar 1872 der Eisenbahngesellschaft Chemin de fer d’Orléans à Rouen erteilt, die zwei Jahre später, 1874, Eisenbahnstrecken mit einer Gesamtlänge von 793 km besaß.[2] Am 27. November 1869 als Tochtergesellschaft der Chemins de fer des bassins houillers du Hainaut mit Sitz in Brüssel gegründet, wurden die bereits 600 existierenden Streckenkilometer mit pauschal-bewerteten 150.000 FF pro Kilometer in die neue Gesellschaft eingebracht. So entstand eine finanziell mächtige Gläubigergemeinschaft, die dem Staat gegenüber überzeugend Konzessionen für neue Strecken beantragen konnte, das sie auch tat und sich dabei übernahm.[3]

Entsprechend konnte die Bahngesellschaft nicht überleben, war schon bald hochverschuldet und musste Insolvenz anmelden. Am 18. Mai 1878 wurde die Strecke per Gesetz in das Netz der neu gegründeten Staatsbahn État übernommen, in dem auch ein möglicher Rückkauf der Strecke durch den Staat vereinbart war.[4]

Mit dem Bau der Bahnstrecke Chartres–Bordeaux 1908 wurde der Linienverlauf im Bahnhof von Courtalain-Saint-Pellerin auf knapp 1000 m etwas begradigt, wodurch die Streckenlänge um ca. 150 m verkürzt wurde.

Streckenschließungen[5]
Abschnitt km Schließung GV Entwidm.
Courtalain-Saint-Pellerin–Châteaudun 17,6 24.08.1942 19.04.1952
Lutz-en-Dunois–Péronville 11,9 1990er
Péronville–Patay 9.3 2010er
Châteaudun–Lutz-en-Dunois 8,0 01.07.2019

Schon bald hatte die schwierige wirtschaftliche Lage der Strecke ihre Auswirkung, denn nach der Übernahme durch die SNCF 1938 wurde am 18. Juli 1939 der Personenverkehr eingestellt. Am 24. August 1942 wurde der Güterverkehr auf dem westlichen Abschnitt Courtalain-Saint-Pellerin–Châteaudun geschlossen. Die Schließungen im östlichen Streckenteil sind in der nebenstehenden Tabelle zusammengefasst. Dort liegt noch der Großteil der Gleise, während der Westabschnitt vollkommen neutralisiert wurde. Im Bereich der Südumfahrung von Châteaudun wurde die Trasse in die Straße Boulevard du 8 Mai umgebaut. Der Ostteil ist noch nicht entwidmet.

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Einzelnachweise

  1. Ligne de Courtalain-Saint-Pellerin à Patay Bl. 64. In: Carnet de profils et schémas, Région de le sud-ouest, 1958.
  2. Pierre Protat: Revue d’histoire des chemins de fer. In: Les compagnies secondaires de chemins de fer en France de 1859 à 1883, S. 58.
  3. Jean-Michel Théodore: Chemins de fer d’intérêt local et concurrence aux grandes compagnies dans les années 1870: Simon Philippart et l’Orléans à Rouen. Positions des thèses soutenues par les élèves de la promotion de 1977 pour obtenir le diplôme d’archiviste paléographe, École nationale des chartes, 1977.
  4. Loi qui, 1. incorpore divers Chemins de fer d’intérêt local dans le réseau d’intérêt général; 2. approuve des Conventions Passées entre le Ministre des Travaux publics et diverses Compagnies de Chemins de fer. In: Bulletin des lois de la République française, 18 Mai 1878, S. 801–803.
  5. Ligne Courtalain-Saint-Pellerin - Patay, Fandom: Infrastructure ferroviaire française, Centre-Val de Loire, 12. August 2020.