Atuatuca Tungrorum

Atuatuca Tungrorum war der Name einer römischen Stadt auf dem Gebiet des heutigen Tongeren, einem Stadtteil der Stadt und Gemeinde Tongeren-Borgloon in der belgischen Provinz Limburg und der niederländischsprachigen Region Flandern. In antiker Zeit lag der Ort auf dem Gebiet der Civitas Tungrorum, dem Siedlungsraum der germanischen Tungrer[1], war deren Hauptstadt und gehörte damit administrativ zunächst zur Provinz Gallia Belgica,[2] ab domitianischer Zeit (81–96) vermutlich zur Germania inferior und in der Spätantike gesichert zur Germania secunda.[3]

Lage, Quellen, Etymologie und Forschungsgeschichte

Die römische Stadt war an einer ökonomisch und strategisch günstigen Position im Zentrum der Civitas Tungrorum errichtet worden. Dort enden die ärmeren Böden der nördlichen Ardennenausläufer und es bildet sich eine fruchtbare Lösszone, bevor im Norden davon wieder weniger fruchtbare Sandböden anschließen. Durchquert wird dieses Gebiet in grob nordsüdlicher Ausrichtung von einer Wasserscheide, die das Einzugsgebiet der Maas von dem der Schelde trennt und für reichlich Quellwasser sorgt. In westöstlicher Richtung durchzog die so genannte Via Belgica das Gebiet, eine strategisch wichtige römische Fernstraße, die von Gesoriacum (heute Boulogne-sur-Mer) nach Apud aram Ubiorum (die spätere Colonia Claudia Ara Agrippinensium, das heutige Köln) führte. Der Name Via Belgica ist nicht authentisch antik, sondern eine moderne Wortschöpfung des Tourismusmarketings. Außer über diese Straße konnte Atuatuca vom rund 18 Kilometer östlich gelegenen Mosa Traiectum aus auch auf dem Wasserweg über den Jeker erreicht werden, zumindest mit kleineren flachen Booten, wie sie in der römischen Flussschifffahrt üblich waren.

Auf der Tabula Peutingeriana findet sich Atuatuca (Tungrorum) auf der Strecke von der Colonia Claudia Ara Agrippinensium (Köln) über Iuliacum (Jülich) und Coriovallum (Heerlen), und von Atuatuca weiter nach über Geminiacum (nördlich des heutigen Charleroi) und Vogdoriacum (Waudrez bei Binche) nach Bagacum Nerviorum (Bavay) verzeichnet. Ein Straßenabzweig führt von Atuatuca über Feresne, Catualium, Blariacum und Ceuclum nach Ulpia Noviomagus Batavorum. Auch in der Geographike Hyphegesis des Claudius Ptolemaeus findet Atuatuaca Tungrorum als Hauptort der Tungrer Erwähnung.[4]

Der Name Atuatuca Tungrorum leitet sich möglicherweise von der älteren und befestigten eburonischen Siedlung Atuatuca ab, bei der sich ein Teil der caesarischen Truppen im Winter 54/53 v. u. Z. einquartiert und eine vernichtende Niederlage durch Ambiorix erlitten hatten.[5] Eine Legion und fünf Auxiliareinheiten, also rund 8000 Mann sollen dabei aufgerieben worden sein. Der Ort konnte bis heute nicht lokalisiert werden, er wurde schon auf dem Caestert-Plateau in Riemst (südlich von Maastricht),[6] aber auch im Tongerner Ortsteil Berg vermutet.[7] Allgemein wird angenommen, dass der Name der älteren eburonischen Siedlung auf die jüngere, tungrische übertragen worden ist.[8]

