Bahnstrecke Étampes–Beaune-la-Rolande

Étampes–Beaune-la-Rolande
Bahnhof Étampes, 2023.
Der im Bild vordere Bahnsteig wurde für Züge dieser Strecke benutzt.
Streckennummer (SNCF):684 000
Kursbuchstrecke (SNCF):68
Streckenlänge:58,8 km
Spurweite:1435 mm (Normalspur)
Maximale Neigung: 10[1] 
Bahnstrecke Paris–Bordeaux von Paris-Austerlitz
55,9 Étampes 90 m
Unterführung (63 m)
Bahnstrecke Étampes–Auneau nach Auneau
Bahnstrecke Paris–Bordeaux nach Bordeaux-St-J.
~57,5 Rue Saint Martin (ehem. N 20)
57,5 Saint-Martin-d’Étampes 82 m
57,7 Chalouette (41 m)
~57,7 N 20
57,9 Ausbauende[2]
63,5 Boissy-la-Rivière (89 m)
65.4 Juine (17 m)
66,0 Saclas-Saint-Cyr 84 m
68,7 Viaduc de Saclas (82 m)
71,2 Méréville 132 m
73,7 Estouches 137 m
~75,9 Département Essonne / Loiret
~79,1 D 921 (ehem. N 721)
79,6 Sermaises-du-Loiret 127 m
CF Betteraviers Zuckerrübenbahn (0,60 m, 1892–1965)[3]
83,0 Audeville 127 m
~85,8 Streckenende
~86,3 Anschl. Zuckerfabrik
86,5 Engenville 131 m
~92,7 D 921 (ehem. N 721)
93,3 Bahnstrecke Les Aubrais-Orléans–Malesherbes v. Malesherbes
Tramway de Pithiviers à Toury (0,60 m, heute Museumsbahn)
93,9 Pithiviers / Pithiviers (TPT) 121 m
95,5 Œuf (62 m)
95,8 Bahnstrecke Les Aubrais-Orléans–Malesherbes n. Les Aubrais
D 2152 (ehem. N 51)
99,5 Ascoux 118 m
107,8 Boynes 112 m
Anschl. Tanklager Argos Energies
114,7 Beaune-la-Rolande 109 m
115,2
6,5
Streckenübergang
Bahnstrecke Auxy-Juranville–Bourges und
Beaune-la-Rolande-Parville
(Ex-Beaune-la-Rolande-Ville)
9,5 Saint-Loup-des-Vignes-Boiscommun 110 m
~10,7 Maurepas 104 m
Bahnstrecke Les Aubrais-Orléans–Montargis von Les Aubrais
15,1 Bellegarde-Quiers 115 m
Bahnstrecke Les Aubrais-Orléans–Montargis nach Montargis
Bahnstrecke Auxy-Juranville–Bourges nach Bourges

Kilometrierung ab Paris-Austerlitz

Die Bahnstrecke Étampes–Beaune-la-Rolande ist eine – größtenteils stillgelegte – eingleisige, 58,8 km lange Eisenbahnstrecke in Frankreich. Sie verläuft ungefähr in Nord-Süd-Richtung und hatte vor allem regionale Bedeutung mit direkter Verbindung ins Zentrum von Paris. Heute wird nur noch der nördlichste, 1,66 km lange Teil zwischen den Bahnhöfen Étampes und Saint-Martin-d’Étampes im RER-Vorortverkehr mit Paris benutzt. Entsprechend ist dieser Abschnitt mit 1,5 kV elektrifiziert.

