Antonius Pestel

Antonius Pestel (Bestel) (genaue Lebensdaten unbekannt) war Sekretär des herzoglichen Kanzlers Christian Brück.

Leben

Pestel war Sohn des Plauener Ratsherrn Heinrich Pestel. Er selbst hatte im Vogtland ein Besitztum.[1] Pestel war zudem Schwager von Gregor Brück.[2] Errichtet wurde das als Pestelsches Haus bezeichnete Gebäude 1547/49 vom Renaissance-Baumeister Nikolaus Gromann für den Sekretär des herzoglichen Kanzlers Christian Brück namens Antonius Pestel. Es ist gewissermaßen die Fortsetzung des Cranachhauses, das ebenfalls von Gromann errichtet wurde.[3] Vollendet wurde der Bau als die Trennung der Geschäfte von Wolfgang Lauenstein von denen Pestels beseitigt wurde.[4] Pestel war in die Entstehung des Schmalkaldischen Bundes involviert.[5] Pestel war auch Sekretär von dem sächsischen Kurfürsten Friedrich dem Großmütigen.[6] Kurfürst Moritz von Sachsen machte 1553 angesichts seines Todes seinem Hofprediger Johannes Weiß gegenüber eine Beichte. Weiß war es wohl, der die Beichte aufgezeichnet hatte. Diesen Bericht überlieferte Pestel für dessen politische Feinde. Er hatte im Auftrag von Johann Friedrich d. Ä. nachgefragt, ob Moritz in seiner Beichte Johann Friedrich namentlich erwähnt hätte und ihm seinen Besitz zurückgegeben hätte.[7]

Einzelnachweise

  1. Mitteilungen des Vereins für Vogtländische Geschichte und und Altertumskunde zu Plauen i.V. Bd. 16/17, 1904, S. 16.
  2. „Brück, Gregor“, in: Neue Deutsche Biographie 2 (1955), S. 653–654
  3. Rainer Müller: Kulturdenkmale in Thüringen: Stadt Weimar, Bd. 4.1.: Altstadt, E. Reinhold Verlag, Erfurt 2009, S. 441 f.
  4. Georg Mentz: Beiträge zur neueren Geschichte Thüringens, Bd. 1, S. 184.
  5. Ekkehard Fabian: Die Entstehung des Schmalkaldischen Bundes und seiner Verfassung. 1529–1531/33.. Brück, Philipp von Hessen und Jakob Sturm. Darstellung und Quellen. Mit archivalischen Beilagen und einer Brück-Bibliographie. Osiander in Kommission, Tübingen 1956 (Schriften zur Kirchen- und Rechtsgeschichte 1), (Zugleich: Heidelberg, Univ., Diss.).
  6. Mitteilungen des Vereins für Vogtländische Geschichte und und Altertumskunde zu Plauen i.V. Bd. 16/17, 1904, S. 10 f.
  7. Johannes Herrmann: Moritz von Sachsen. Sax-Verlag, Beucha 2003, S. 239. ISBN 978-3-934544-47-5