Die archäologische Erforschung Tongerens begann in den 1930er Jahren (unter anderem mit der Beteiligung des deutschen Archäologen Gerhard Bersu) und widmete sich anfänglich insbesondere dem römischen Straßennetz. In der weiteren Umgebung des Stadtkerns reichten die Besiedlungsspuren über das Neolithikum bis ins Mesolithikum zurück, Einzelfunde bis ins Paläolithikum.
Lange war in der belgischen Archäologie ein sehr früher, frühaugusteischer und mutmaßlich militärischer Ursprung Tongerens postuliert worden. Insbesondere Hugo Thoen, der sich um die Erforschung des Kastells Maldegem verdient gemacht hat, aber auch Joseph Mertens tendierten in diese Richtung.[9] Die Vertreter dieser Hypothese stützten sich vor allem auf mehrere Fundstellen, an denen Spitzgräben identifiziert worden waren, die um die Stadt herum verliefen. Es blieb Alain Vanderhoeven vorbehalten, diese Theorie zu relativieren. Er zeigte auf, dass die ersten festen Gebäude aus spätaugusteisch-tiberischer Zeit stammten und dass zu dieser Zeit das römische Heer die einzige Kraft gewesen wäre, die die Neuerrichtung einer ganzen Stadt mit all ihren Infrastrukturen logistisch hätte bewältigen können, dass also dort vorübergehend ein Bautrupp stationiert gewesen sein könnte, dem die Spitzgräben zuzuweisen seien. Ferner wies er darauf hin, dass einige Spitzgräben aus der Zeit des Bataveraufstandes stammten und vermutlich zur Verteidigung der Stadt gegen die Aufständischen gedient hätten. Gesichert kann die Frage, ob es sich nun um eine zivile oder militärische Gründung handelt, auch wegen des dicht überbauten Stadtbereichs und dadurch fehlender eindeutiger Befunde, bis heute nicht entschieden werden.[10] Man geht aber im Allgemeinen davon aus, dass die Stadt eine zivile Gründung war und Militär dort höchstens temporär präsent gewesen ist. Dies scheint sich erst in der Spätantike zu ändern.[11]

Geschichte und archäologische Befunde

Anfänge sowie 1. und 2. Jahrhundert

Nachdem der Stamm der Eburonen während des Gallischen Krieges in großen Teilen einem Genozid Caesars zum Opfer gefallen war, wiesen die Römer zur Zeit des Augustus einen Teil des Gebietes den Tungrern zu. Die Gründung von Atuatuca Tungrorum selbst begann wohl um 15/10 v. u. Z., worauf die Befunde von Gruben und Rinnen mit Beifunden des so genannten Oberadenhorizonts verweisen. Die nächstjüngere Fundschicht lässt sich den ersten Jahrzehnten des 1. Jahrhunderts zuschreiben. Sie zeigt die Grundrisse von einräumigen Wohnstallhäusern, die mittels Pfostenbauweise in einheimischer Tradition errichtet worden waren. Um die Mitte des 1. Jahrhunderts änderte sich die Bebauung grundlegend. Das schachbrettartige Wegenetz, dessen einzelne Straßen durchschnittlich 5,50 m breit waren, wurde mit Kies befestigt, die einfachen Pfostenbauten wurden durch mehrräumige Häuser in Schwellbalkenbauweise ersetzt, deren Zimmer sich nach italischen Vorbildern um einen Innenhof herum anordneten. Einige Räume wurden mit Wandmalereien versehen. In den 60er Jahren erfolgte wohl auch die Grundsteinlegung eines monumentalen gallo-römischen Umgangstempels am nordwestlichen[12] und eines großen Horreums am südwestlichen Rand der Stadt. Um den Baugrund für den Tempel vorzubereiten, wurde eine Terrasse angelegt, die von einer 112 m mal 71,5 m (= 7952 m²) messenden Säulenhalle umgeben war. In deren Mitte befand sich ein Podiumstempel mit Cella, Pronaos und Peristyl. Insgesamt wird eine gewisse Romanisierung unübersehbar. Diese Bauphase wurde um 69/70 jäh unterbrochen, als ein Großbrand weite Teile der Stadt zerstörte, vermutlich eine Folge des Bataveraufstands.[13]