Geschichte

Für diese Strecke wurde bereits am 7. Juli 1838 von Casimir Leconte und sein Unternehmen eine Konzession beantragt, die am 1. August 1839 genehmigt, dann aber nicht gebaut wurde.[4][5]

Auch der Plan Freycinet, der vorsah, durch ein dichteres Bahnnetz die Wirtschaftlichkeit des Landes zu verbessern, berücksichtigte diese Strecke nicht. Stattdessen gab es eine Initiative, die Etampes und Sermaises durch das Tal von Éclimont flussaufwärts verbinden sollte. Die Studie von 1893 führte zu heftigen Reaktionen in der Bevölkerung, die abseits lag und nicht berücksichtigt werden sollte. Anstelle dem Bach im Oberlauf weiter zu folgen, wählte man daraufhin das Tal der Juine, um die Strecke über die Gemeinde Méréville zu führen, die sich mit 100.000 FF beteiligte und zusätzlich Grundstücke zur Verfügung stellte. Am 16. März 1896 verabschiedete der Senat die endgültige Streckenführung.[6]

Während im Herbst 1902 die Strecke zwischen Beaune-la-Rolande und Pithiviers in Betrieb ging, dauerte es noch bis zum Februar 1905, bevor in Étampes der Anschluss an die Bahnstrecke Paris–Bordeaux hergestellt werden konnte. In den Anfängen war die Strecke vor allem für den Güterverkehr wichtig. Hauptsächlich wurden Transporte mit Getreide- und Rübenladungen durchgeführt, der Reiseverkehr war zweitrangig. So verkehrten beispielsweise im Fahrplan der 1910er-Jahre nur zwei Züge pro Tag auf der ganzen Strecke von Etampes aus nach Bourges, die für die knapp 200 km lange Verbindung sechseinhalb Stunden benötigten. Für die Fahrt von Étampes nach Beaune-la Rolande musste man 01:52 bis 02:16 Stunden veranschlagen.[7]

Während des Zweiten Weltkriegs gab es ein Gefangenenlager in Pithiviers, dessen Transporte über diese Strecke von und nach Norden abgewickelt wurden. Auch Munitionszüge verkehrten über diese Gleise.[7]

Bis in die 1980er Jahre wurde die Strecke instand gehalten, obwohl seit Herbst 1969 die Personenbeförderung auf die Straße verlegt worden war und so die 1949 erschienen ersten Triebwagen auf der Strecke wieder verschwanden. Zuletzt gab es nur noch ein Zugpaar.[7] 1965 wurden in Méréville ohne Abonnements 4523 Einzelfahrkarten und 378 Wochentickets ausgestellt. Die Gesamteinnahmen des Jahres betrugen 31.000 FF. Für 1966 gibt es Kennzahlen des Bahnhofs, nach denen 190 Waggons mit einer Tonnage von 3430 Tonnen an Gütern abgewickelt wurden, hauptsächlich Kohle und Dünger. Zusätzlich wurden 855 Tonnen Getreide versendet.[6] Die Strecke ist zwar an mehreren Stellen durch eine Gleisentnahme an ehemaligen Bahnübergängen unterbrochen, doch wurde sie noch nicht entwidmet. Seit 2021 findet auf einem kurzen Abschnitt touristischer Velorail-Betrieb statt.[7]

Commons: Ligne d'Auxy - Juranville à Bourges – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Carnet de profils et Schémas, Région du sud-ouest S.N.C.F., 1958, Blatt 68.
  2. Lignes par statut auf open data SNCF.
  3. Pithiviers Toury & embranchements betteraviers, in: Archéologie ferroviaire. Atlas des lignes de chemins de fer disparues.
  4. Ligne Étampes - Beaune-la-Rolande, in: Infrastructure ferroviaire française, Centre-Val de Loire
  5. Loi qui modifie le Cahier des charges joint à la loi du 7 juillet 1838, partant concession dun Chemin de fer de Paris à Orléans. Bulletin des lois de la République française, 1. Juli 1839, S. 93–96, Internet Archive.
  6. a b Rgaya und Gilles Arnoult: Site de la gare de Méréville. Private Website, 2005.
  7. a b c d Naissance de la ligne. Le coin du partage. La ligne ferroviaire d’Étampes à Pithiviers, Extrait du bulletin d’information, S. 1–6, Februar 2024.