Asia Indigenous People’s Pact
Der Asia Indigenous Peoples Pact (AIPP) ist ein Zusammenschluss indigener Organisationen und Gemeinschaften in Asien. Er wurde 1992 gegründet und hat seinen Sitz in Chiang Mai, Thailand. Das Netzwerk setzt sich für die Förderung, den Schutz und die Anerkennung der Rechte indigener Völker in Asien ein.[1][2]
Geschichte
Der AIPP entstand zwischen 1988[2] und 1992 aus einem Zusammenschluss verschiedener indigener Bewegungen und Organisationen Asiens, die sich im Zuge der Vereinten Nationen-Dekade der indigenen Völker (1994–2004) stärker vernetzen wollten. Ziel war es, eine gemeinsame Stimme für indigene Bevölkerungen der asiatischen Staaten zu schaffen und deren Beteiligung an nationalen und internationalen Entscheidungsprozessen zu stärken.
Seit seiner Gründung ist der AIPP zu einer Dachorganisation für mehr als 40 Mitgliedsorganisationen aus über 14 Ländern Asiens gewachsen. Er arbeitet eng mit internationalen Organisationen wie dem United Nations Permanent Forum on Indigenous Issues (UNPFII), dem International Work Group for Indigenous Affairs (IWGIA) und dem International Indian Treaty Council (IITC) zusammen.[1]
Ziele und Aufgaben
Der AIPP setzt sich für die kollektiven Rechte indigener Völker ein, darunter:
- Selbstbestimmung und Landrechte
- Schutz traditioneller Lebensweisen und Kulturen
- Nachhaltige Entwicklung in indigenen Territorien
- Gleichberechtigte politische Teilhabe
- Bekämpfung von Diskriminierung und Umweltzerstörung
Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der Unterstützung indigener Frauen und Jugendlicher sowie auf Umwelt- und Klimafragen, die indigene Gebiete besonders betreffen.[1]
Struktur
Der Asia Indigenous Peoples Pact ist ein Mitgliedsnetzwerk, dessen höchste Entscheidungsinstanz die Generalversammlung ist. Sie wählt ein Exekutivkomitee, das die laufenden Geschäfte führt. Das Sekretariat befindet sich in Chiang Mai, Thailand, und koordiniert die Programme und Kooperationen des Bündnisses.[1]
Aktivitäten
AIPP organisiert Trainings, Publikationen, Lobbyarbeit und internationale Konferenzen. Zu den Themenfeldern gehören:
- Klimagerechtigkeit und Biodiversität
- Indigene Frauenrechte
- Menschenrechte und internationale Politik
- Freiwillige Richtlinien für Land und Ressourcen
Der Verband veröffentlicht regelmäßig Berichte, Studien und Stellungnahmen in Zusammenarbeit mit den Vereinten Nationen und Nichtregierungsorganisationen.[1]
Regionale Netzwerke
Asia Indigenous Youth Platform (AIYP)
Um auf die gravierenden Probleme der Jugend (mangelnde Bildungschancen, Diskriminierung, Gewalt) einzugehen, gründete AIPP in Zusammenarbeit mit der UNESCO und dem UNDP während der Regionalen Jugendführungskräfteausbildung und Jugendkonferenz (5. bis 12. Juni 2019 in Chiang Mai) in Anwesenheit von 45 indigenen Jugendlichen aus Nepal, Bangladesch, Indien, Myanmar, Thailand, Laos, Vietnam, Kambodscha, Malaysia und den Philippinen die Asia Indigenous Youth Platform. Ziele sind unter anderem:
- Kulturverlust verhindern und indigenes Wissen schützen
- Zugang zu hochwertiger Bildung, einschließlich muttersprachlichem Unterricht, gewährleisten
- Landrechte und Ernährungssicherheit stärken
- An Entscheidungsprozessen teilnehmen
- Nachhaltige Lebensgrundlagen für indigene Jugendliche schaffen[3]
Network Of Indigenous Women In Asia
Das 2019 gegründete Netzwerk indigener Frauen in Asien, engl. Network Of Indigenous Women In Asia (NIWA) ist ein mitgliederbasiertes Netzwerk indigener Frauenorganisationen und -netzwerke in ganz Asien. Es umfasst 14 asiatische Länder in vier Unterregionen: Ostasien, Südostasien, Mekong und Südasien. Die Vision des Netzwerks ist, dass indigene Frauen gestärkt, kompetent und selbstständig sind, ihre Rechte vollumfänglich wahrnehmen und so eine inklusive und nachhaltige Entwicklung in Asien fördern.[4]
Mitgliedsorganisationen (Auswahl)
Nachfolgend ist eine Auswahl von Mitgliedsorganisationen:
- Indigenous Peoples Movement for Self-Determination and Liberation (IPMSDL) agiert weltweit, Sitz auf den Philippinen
- Philippine Association for Intercultural Development (PAFID) aus den Philippinen
- Katribu Kalipunan ng Katutubong Mamamayan ng Pilipinas (KATRIBU) aus den Philippinen
- Network of Indigenous Peoples of Thailand (NIPT) aus Thailand
- Indigenous Women’s Network of Thailand (IWNT) aus Thailand
- Cambodian Indigenous Youth Association (CIYA) aus Kambodscha
- Nepal Federation of Indigenous Nationalities (NEFIN) aus Nepal
- Indigenous Peoples’ Alliance of the Archipelago (AMAN) aus Indonesien
- Ainu Peoples Council (Ainu) aus Japan
- Indigenous Peoples’ Network of Malaysia (JOAS) aus Malaysia
- Bangladesh Indigenous Peoples Forum (BIPF) aus Bangladesch
- Promotion of Indigenous and Nature Together (POINT) aus Myanmar
- Karbi Human Rights Watch (KHRW) – aus Nordost-Indien
- Papora Indigenous Development Association (PIDA) aus Taiwan[1]
Siehe auch
Weblinks
- https://aippnet.org/ Offizielle Website des Asia Indigenous Peoples Pact (englisch)
- Konzept der indigenen Völker Asiens
Einzelnachweise
- ↑ a b c d e f about us. Asia Indigenous Peoples Pact, abgerufen am 4. November 2025 (englisch).
- ↑ a b Asia Indigenous Peoples Pact (AIPP). In: UIA - Global Civil Society Database. Union of International Associations, abgerufen am 4. November 2025 (englisch).
- ↑ Asia Indigenous Youth Platform. Asia Indigenous Peoples Pact, abgerufen am 4. November 2025 (englisch).
- ↑ Network Of Indigenous Women In Asia. Asia Indigenous Peoples Pact, abgerufen am 4. November 2025 (englisch).