Der Wiederaufbau in der flavischen Zeit erfolgte sukzessive und nicht flächendeckend. Die Erneuerung der öffentlichen Gebäude begann früher als die der privaten. Beide wurden nun überwiegend als Steingebäude errichtet. Die Steinbauweise setzte sich jedoch nicht vollständig durch. In allen Stadtviertel findet sich eine durchmischte Bebauung sowohl mit Stein- als auch mit Holz-Erde-Bauwerken respektive Fachwerkgebäuden. Diese Vielseitigkeit bestand bis zum Ende der römischen Epoche fort. Auch gab es eine gewisse Vielfalt der unterschiedlichen ökonomischen und sozialen Klassen in den einzelnen Vierteln. So fanden sich an einigen Stellen die Abfälle von Handwerksbetrieben neben repräsentativen, villenartigen Wohnanwesen. Aber das Handwerk scheint ohnehin nur eine Nebenrolle gespielt zu haben, in erste Linie diente Tongeren wohl als Wohn- und Verwaltungsstätte des lokalen Adels. Produziert wurde nur für den Bedarf der Stadt und nicht für den Export, wobei die Verarbeitung von landwirtschaftlichen Produkten eine größere Rolle gespielt zu haben scheint, als die Produktion von Keramik, Metallgegenständen und Glas. Noch zweimal fiel die Stadt größeren Schadensfeuern zum Opfer, einmal kurz nach der Mitte des 2. Jahrhunderts und zum zweiten Mal in der zweiten Hälfte des 3. Jahrhunderts. Nach dem ersten Brand wurde die Stadt mit einer rund 4500 Meter langen, sechs Meter hohen und zwei Meter mächtigen Stadtmauer umgeben, von der heute noch rund die Hälfte des Streckenverlaufs erhalten ist. Die erhaltenen Abschnitte erstrecken sich längs der Caesarlaan und der Legioenenlaan, um dann in die Rode Kruislaan abzuknicken,[14] von wo aus sie im weiteren Verlauf der Cottalaan und der Sabinuslaan folgen. Die unregelmäßig verlaufende Mauer umfasste eine Fläche von rund 150 Hektar.[11][15] Möglicherweise stand der Mauerbau in Zusammenhang mit dem Status eines Municipiums,[16] den Atuatuca Tungrorum irgendwann im 2. Jahrhundert erhielt. Anders würde der Bau einer Mauer in einer Zeit, in der in den westlichen Provinzen tiefster Frieden herrschte, wenig Sinn ergeben.[17] Die Gräberfelder erstreckten sich – römischem Gesetz entsprechend außerhalb der bewohnten Bereiche und der Stadtmauer – längs der sog. Via Belgica nach Osten und Westen. Sie beherbergten tausende an Bestattungen, hauptsächlich Brandgräber, deren Beigaben den Grundstock der musealen Bestände Tongerens bildeten.

3. und 4. Jahrhundert

Vom Beginn des 3. Jahrhunderts stammt ein Leugenstein, der 1901 an der Porte de Saint-Trond gefunden wurde, aber in Tongeren nur noch als Kopie besichtigt werden kann, da sich das Original in den Koninklijke Musea voor Kunst en Geschiedenis (Königlichen Museen für Kunst und Geschichte in Brüssel) befindet. Der Stein gibt in Leugen die Entfernungen zu einigen Orten (hauptsächlich im Rheinland) an.[18] Die Lesung seiner Inschrift lautet:
------] / [Bonna] l(eugae) XI / [Rigo]magus l(eugae) VIIII / [Antu]nnacum l(eugae) VIII / [Conf]luentes l(eugae) VIII / [Bo]udobriga l(eugae) VIII / [Vo]solvia l(eugae) VIII / [B]ingium l(eugae) VIII / [Mo]gontiac(um) l(eugae) XII / [Bu]conica l(eugae) VIIII / [Borb]etomag(us) l(eugae) XI / [------ // ------] / [---] l(eugae) XV / [Nov]iomag(us) l(eugae) XV / Durocorter(um) l(eugae) XII / ad fines l(eugae) XII / Aug(usta) Suessionum / l(eugae) XII / Isara l(eugae) XVI / Roudium l(eugae) VIIII / Seeviae l(eugae) VIII / Samarabriva / l(eugae) [---] / [------ // item / a Cas/tello / Fines Atrebatiu[m] / l(eugae) XIIII / Nemetac(um) l(eugae) [---] / item a Ba[gaco ---] / [------

