Die denkmalgeschützte Christuskirche im Unterdorf der Ortsgemeinde Lustadt ist eines von zwei Kirchengebäuden der protestantischen Kirchengemeinde Lustadts. Diese gehört zum Kirchenbezirk Germersheim der Evangelischen Landeskirche der Pfalz. Das Gemeindebüro wird gemeinsam mit der Protestantischen Gemeinde in Weingarten geführt. Benannt ist die Kirche nach Jesus Christus.
Beschreibung und Lage
BW
Das Kirchengebäude liegt in Niederlustadt an der Holzgasse am Ortsausgang in Richtung Westheim. Unweit fließt der Hofgraben, ein linker Zufluss des Lingenfelder Altrheins.
Es handelt sich um eine Saalkirche im Stil der Neugotik, die überwiegend aus Backstein erbaut wurde. Die Buntglasfenster im Chor wurden 1953 und 1954 von Willy Oeser aus Heidelberg geschaffen.
Geschichte
In der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts kam bei den Protestanten in Niederlustadt zunehmend der Wunsch nach einer eigenen Kirche auf. Beim Gottesdienst mussten sich diese eng zusammendrängen und ein großer Teil gar von außen teilnehmen. Im Jahr 1858 wurde mit den Planungen für einen Neubau begonnen, ein Jahr später fasste der Gemeinderat den Beschluss zum Bau der neuen Kirche. Am 6. Juni 1871 konnte die Grundsteinlegung erfolgen. Am 8. Oktober 1873 wurde die Kirche geweiht. Im März 1945 wurde die Kirche durch US-amerikanisches Artilleriefeuer stark beschädigt. Die Schäden vergrößerten sich witterungsbedingt in den Folgejahren noch. Zwischen 1951 und 1953 konnte die Kirche wiederaufgebaut werden.
Orgel
Heutige Orgel
Die Orgel wurde 1969 von Orgelbau Gebr. Oberlinger mit mechanischen Trakturen gebaut, wobei Teile der alten Orgel wiederverwendet wurden. 1983 wurde die Orgel durch Oberlinger erweitert. Dies umfasste den Einbau von zwei zusätzlichen Pedalregistern und einem zweiten Manual. Das Instrument verfügt heute über 16 Register auf zwei Manualen und Pedal. Alle Windladen sind als Schleifladen ausgeführt. Die Disposition lautet:[1]
I Hauptwerk C–g3
|
| Prinzipal |
8′
|
| Rohrflöte |
8′
|
| Oktave |
4′
|
| Kleingedackt |
4′
|
| Superoktave |
2′
|
| Mixtur V |
1 1⁄3′
|
| Trompete |
8′
|
|
II Positiv C–g3
|
| Gedackt |
8′
|
| Koppelflöte |
4′
|
| Prinzipal |
2′
|
| Sesquialter II |
|
| Cymbel IV |
1⁄2′
|
| Tremulant
|
|
Pedal C–f1
|
| Subbass |
16′
|
| Oktavbass |
08′
|
| Bassflöte |
04′
|
| Posaune |
16′
|
|
Ehemalige Orgel
Die erste Orgel der Christuskirche wurde parallel zu deren Erbauung von Gustav Schlimbach mit mechanischen Trakturen gebaut. Oberlinger baute sie 1954 im Sinne der Orgelbewegung neobarock um. Beim Umbau wurde das originale Gehäuse zugunsten eines Freipfeifenprospekts aufgegeben. 1969 wurde sie zugunsten der heutigen Orgel verschrottet. Die Windladen waren als Kegelladen ausgeführt. Im Originalzustand verfügte die Orgel über 18 Register auf zwei Manualen und Pedal, nach dem Umbau 1954 waren es 19 Register.[2]
Disposition im Originalzustand
I Hauptwerk C–f3
|
| Bourdon |
16′
|
| Principal |
08′
|
| Gedeckt |
08′
|
| Flöte Travers |
08′
|
| Viola di Gamba |
08′
|
| Octave |
04′
|
| Rohrflöte |
04′
|
| Octave |
02′
|
| Mixtur IV–V |
02′
|
| Trompete |
08′
|
|
II Nebenwerk C–f3
|
| Principal |
8′
|
| Salicional |
8′
|
| Hohlflöte |
8′
|
| Dolce |
4′
|
|
Pedal C–d1
|
| Subbass |
16′
|
| Violonbass |
16′
|
| Octavbass |
08′
|
| Posaunbass |
16′
|
|
Disposition nach dem Umbau 1954
I Manual C–f3
|
| Prinzipal |
8′
|
| Rohrflöte |
8′
|
| Oktave |
4′
|
| Kleingedackt |
4′
|
| Quinte |
2 2⁄3′
|
| Oktave |
2′
|
| Terz |
1 3⁄5′
|
| Mixtur V |
1 1⁄3′
|
| Cymbel II |
1⁄2′
|
| Trompete |
8′
|
|
II Manual C–f3
|
| Gedackt |
8′
|
| Koppelflöte |
4′
|
| Prinzipal |
2′
|
| Quinte |
1 1⁄3′
|
| Scharff IV |
1′
|
|
Pedal C–d1
|
| Subbass |
16′
|
| Prinzipalbass |
08′
|
| Oktavbass |
04′
|
| Posaune |
16′
|
|
Glocken
Das erste Geläut, bestehend aus drei Glocken kam 1873 in den Kirchturm. Nach dem Zweiten Weltkrieg mussten neue Glocken beschafft werden. Im Jahr 1958 wurden die vier heutigen Glocken aus der Gießerei Hamm in Frankenthal in Dienst gestellt. Sie haben die Schlagtöne e, a, h und cis.
Literatur
Weblinks
Einzelnachweise
- ↑ Eintrag zur Oberlinger-Orgel (Beschreibung Nr. 2072468). In: Orgeldatenbank orgbase.nl. Abgerufen am 30. November 2024.
- ↑ Eintrag zur Schlimbach-Orgel (Beschreibung Nr. 2072467). In: Orgeldatenbank orgbase.nl. Abgerufen am 30. November 2024.