Apostelkirche
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| Basisdaten
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| Konfession
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evangelisch
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| Ort
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Lustadt, Deutschland
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| Landeskirche
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Evangelische Kirche der Pfalz
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| Baugeschichte
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| Baujahr |
1615
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| Baubeschreibung
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| Baustil
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Barock
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| Bautyp
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Saalkirche
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| Funktion und Titel
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- Gemeindekirche der Katholiken (bis ca. 1730)
- Simultankirche (ca. 1730–1911)
- Pfarrkirche der Protestanten (ab 1913)
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| Koordinaten 49° 14′ 34,7″ N, 8° 15′ 52″ O49.2429688.264439
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Die denkmalgeschützte Apostelkirche steht im Oberdorf der Ortsgemeinde Lustadt im Kreis Germersheim. Sie gehört zur protestantischen Kirchengemeinde in Lustadt und damit zum Kirchenbezirk Germersheim der Evangelischen Landeskirche der Pfalz. Das Gemeindebüro wird gemeinsam mit der Protestantischen Gemeinde in Weingarten geführt.
Beschreibung
BW
Das Kirchengebäude ist eine kompakte Saalkirche im Stil des Barock. Das flachgedeckte Langhaus verfügt über eine halbovale, gewölbte und außen dreiseitig ummantelte Apsis. Als Baumaterial wurde überwiegend Bruchstein verwendet.
Das Innere der Kirche wird durch eine Ausstattung aus dunklem Holz und eine als Himmel bemalte Decke geprägt. Vor dem Chorbogen sind an der Decke die zwölf Tierkreiszeichen aufgemalt. Der Chor verfügt über drei Fenster mit teilweise künstlerisch gestalteten Verglasungen; zwei von ihnen zeigen die Apostel Johannes und Paulus. Das Chorgewölbe ist mit pflanzenartigen Ornamenten ausgemalt.
Geschichte
Ausweislich der Inschrift am Portal wurde die Kirche im Jahr 1615 als katholische Kirche errichtet. Ein Umbau des Gebäudes erfolgte 1741. Der Kirchturm wurde im 18. Jahrhundert erhöht. Infolge der Reformation wurde das Kirchengebäude ab ca. 1730 bis 1908 als Simultankirche in Oberlustadt genutzt. In diesem Jahr wurde es durch einen Blitzeinschlag zerstört; formal endete das Simultaneum im Juli 1911. Die Protestanten erwarben das Grundstück mit der Ruine und bauten die Kirche wieder auf. Während der Bauzeit besuchten die Protestanten die Christuskirche in Niederlustadt. Am 16. Februar 1913 wurde das Kirchengebäude eingeweiht. Die Katholiken bauten einige Jahre später die St.-Johannes-der-Täufer-Kirche.
Orgel
Heutige Orgel
Die Orgel wurde 1969 von G. F. Steinmeyer & Co. als Opus 2220[1] mit mechanischen Trakturen gebaut. Sie verfügt über 12 Register auf zwei Manualen und Pedal. Die Windladen sind als Schleifladen ausgeführt. Im Jahr 2002 restaurierte Steinmeyer das Instrument. Die Disposition lautet:[2]
I Hauptwerk C–g3
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| Rohrflöte |
8′
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| Principal |
4′
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| Gemshorn |
4′
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| Sifflöte |
2′
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| Mixtur IV |
1 1⁄3′
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II Oberwerk C–g3
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| Gedackt |
8′
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| Koppelflöte |
4′
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| Principal |
2′
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| Sesquialter II |
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| Cimbel III |
1⁄2′
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Pedal C–f1
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| Subbass |
16′
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| Oktavbass |
08′
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Orgel bis 1969
Bis zur Verschrottung im Jahr 1969 war in der Apostelkirche eine 1912 von Adolf Poppe und Sohn gebaute Orgel eingesetzt. Diese verfügte über 14 Register auf ebenfalls zwei Manualen und Pedal. Ihre Trakturen waren pneumatischen, bei den Windladen handelte es sich um Kegelladen.[3]
Disposition der Poppe-Orgel
I Hauptwerk C–g3
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| Prinzipal |
8′
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| Konzertflöte |
8′
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| Viola di Gamba |
8′
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| Dolce |
8′
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| Salicional |
8′
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| Oktave |
4′
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| Mixtur III |
2 2⁄3′
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II Schwellwerk C–g3
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| Flötenprinzipal |
8′
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| Lieblich Gedackt |
8′
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| Vox Coelestis |
8′
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| Aeoline |
8′
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| Gemshorn |
4′
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Pedal C–d1
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| Subbass |
16′
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| Zartbourdon (Windabschwächung) |
16′
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| Cello |
08′
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- Koppeln:
- Normalkoppeln: II/I, I/P, II/P
- Superoktavkoppeln: II/I
- Suboktavkoppeln: II/I
Literatur
- Generaldirektion Kulturelles Erbe Rheinland-Pfalz (Hrsg.): Nachrichtliches Verzeichnis der Kulturdenkmäler. Kreis Germersheim. 6. November 2024 (rlp.de [PDF; abgerufen am 27. November 2024]).
- Hans Caspary (Bearb.): Dehio-Handbuch der deutschen Kunstdenkmäler. Rheinland-Pfalz, Saarland. 2., bearbeitete und erweiterte Auflage. Deutscher Kunstverlag, Berlin / München 1984, ISBN 3-422-00382-7, S. 576.
- Jubiläums-Festschrift zur 1200-Jahr-Feier der Gemeinde Lustadt. 773-1973. Lustadt 1973, DNB 730526313, S. 39, 69.
Weblinks
Einzelnachweise
- ↑ Dirk Elsemann: Steinmeyer-Werkverzeichnis. Abgerufen am 26. Februar 2025 (deutsch).
- ↑ Eintrag zur Steinmeyer-Orgel (Beschreibung Nr. 2072430). In: Orgeldatenbank. Abgerufen am 27. November 2024.
- ↑ Eintrag zur Poppe-Orgel (Beschreibung Nr. 2072429). In: Orgeldatenbank. Abgerufen am 27. November 2024.