Nach dem zweiten Brand wurde die bewohnte Fläche der Stadt spürbar reduziert und eine neue Stadtmauer errichtet, die in ihrem Verlauf zum Teil dem der alten Mauer entspricht. Die Länge der neuen Stadtmauer belief sich nur noch auf rund 2600 Meter, sie war aber wesentlich robuster als ihre Vorgängerin.[19] In den wenigen Quellen für die Spätantike wird die führende Rolle Tongerens in der Germania secunda dieser Zeit herausgestellt.[20] Auch militärisch scheint die Stadt an Bedeutung gewonnen zu haben, wofür allein schon die wuchtige Gestalt der neuen Stadtmauer spricht, die in Abständen von gerade mal 20 Metern mit Wehrtürmen versehen war. Auch wird in der Notitia dignitatum die Anwesenheit eines Praefectus laetorum Lagensium, prope Tungros Germaniae secundae erwähnt, also des kommandierenden Offiziers eines militärischen Verbandes von in römischen Diensten stehenden Germanen.[21]

Bereits im 2. Jahrhundert war auf dem Grund der späteren Liebfrauenbasilika eine weitläufige domus errichtet worden, ein großes und vielräumiges Gebäude mit eigenen Thermen. Dieses Haus erlebte mehrere Umbauphasen sowie Umgestaltungen der Funktion und wurde bei beiden Stadtbränden in Mitleidenschaft gezogen. Nach dem zweiten Brand im 3. Jahrhundert wurde es bis auf seine Aula abgerissen. Der Aulenbereich wurde umgestaltet und zu bislang unbekannten Zwecken weiterhin genutzt, bis er in der zweiten Hälfte des 4. Jahrhunderts von einer großen Basilika überbaut wurde. Der Grundriss der Basilika betrug mindestens 20 m mal 27 m (= 675 m²). Die jüngsten Münzen aus dem Befundkontext stammen aus der Zeit des Gratian (Mitkaiser 367, Kaiser des Westens 375, † 383). Die Basilika wurde als frühchristliche Kirche genutzt und war mutmaßlich der Ursprung der heutigen Liebfrauenbasilika.[11][22] Laut der christlichen Mythologie soll Servatius von Tongern (niederländisch: Sint Servaas; einer der Eisheiligen, † angeblich 384) seit 340 Bischof von Tongeren gewesen sein und später den Bischofssitz von Tongeren nach Maastricht verlegt haben. In der Realität geschah dies wohl erst Anfang oder Mitte des 6. Jahrhunderts, aber es ist unübersehbar, dass Tongeren nach dem Abzug der Römer zu Beginn des 5. Jahrhunderts nach und nach seine Bedeutung zugunsten der Nachbarstadt verlor.

Ländliche Umgebung

Die fruchtbaren Böden im Umland von Atuatuca Tungrorum sorgten für eine intensive landwirtschaftliche Nutzung des Gebietes. Die typische Siedlungsform bestand aus großen Landgütern, den Villae rusticae, von denen aus jeweils bis zu 50 Hektar Landfläche bewirtschaftet wurden.

Westlich der heutigen Stadt finden sich die zum Teil noch heute sichtbaren Spuren eines großen Aquädukts, das der Wasserversorgung des römischen Tongerens diente.[23] Die Befunde stellen sich insbesondere in Form eines mächtigen Erdwalls dar, der durch den Aushub zur Geländenivellierung entstand. Die Trasse führt von Tongeren aus zunächst nach Westen und knickt dann nach Südwesten ab. Die für die Trassierung bewegte Erdmasse wird nach Berechnungen auf der Grundlage von LiDAR-Scans auf über 800.000 m³ geschätzt. Woraus die Wasser führende Leitung selbst bestand, ist nicht bekannt. Der besterhaltene Abschnitt des insgesamt über sechs Kilometer langen Bauwerks befindet sich auf dem Beukenberg.

Am Westhang des Beukenbergs, unmittelbar nördlich des Romeinse Weg, findet sich mit dem Tumulus aan de Beukenberg ein erster der zahlreichen Tumuli (monumentale Hügelgräber), die das Landschaftsbild der Umgebung beherrschen.[24] Der Tumulus aan de Beukenberg gilt als einer der besterhaltenen Grabhügel der Region.[25]

Südwestlich der modernen Stadt, im Ortsteil Koninksem, liegen gleich zwei große Tumuli. Unmittelbar nördlich der Romeinse Kassei (= Nationalstraße 79), befindet sich der Tumulus van Koninksem (Romeinse Kassei) aus der Zeit vom 1. bis zum 3. Jahrhundert.[26][27] Nur knapp 400 m weiter östlich, hinter den Gärten der Paardsweidestraat/Koninksemstraat liegt der mächtige, 48 m bis 54 m durchmessende Tumulus van Koninksem (Paardsweidestraat) aus derselben Zeit.[28][29]

Rund sechs Kilometer südwestlich der Stadt befindet sich auf dem Gebiet des zum Stadtteil Lauw gehörenden Dorfes Herstappel der Grabhügel Herstappeltombe.[30] Der Tumulus durchmisst durchschnittlich 32 m und besitzt eine erhaltene Resthöhe von acht Metern.[31]

Schon gut neun Kilometer westlich von Tongeren entfernt, aber noch auf dem Gebiet des Bezirks Tongeren, bei dem zur Gemeinde Heers gehörenden Dorf Gutschoven, liegt der Tumulus Graf van Gutshoven.[32] Der Grabhügel hat einen ovalen Grundriss (17,5 m auf 20,5 m), von seiner ursprünglichen Höhe sind noch 3,20 m erhalten. Der Tumulus beinhaltet zwei Brandgräber, die sich aufgrund der Grabinventare auf die Zeit zwischen 70 und 90 datieren lassen.[33] Ebenfalls auf dem Gebiet der Gemeinde Heers, zwischen den Dörfern Horpmaal und Vechmaal befindet sich der Tumulus van Vechmaal.[34] Er hat einen schwach ovalen Grundriss von 18 m auf 20 m.[35]

Fundmaterial, Präsentation und Denkmalschutz

Umfangreiches Fundmaterial aus allen Epochen Atuatucas wurde in Tongeren geborgen, hauptsächlich aus den Gräberfeldern. Seine Präsentation erfolgt in erster Linie im Gallo-Romeins Museum (Gallo-Römisches Museum Tongern),[36] das 2011 als erstes und bisher einziges Museum Belgiens als Europäisches Museum des Jahres ausgezeichnet wurde.[37] Daneben finden sich römische, primär spätantike Artefakte und restaurierte Befunde auch im Teseum,[38] der Schatzkammer der Liebfrauenbasilika.[39]

Der gesamte historische Kern Tongerens innerhalb der römischen Stadtmauer des 2. Jahrhunderts ist als Erfgoedobject (Erbgutobjekt) mit der ID 140056[41] nach dem Onroerenderfgoeddecreet (Dekret über unbewegliches Erbgut) und dem dazu gehörenden Onroerenderfgoedbesluit (Beschluss zu unbeweglichem Erbgut) unter besonderen Schutz gestellt und im Inventar der Erfgoedobjecten von Vlaanderen registriert. Nachforschungen und gezieltes Sammeln von Funden sind genehmigungspflichtig. Zufallsfunde sind an die Denkmalbehörden zu melden. Auch die beschriebenen Fundstellen im Umland sind Erbgutobjekte, ihre IDs sind in den einzelnen Anmerkungen angegeben.

Literatur

  • Petra Driesen (Hrsg.): A residential area in the Roman city of Atuatuca Tungrorum. Excavations on the museumsite in Tongeren (= Atuatuca. Publicaties van het Provinciaal Gallo-Romeins Museum te Tongeren Nummer 8). Tongeren 2018 (Digitalisat).
  • Jörg Fündling: Grenzland – aber welches? Rechtsstatus und Provinzzugehörigkeit des römischen Aachen. In: Raban von Haehling, Andreas Schaub (Hrsg.): Römisches Aachen. Archäologisch-historische Aspekte zu Aachen und der Euregio. Schnell & Steiner, Regensburg 2013, ISBN 978-3-7954-2598-2, S. 297–342, insbesondere S. 313–326.
  • Else Hartoch (Hrsg.): The Writing Tablets of Roman Tongeren (Belgium) and associated wooden finds. Brepols, Turnhout 2025, ISBN 978-2-503-61687-2 (Digitalisat).
  • Johann Baptist Keune: Atuatuca Tungrorum. In: Paulys Realencyclopädie der classischen Altertumswissenschaft (RE). Supplementband III, Stuttgart 1918, Sp. 182.
  • Sigfried Jan de Laet: Atuatuca Tungrorum. In: Richard Stillwell u. a. (Hrsg.): The Princeton Encyclopedia of Classical Sites. Princeton University Press, Princeton NJ 1976, ISBN 0-691-03542-3 (englisch, perseus.tufts.edu).
  • Joseph Mertens: Een Romeins tempelcomplex te Tongeren. In: Kölner Jahrbuch für Vor- und Frühgeschichte 9 (1967/1968), S. 101–106.
  • Joseph Mertens, Willy Vanvinckenroye: Een Romeins gebouwencomplex extra-muros te Tongeren (= Archaeologica Belgica 180, = Publicaties van het Provinciaal Gallo-Romeins Museum te Tongeren 22). Brüssel und Tongeren 1975.
  • Joseph Mertens: Korte bijdrage to het Romeins stadsplan van Tongeren. In: Brabantse Outheden opgedragen aan Gerrit Beex. Bijdragen tot de Studie van het Brabantse Heem 16 (1977), S. 143–148.
  • Erwin Meylemans, Johan Van Laecke: Onderzoek naae de erosie van het Romeinse aquaduct van Tongeren. Brüssel 2006.
  • Georges Raepsaet: L'ethnogenèse de la civitas Tungrorum et la formation de la Province de Germanie. In: L'Antiquité classique Band 82, 2013, S. 111–148 (Digitalisat).
  • Marie Raepsaet-Charlier: La cité des Tongres sous le Haut-Empire. Problèmes de géographie historique. In: Bonner Jahrbücher Band 194, 1994, S. 43–59.
  • Nico Roymans, Marleen Martens: In Search of Caesar’s Aduatuca in the Territory of the Eburones. In: Archäologisches Korrespondenzblatt 54, 2024, S. 335–348.
  • Alain Vanderhoeven: Das vorflavische Tongeren. Die früheste Entwicklung der Stadt anhand von Funden und Befunden. In: Gundolf Precht (Hrsg.): Genese, Struktur und Entwicklung römischer Städte im 1. Jh. n. Chr. in Nieder- und Obergermanien (= Xantener Berichte 9). 2001, S. 157–176.
  • Alain Vanderhoeven, Michel Vanderhoeven: Confrontation in Archaeology. Aspects of Roman Military in Tongeren. In: Frank Vermeulen, Kathy Sas, Kathy, Wouter Dhaeze (Hrsg.): Archaeology in Confrontation. Aspects of Roman Military Presence in the Northwest. Studies in Honour of Prof. Em. Hugo Thoen (= Archaeological reports Ghent University 2). Academia Press, Ghent 2004, ISBN 90-382-0578-3, S. 143–154 (Digitalisat).
  • Alain Vanderhoeven: Tongres / Atuatuca (Belgique). In: Supplément à la Revue archéologique du centre de la France. Nummer 25, 2004, S. 481–485 (Digitalisat).
  • Alain Vanderhoeven: Die römische Stadt Tongeren. In: Raban von Haehling, Andreas Schaub (Hrsg.): Römisches Aachen. Archäologisch-historische Aspekte zu Aachen und der Euregio. Schnell & Steiner, Regensburg 2013, ISBN 978-3-7954-2598-2, S. 387–422 und 446–448.
  • Willy Vanvinckenroye: Tongeren Romeinse Stad. In: Publications of the Gallo-Roman Museum Tongeren, 1985 (Digitalisat S. 1–78, S. 79–156).
Commons: Atuatuca Tungrorum – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise

  1. Erforschung der Civitas Tungrorum auf der Webpräsenz des Gallo-Romeins Museum, Tongeren (niederländisch, französisch, deutsch, englisch), abgerufen am 15. November 2025.
  2. Plinius der Ältere, Naturalis historia 4, 17, 106
  3. Ammianus Marcellinus 15, 11, 7; Notitia dignitatum 42, 43; Notitia Galliarum 8, 267.
  4. Claudius Ptolemaeus, Geographike Hyphegesis II, 9, 9.
  5. Gaius Iulius Caesar, De bello Gallico 5, 26-37.
  6. Plateau Kanne-Caestert beschermd als archeologische site auf der Webseite der Gemeinde Riemst (niederländisch), abgerufen am 21. November 2025.
  7. Nico Roymans, Marleen Martens: In Search of Caesar’s Aduatuca in the Territory of the Eburones. In: Archäologisches Korrespondenzblatt 54, 2024, S. 335–348.
  8. Alain Vanderhoeven: Die römische Stadt Tongeren. In: Raban von Haehling, Andreas Schaub (Hrsg.): Römisches Aachen. Archäologisch-historische Aspekte zu Aachen und der Euregio. Schnell & Steiner, Regensburg 2013, ISBN 978-3-7954-2598-2, S. 387–422 und 446–448, hier S. 387f.
  9. Hugo Thoen: Römische Militäranlagen im westbelgischen Raum. Ein status quaestionis. In: Bendix Trier (Hrsg.): Die römische Okkupation nördlich der Alpen zur Zeit des Augustus. Kolloquium Bergkamen 1989. Vorträge (= Bodenaltertümer Westfalens. Band 26). Aschendorff, Münster 1991, S. 49–59.
  10. Alain Vanderhoeven, Michel Vanderhoeven: Confrontation in Archaeology. Aspects of Roman Military in Tongeren. In: Frank Vermeulen, Kathy Sas, Kathy, Wouter Dhaeze (Hrsg.): Archaeology in Confrontation. Aspects of Roman Military Presence in the Northwest. Studies in Honour of Prof. Em. Hugo Thoen (= Archaeological reports Ghent University. Bd. 2). Academia Press, Ghent 2004, ISBN 90-382-0578-3, S. 143–154 (Digitalisat).
  11. a b c Natasja De Winter, Petra Driesen: History of the civitas capital and site location. In: Petra Driesen (Hrsg.): A residential area in the Roman city of Atuatuca Tungrorum. Excavations on the museumsite in Tongeren (= Atuatuca, Publicaties van het Provinciaal Gallo-Romeins Museum te Tongeren. Nummer 8). Tongeren 2018, S. 12–17 (Digitalisat).
  12. Gallo-römischer Umgangstempel: 50° 47′ 1,47″ N, 5° 27′ 36,1″ O.
  13. Alain Vanderhoeven: Die römische Stadt Tongeren. In: Raban von Haehling, Andreas Schaub (Hrsg.): Römisches Aachen. Archäologisch-historische Aspekte zu Aachen und der Euregio. Schnell & Steiner, Regensburg 2013, ISBN 978-3-7954-2598-2, S. 387–411, insbesondere S. 392–398.
  14. Westlichster Punkt der Stadtmauer: 50° 46′ 39,1″ N, 5° 26′ 56,4″ O.
  15. Alain Vanderhoeven: Die römische Stadt Tongeren. In: Raban von Haehling, Andreas Schaub (Hrsg.): Römisches Aachen. Archäologisch-historische Aspekte zu Aachen und der Euregio. Schnell & Steiner, Regensburg 2013, ISBN 978-3-7954-2598-2, S. 387–411, insbesondere S. 398–403.
  16. Municipium: AE 1995, 01100 = HD040769.
  17. Jona Lendering: Atuatuca (Tongeren) auf livius.org (englisch), abgerufen am 22. November 2025.
  18. Miliarium: CIL XIII, 9158 = HD040729
  19. Jozef Gijselinck: Romeinse toren, monasteriummuur im Inventar der Erfgoedobjecten von Vlaanderen (niederländisch), abgerufen am 23. November 2025.
  20. Ammianus Marcellinus 15, 11, 7.
  21. Christopher Simpson: Laeti in the Notitia Dignitatum. “Regular” Soldiers vs. “Soldier-Farmers”. In: Revue belge de Philologie et d'Histoire, Nummer 66-1, 1988, S. 80–85 (Digitalisat).
  22. Alain Vanderhoeven: Die römische Stadt Tongeren. In: Raban von Haehling, Andreas Schaub (Hrsg.): Römisches Aachen. Archäologisch-historische Aspekte zu Aachen und der Euregio. Schnell & Steiner, Regensburg 2013, ISBN 978-3-7954-2598-2, S. 387–411, insbesondere S. 404–407.
  23. Peter Van den Hove: Romeins aquaduct im Inventar der Erfgoedobjecten von Vlaanderen (niederländisch), abgerufen am 23. November 2025.
  24. Tumulus aan de Beukenberg: 50° 46′ 39,58″ N, 5° 26′ 24,41″ O.
  25. Katrien Cousserier: Tumulus aan de Beukenberg im Inventar der Erfgoedobjecten von Vlaanderen (niederländisch), abgerufen am 23. November 2025.
  26. Tumulus van Koninksem (Romeinse Kassei): 50° 46′ 10,53″ N, 5° 26′ 20,44″ O.
  27. Frieda Schlusmans: Tumulus im Inventar der Erfgoedobjecten von Vlaanderen (niederländisch), abgerufen am 23. November 2025.
  28. Tumulus van Koninksem (Paardsweidestraat): 50° 46′ 8,04″ N, 5° 26′ 40,02″ O.
  29. Frieda Schlusmans: Tumulus im Inventar der Erfgoedobjecten von Vlaanderen (niederländisch), abgerufen am 23. November 2025.
  30. Herstappeltombe: 50° 43′ 25,3″ N, 5° 24′ 28,11″ O.
  31. Frieda Schlusmans, Inge Verdurmen: Herstappeltombe im Inventar der Erfgoedobjecten von Vlaanderen (niederländisch), abgerufen am 23. November 2025.
  32. Tumulus Graf van Gutshoven: 50° 46′ 12,4″ N, 5° 19′ 56,45″ O
  33. Lise Cox: Tumulus Graf van Gutshoven im Inventar der Erfgoedobjecten von Vlaanderen (niederländisch), abgerufen am 23. November 2025.
  34. Tumulus van Vechmaal: 50° 45′ 25,5″ N, 5° 21′ 6,3″ O
  35. Lise Cox: Tumulus van Vechmaal im Inventar der Erfgoedobjecten von Vlaanderen (niederländisch), abgerufen am 23. November 2025.
  36. Gallo-Romeins Museum: 50° 46′ 52,75″ N, 5° 27′ 57,5″ O.
  37. Offizielle Webpräsenz des Gallo-Romeins Museum (niederländisch, französisch, deutsch, englisch), abgerufen am 22. November 2025.
  38. Teseum: 50° 46′ 51″ N, 5° 27′ 54,55″ O.
  39. Webpräsenz des Teseum (niederländisch, französisch, englisch, deutsch), abgerufen am 22. November 2025.
  40. Fluchtafel: AE 2019, 01087
  41. Erfgoedobject 140056: Atuatuca Tungrorum